:: wikimiki.org ::
| 656 |
656
Politik und Weltgeschehen
- 17. Juni - Ali ibn Abi Talib wird nach der Ermordung von Uthman ibn Affan zum vierten Kalifen der Muslime gewählt. Er wird aber nicht allgemein anerkannt u.a. von Aischa und Muawiya, die ihn des Mordes an seinem Vorgänger bezichtigen.
- 9. Dezember - Kamelschlacht von Basra: Kalif Ali besiegt die Opposition gegen seine Herrschaft im Kampf, ohne sie zerschlagen zu können. In der Folge scharen sich Alis Gegner um Muawiya, dem Statthalter von Syrien.
- Der Hausmeier des fränkischen Reichsteils Austrasien, Grimoald, ein Sohn Pippins des Älteren, nutzt den Tod des austrasischen Königs Sigibert III. zum Staatsstreich: Er erhebt seinen eigenen Sohn als Childebertus adoptivus zu Sigiberts Nachfolger, während er Sigiberts Sohn Dagobert II., der zu diesem Zeitpunkt noch ein Kleinkind ist, nach Irland in ein Kloster bringen lässt. Gegen die Aktion Grimoalds regt sich in Neustrien Widerspruch. Der dortige König Chlodwig II. und sein Hausmeier Ebroin sorgen dafür, dass Grimoals entmachtet wird; er stirbt 656 oder 657 im Kerker. Das austrasische Königtum des Childebertus adoptivus wird aber offenbar nicht angetastet.
- Alchfrith wird Nachfolger von Aethelwald als König von Deira.
- Oswiu von Northumbria annektiert Mercia.
-
- 1. Februar - Sigibert III., merowingischer Frankenkönig
- 17. Juni; Kalif Uthman ibn Affan wird von aufständischen Muslimen in Mekka ermordet.
- 656/657 - Grimoald der Ältere, Hausmeier im fränkischen Reichsteil Austrasien ( - um 615)
ko:656년
Kategorie:656
Ali ibn Abi TalibAli ibn Abi Talib ibn Abd al-Muttalib ibn Haschim ibn Abd al-Manaf, (arabisch: علي بن أبي طالب) ( - 21. März 598 in der Kaaba; gestorben 24. Januar 661 in Kufa), vierter Kalif der Sunniten, erster Imam (امام) aller Linien der Imame der Schiiten. Geboren wurde er nach einer Überlieferung in der Kaaba. Er war ein Vetter des Propheten Muhammad und war zudem der Erste, der sich zum Islam bekannte - damals 9 Jahre alt. Später heiratete er Mohammeds Tochter Fatima. Am 17. Juni 656 wurde er nach der Ermordung des dritten Kalifen, Uthman ibn Affan, zum neuen Kalifen proklamiert.
Kalif
Ali wurde allerdings nur von Teilen der Muslime als Kalif anerkannt, da gegen ihn der Vorwurf erhoben wurde, für den Mord an Uthman mit verantwortlich zu sein. Zwar wurde ein Teil der Opposition unter der Prophetenwitwe Aischa in der Kamelschlacht im Irak besiegt (9. Dezember 656), doch konnte Ali seine Anerkennung als Kalif gegen Muawiya, dem Statthalter von Syrien, nicht durchsetzen. Während der Schlacht von Siffin am Euphrat (657) ließ sich Ali zu Verhandlungen umstimmen, was zur Spaltung seiner Anhängerschaft und zum Abfall der Charidschiten führte.
In der Folgezeit musste sich Ali vor allem der Bekämpfung der Charidschiten im Irak widmen. Die Ausbreitung ihrer Lehre konnte er aber trotz einiger Erfolge über die Abtrünnigen nicht verhindern.
Unter Ali begann sich das politische Zentrum des Kalifats zu verschieben. So befand sich nicht nur seine Residenz Kufa (Irak) außerhalb der Arabischen Halbinsel. Auch seine Konkurrenten Aischa und Muawiya stützten sich auf ihre Anhängerschaft im Irak bzw. in Syrien. Am 22. Januar 661 fiel Ali in Kufa einem charidschitischen Attentat von Ibn Muldscham zum Opfer, dessen Verletzungen er am 24. Januar 661 erlag.
Ali war bekannt in seiner Weisheit und außerordentlichen literarischen Begabung. Der Überlieferung nach sollte der Prophet Muhammed gesagt haben:"Ich bin die Stadt der Weisheit, Ali aber ist ihr Tor", "Oh Ali du bist zu mir, wie Aaron zu Moses". Diese und ähnliche Aussagen des Propheten finden allgemeine Akzeptanz bei der überwiegenden Mehrheit der Muslime. Unterschiede tauchen bei der Interpretation auf.
Aus der Anhängerschaft Alis entwickelte sich die Schia Ali ("Partei Alis"), die zweitgrößte Glaubensrichtung im Islam. Diese sah Hassan ibn Ali und Hussein ibn Ali, die Söhne Alis, sowie deren Nachkommen als einzig rechtmäßige Führer der Muslime an.
Die Grabmoschee Alis, die Imam-Ali-Moschee, befindet sich in Nadschaf. Nach einer anderen Version befindet sich die Grabmoschee in Masar-e Scharif im heutigen Afghanistan.
Literatur
- Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. 4. Auflage. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
- Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3
- Claude Cahen, Jean Bollack (Hrsg.): Vom Ursprung bis zu den Anfängen des Osmanenreiches. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1991 (Fischer Weltgeschichte, Band 14), ISBN 3-596-60014-6
Weblinks
-
Kategorie:Mann
Kategorie:Kalif
Kategorie:Imam
Kategorie:Gestorben 661
ja:アリー・イブン=アビー=ターリブ
ko:알리 이븐 아비 탈리브
ms:Saidina Ali Abi Talib
th:อะลีย์
Uthman ibn AffanUthman ibn Affan ( - 574 in Mekka; † 656 in Medina) war nach Abu Bakr und Umar ibn al-Chattab der dritte "rechtgeleitete" Kalif der Sunniten (644-656).
Uthman wurde 574 geboren und war ein Neffe Abu Sufiyans, einem Onkel Mohammeds und einer seiner größten Kritiker. Er gehörte der Familie der Umayyaden an und war später ein Schwiegersohn Mohammeds. Nach dem Tod von Umar ibn al-Chattab (634-644) wurde er in Medina von einer kleinen Gruppe auserwählter Männer zum neuen Kalifen gewählt. Seine Regierung wurde von Konflikten mit den mächtigen Provinzstatthaltern geprägt. Die Absetzung der Heerführer als Statthalter und die Einsetzung von Angehörigen seiner eigenen Sippe, der Umayyaden, in den Provinzen, führte bald zu Spannungen. In dieser Zeit stieg sein Cousin Muawiya als Statthalter von Syrien zu einem der bedeutendsten Machtfaktoren im Kalifat auf.
Wegen dieser Bevorzugung der eigenen Sippe bildete sich bald eine Opposition gegen Uthman, die ihre Zentren in Ägypten und dem Irak hatte, wo die Verteilung der Steuern zwischen dem Heer und dem Staat umstritten war. Neben der Prophetenwitwe Aischa bestritt auch Ali Ibn Abi Talib die Herrschaft Uthmans, da seine Ansprüche auf das Kalifat, als Schwiegersohn des Propheten Muhammad, bei der Wahl Uthmans erneut übergangen worden waren.
Wegen dieser inneren Spannungen flaute der Expansion der Muslime etwas ab, auch wenn Tripolitanien (647), Armenien (652) und der Ostiran unterworfen wurden. Unter Uthman begann auch der Aufbau diplomatischer Beziehungen. So wurde 652, nach erfolglosen Angriffen, die Unabhängigkeit Nubiens anerkannt und Kontakte zum chinesischen Kaiserhof in Chang'an aufgenommen (651).
Bedeutung erlangte Uthman aber vor allem dadurch, dass er den Koran in einer standardisierten Version aufzeichnen ließ. Andere Versionen des Koran, das heißt solche in anderen Dialekten des Arabischen, wurden vernichtet. Dadurch machte er sich Feinde vor allem bei denen, die den Koran auswendig konnten (siehe: Hafiz). Die von ihm redigierte Fassung verdrängte in der Folge alle anderen Varianten des Korans, sodass heute nur noch seine Version übrig geblieben ist.
Als die Spannungen zwischen der Opposition in den Provinzen und Uthman eskalierten, drangen 500 Ägypter nach Medina vor und töten Uthman am 17. Juni 656. Dieser Mord stellt einen Präzedenzfall in der islamischen Geschichte dar, da die Führungsfrage innerhalb des Kalifats erstmals mit Gewalt gelöst wurde. Nach seinem Tod wurde Ali ibn Abi Talib (Ali) zum Kalifen gewählt (656-661). Diese Wahl wurde aber von dem Umayyaden Muawiya nicht anerkannt. Dies führte letztlich in die Spaltung des Islams in:
- die Sunniten
- die Schia ("Partei Alis")
- die Charidschiten.
Siehe auch: Geschichte des Islams -- Kalifat, Islamische Expansion
Literatur
- Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. 4. Auflage. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
- Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3
- Claude Cahen: Vom Ursprung bis zu den Anfängen des Osmanenreiches. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1991 (Fischer Weltgeschichte, Band 14), ISBN 3-596-60014-6
Kategorie:Mann
Kategorie:Kalif
Kategorie:Geboren 574
Kategorie:Gestorben 656
ja:ウスマーン・イブン=アッファーン
ms:Uthman bin Afan
Muslime
Ein Muslim (arabisch مسلم muslim, „der sich Unterwerfende“ oder „sich Hingebende“), auch Moslem (aus dem Persischen), ist ein Anhänger des Islam. Die Mehrzahl ist Muslime (arab. muslimun) beziehungsweise Moslems. Eine Anhängerin des Islam wird als Muslimin (Mehrzahl Musliminnen) oder auch Muslima (entsprechend arab. مسلمة, Mehrzahl مسلمات muslimat) bezeichnet. Das Adjektiv muslimisch bezieht sich immer auf Personen(gruppen), sonst heißt es islamisch – z.B. islamisches Fest.
Ein Muslim muss nach islamischem Selbstverständnis ein Monotheist sein und Mohammed als letzten und entscheidenden Propheten anerkennen. Die von Mohammed überbrachte Offenbarung ist im Koran aufgezeichnet um sie für ewig den Menschen zu erhalten, da Mohammed ein Mensch und damit sterblich war. Ein Muslim glaubt daran, dass Mohammed der Koran (nach islamischer Sicht das unmittelbare Wort Gottes) durch den Erzengel Gabriel übermittelt wurde.
Die Sufis unterscheiden zusätzlich zwischen einem Muslim und einem Gläubigen. Nach ihrer Auffassung unterwirft sich ein Muslim lediglich den Geboten Gottes äußerlich, ein Gläubiger glaubt jedoch auch unerschütterlich daran und ist sich dessen bewußt, daß er ununterbrochen "vor seinem Schöpfer steht". Laut den Sufis gibt es viele Muslime, die keine Gläubigen sind, aber auch Gläubige, die keine Muslime sind.
Die Bezeichnung „Mohammedaner“ wird von vielen Muslimen abgelehnt, da sie den Eindruck erweckt, Mohammed stünde vor Gott im Zentrum des islamischen Glaubens. Im Persischen ist mohammadi jedoch durchaus gebräuchlich.
Das früher weitverbreitete Wort Muselman oder Muselmane (mit einem „n“, wohl aus der persischen Form musalmân entlehnt), verballhornt sogar „Muselmann“ und „Muselmännin“, ist heute selten geworden, in der verballhornten Form ist es im Deutschen heute ein abfälliger Begriff. Peter Scholl-Latour gebraucht das Wort „Muselmane“ jedoch öfter. Da im Deutschen der Begriff „Muselmane“ teilweise abfällig benutzt wird oder wurde, hat dieser Terminus eine negative Konnotation erhalten und wird aus diesem Grund von Muslimen abgelehnt. Der Begriff Mohammedaner wird auch von vielen als "politisch unkorrekt" gesehen. In einigen überwiegend von Muslimen gesprochenen Sprachen heißt Muslim jedoch ähnlich wie Muselman, z.B. Türkisch müslüman oder im Bosnischen musliman. Sowohl im Französischen und im Spanischen hat das Wort musulman keinerlei negativen Beigeschmack.
Wer ist Muslim
Einigen Religionsgemeinschaften, deren Mitglieder sich selbst als Muslime sehen, wird von anderen Muslimen die Anerkennung als Muslim versagt. Dies trifft vor allem auf die Ahmadiyya zu. Aber auch auch anderen Gemeinschaften wird von konservativer-sunnitischer, besonders wahhabitischer-hanbalitischer Seite die Anerkennung als Muslim verweigert. Dies trifft auf Aleviten und Schiiten imamitischer und ismailitischer Richtung zu, deren Wertschätzung Alis als Schirk (Polytheismus) gewertet wird. Zaiditischen Schiiten und den Ibaditen wird gemeinhin zugestanden, dass sie Muslime sind, auch wenn sie nicht immer geschätzt werden. Die Ibaditen sehen sich als die einzigen wahren Muslime an, was aber zu keinerlei negativen Konsequenzen für andere Muslime führt. Auch die Wahhabiten sehen sich als die einzig wahren Muslime an und haben in der Vergangenheit andere Muslime auch blutig verfolgt.
Neben ganzen Religionsgemeinschaften wird aber auch, vor allem von fundamentalistischer Seite, einzelnen Personen abgesprochen, dass sie Muslime sind, was als Takfir bezeichnet wird. Kriterium ist dabei traditionellerweise, ob derjenige das fünfmal tägliche Ritualgebet Salat verrichtet. Auch wer gegen die Anwendung der Scharia ist, wird von bestimmten Fundamentalisten zum Nichtmuslim erklärt und im Extremfall deswegen nach der Lehre Ibn Taimiyyas ermordet, wie etwa Sadat. Dschihadisten sehen sogar jeden, der nicht am bewaffneten Dschihad teilmehmen will als Murtadd (vom Islam abgefallenen) an. Diese Sichtweise wird insofern vom Koran gestützt, als darin die Munafiqun, die "Heuchler", deren wichtigstes Kennzeichen ihr Unwille zum militärischen Kampf für dem Islam ist, an vielen Stellen aufs heftigste verurteilt und als schlimmer als alle Ungläubigen bezeichnet werden.
Nach muslimischer Auffassung ist jeder Mensch, der einen muslimischen Vater hat oder der zum Islam übergetreten ist Muslim. Rein theoretisch ist aus islamischer Sicht die "natürliche" Religion aller Menschen der Islam, was aber in der Praxis keinerlei Auswirkungen hat. Aus Sicht des muslimischen Rechts (Fiqh) ist es einem Muslimen nicht möglich zu einer anderen Religion zu konvertieren, er kann lediglich vom Islam abfallen (Ridda), was jedoch nach islamischen Recht nicht toleriert wird und auch in der Praxis kaum geduldet wird. Eine Ausnahme findet man beispielsweise bei einigen wenigen Anhängern des Sufismus (islamische Mystik), die sich neben den äußeren auch auf die inneren Aspekte des Islam konzentrieren. Jedoch haben auch in der Vergangenheit vereinzelte Sufiorden andere Muslime, die sie für nicht rechtgläubg hielten, militärisch bekämpft; siehe dazu auch Dschihad der Fulbe, Dschihad von al-Haddsch Omar.
!
Aischaʿāʾischa bint Abī Bakr (; - um 613/14; † 678 in Medina) war eine der Frauen Mohammeds, des Begründers des Islam, und Tochter des Geschäftsmanns und späteren Kalifen Abu Bakr aus dem Stamme Quraisch; sie galt als Mohammeds Lieblingsfrau. Aischas Mutter stammte aus dem Stamme Al Harit. Die Stämme der beiden Elternteile Aischas waren sehr angesehen. Ihr Name ist arabischen Ursprungs und bedeutet „die Lebende“.
Bei einem seiner Besuche im Hause Abu Bakrs hatte Mohammed Aischa kennengelernt. Aischa war ein fröhliches, lebhaftes kleines Mädchen und Mohammed war von ihrer Art sehr angetan. So kam es zu Scherzereien zwischen ihm und dem Kind. Wie sehr sie sein Herz gewann, kommt in Mohammeds Worten an ihre Mutter zum Ausdruck: „Sei gütig zu Aischa und hebe sie für mich auf.“
Nachdem sich Mohammed und Abu Bakr in Medina niedergelassen hatten, handelten Abu Bakr und Mohammed den Ehevertrages aus. Die Hochzeit fand ohne großen Aufwand und im kleinsten Familienkreise im Hause Abu Bakrs statt. Aischa sagt von sich selbst: „Der Prophet hat mich geehelicht im Hause meines Vaters und es wurde damals kein Schaf geschlachtet. Ich war zu dieser Zeit im Alter von neuen Jahren.“
Nach einer Überlieferung (hadith), die von der Mehrheit der klassischen Schriftgelehrten des Islam als glaubwürdig und als auf Aischa selbst zurückgehend akzeptiert wurde, war sie sechs Jahre alt, als sie Mohammed zur Frau gegeben wurde, und neun Jahre alt, als Mohammed die Ehe mit ihr vollzog; Mohammed war zu dieser Zeit über fünfzig Jahre alt. Anderen Überlieferungen zufolge war sie wesentlich älter. Viele Details der Hadithe gehen auf die Überlieferung durch Aischa zurück. Aischa selbst schilderte, dass sie mit ihren Freunden auf einer Schaukel spielte, als ihre Mutter sie zu sich rief und in ein Haus führte, in dem Mohammed dann mit ihr schlief.
Als Mohammed Aischa mit sich nach Hause genommen hatte, bekam sie dort eine Kammer neben Sawda. Aischa blieb nicht lange Mohammed einzige Liebe. Denn schon bald vollzog er mit Hafsa die Ehe. Später erweiterte er seinen Harem mit weiteren Heiraten, Konkubinen und Sklavinnen. Insgesamt 19 Frauen.
Als es um 660 zu einer Auseinandersetzung zwischen Ali und Mu'awiya um das Kalifat kam, unterstützte sie Mu'awiya. Sie soll dabei höchstpersönlich in den Krieg gezogen sein. Zusammen mit Mu'awiya wurde sie von Ali besiegt und nach Mekka verbannt.
Da Aischa selbst keine Kinder bekam, nahm sie, als ihr Bruder Abdar-Rahm starb, seinen Sohn und seine Tochter unter ihre Obhut. Dieser Sohn, Al-Qasim, fand nach dem Tode Aischa für ihr Verhalten die Worte: „Ich habe keine Mutter gesehen, die wohltätiger als sie (Aischa) war.“
Es war für Aischas Stellung im Harem bezeichnend, dass der im Sterben liegende Mohammed sich entschied, seine letzten Tage in ihrer Kammer zu verbringen. Sie soll damals 18 Jahre alt gewesen sein.
Während der Kalifate ihres Vaters und dessen Nachfolger hatte sich Aischa weitgehend aus der Politik herausgehalten. Erst der wachsenden Rebellion gegen den dritten Kalifen galt ihre Sympathie und sie unterstützte die Aufrührer. Nach dem Mord an dem Kalifen änderte sie jedoch ihre Haltung vollständig und forderte jetzt unnachgiebige Rache für seinen Tod. Zusammen mit Talha b. Ubaidallah und Abdallah ibn az-Zubair, zwei ehemaligen Gefährten Mohammeds, förderte sie 656 eine Aufruhr gegen den vierten Kalifen, Ali, einen Vetter ihres verstorbenen Mannes. Der Kalif jedoch schlug in der sogenannten „Kamelschlacht“ bei Basra den Aufstand nieder und nahm unter anderem Aischa gefangen. Er begnadigte sie später und befahl sie nach Medina, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 678 lebte. Sie soll kurz vor ihrem Tode entschieden haben, neben den anderen Frauen Mohammeds beigesetzt zu werden. Damals war sie rund 66 Jahre alt.
Aischa wird indirekt im Koran an mehrere Stellen erwähnt: Unter anderem gab es einen Vorfall, bei dem sie auf einer Reise nach einer Rast versehentlich von ihrer Karawane zurückgelassen und danach von Beduinen der Unzucht beschuldigt wurde. Mohammed erhielt dazu von Allah eine spezielle Offenbarung (Sure 24, Verse 11 ff.) in welcher Allah für die Unschuld Aischas in diesem Falle einsteht.
Für die Sunniten gehört sie zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Islams. Für sie ist Aischa ein Vorbild an Frömmigkeit, eine Übermittlerin der Hadithen (Aussprüche und beispielhafte Taten des Propheten) und eine Autorität in der Auslegung des Korans. Sie wird - wie auch die anderen Frauen Mohammeds - als "Umm al Mu'mineen" (Mutter der Gläubigen) bezeichnet.
Von den Schiiten dagegen wird sie aufgrund ihrer Intrigen gegen Ali und gegen Muhammads Tochter Fatima als eifersüchtig und boshaft verachtet. Sie bezeichnen Aischa als eine Feindin Gottes, von der es sich zu distanzieren gilt und gegen die in aller Öffentlichkeit rituelle Verfluchungen ausgesprochen werden (baraa).
Nach der muslimischen Überlieferung wurden einige Verse des Koran eigens ihr zu Liebe geoffenbart, um sie vom Vorwurf des Ehebruchs frei zu sprechen.
Weblinks
- Hadithe zum Heiratsalter aus dem Sahīh des Buchārī: [http://cwis.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/bukhari/062.sbt.html#007.062.064], [http://cwis.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/bukhari/062.sbt.html#007.062.065], [http://cwis.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/bukhari/062.sbt.html#007.062.088] (englisch)
- Hadithe zum Heiratsalter aus dem Sahīh des Muslim ibn al-Haddschādsch: [http://cwis.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/muslim/008.smt.html#008.3309], [http://cwis.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/muslim/008.smt.html#008.3310], [http://cwis.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/muslim/008.smt.html#008.3311] (englisch)
Aischa bint Abi Bakr
Aischa bint Abi Bakr
Aischa bint Abi Bakr
Aischa bint Abi Bakr
ja:アーイシャ
th:อาอิชะหฺ
MuawiyaMuˁāwiya ist der Name zweier Kalifen der Umayyaden:
- Muawiya I., regierte von 661-680
- Muawiya II., regierte von 683-684
9. DezemberDer 9. Dezember ist der 343. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 344. in Schaltjahren) - somit bleiben 22 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
Schaltjahren
- 656 - In der Schlacht der Kamele besiegt Kalif Ali ibn Abi Talib die Opposition unter der Führung der Prophetenwitwe Aischa.
- 1687 - Als Dank für die Befreiung von der osmanischen Herrschaft krönen die Ungarn den Habsburger Joseph I. zum König.
- 1903 - In Norwegen wird eine Gesetzesvorlage zur Einführung des Frauenwahlrechts abgelehnt.
- 1946 - Im Nürnberger Ärzteprozess verurteilt der Erste Amerikanische Militärgerichtshof sieben der 23 Angeklagten zum Tode, und weitere neun zu langen Freiheitsstrafen.
- 1949 - Im ersten Prozess gegen Sowjetbürger in einem kommunistischen Land verurteilt ein jugoslawisches Gericht zehn sowjetische Staatsbürger wegen Kollaboration während des 2. Weltkrieges
- 1961 - Tansania (Tanganjika, bis 1918 Deutsch-Ostafrika) erlangt die Unabhängigkeit von Großbritannien.
- 1962 - In der Hauptstadt Tansanias, Dar es Salaam, wird die Republik proklamiert; erster Präsdident ist Julius K. Nyerere.
- 1966 - Barbados wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1971 - Vereinigte Arabische Emirate werden Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1998 - Ruth Dreifuss wird als erste Frau von der Vereinigten Bundesversammlung in Bern zur Bundespräsidentin der Schweiz für das Jahr 1999 gewählt.
Wirtschaft
- 2004 - Günther Hanreich wird von der EU-Kommission als Generaldirektor und damit Chef des EU-Statistikamtes Eurostat vorgeschlagen und wird damit ranghöchster österreichischer Beamter in der Kommission.
Wissenschaft, Technik
- 1954 - Die längste europäische Hängebrücke wird in Köln-Rodenkirchen über dem Rhein freigegeben.
- 1983 - Der erste westdeutsche Raumfahrer Ulf Merbold landet mit der Raumfähre Columbia in der Mojave-Wüste.
Kultur
- 1813 - Romeo und Julia von Carl Maria von Weber wird zum Benefiz für Franz Rudolf Bayer uraufgeführt.
- 1828 - Uraufführung der Oper Clari von Fromental Halévy am Théâtre-Italienne in Paris.
- 1836 - Uraufführung der Oper Ein Leben für den Zaren (Orig.: Iwan Susanin) von Michail Iwanowitsch Glinka an der Hofoper in Sankt Petersburg.
- 1865 - Uraufführung der Oper Le Voyage en Chine von François Bazin an der Opéra-Comique in Paris.
- 1905 - An der Dresdner Hofoper wird die Oper Salome von Richard Strauss uraufgeführt.
- 1918 - Tristan Tzara veröffentlicht das "Manifest des Dadaismus von 1918"
- 1922 - In München findet die Uraufführung des Karl-Valentin-Stücks "Der Firmling" statt.
- 1994 - Astrid Lindgren erhält den alternativen Nobelpreis
Religion
- 1905 - Unter anderem auch als Folge der Dreyfus-Affäre kündigt die französische Regierung mit dem "Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat" das Konkordat von 1802 mit dem Vatikan einseitig auf.
- 2003 - Ernennung von Jörg Michael Peters zum Weihbischof im Bistum Trier und Titularbischof von Fordongianus/Forum Traiani auf Sizilien.
Katastrophen
- 1956 - Vancouver, British Columbia, Kanada. Ein kanadisches Verkehrsflugzeug zerschellt an einem Berg. 62 Personen sterben.
- 1966 - Im Sturm sinkt das griechische Fährschiff "Iraklion". 217 Tote.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1392 - Peter von Portugal, Prinz von Portugal aus dem Hause Avis und erster Herzog von Coimbra
- 1608 - John Milton, englischer Dichter
- 1652 - August Quirinus Rivinus, deutscher Mediziner und Botaniker
- 1684 - Abraham Vater, Mediziner und Philosoph
- 1687 - Antonio Ferrante Gonzaga, Herzog von Guastalla
- 1717 - Johann Joachim Winckelmann, deutscher Altertumsforscher
- 1728 - Pietro Alessandro Guglielmi, italienischer Komponist
- 1742 - Karl Wilhelm Scheele, schwedischer Apotheker
- 1842 - Peter Kropotkin, russischer Revolutionär
- 1850 - Emma Abbott, US-amerikanische Opernsängerin
- 1854 - Pekka Juhani Hannikainen, finnischer Komponist
- 1856 - Ernst Brenner, schweizerischer Politiker
- 1868 - Fritz Haber, deutscher Chemiker und Nobelpreisträger
- 1883 - Alexandros Papagos, griechischer Politiker und Regierungschef
- 1885 - Grete Wiesenthal, österreichische Tänzerin
- 1890 - Nikolai Iljitsch Aladow, russischer Komponist
- 1892 - Beatrice Harrison, englische Cellistin
- 1893 - Dom Paul Benoît, luxemburgischer Komponist
- 1901 - Ödön von Horváth bedeutender österreichischer Schriftsteller
- 1909 - Douglas Fairbanks Jr., US-amerikanischer Schauspieler
- 1915 - Elisabeth Schwarzkopf, deutsche Sängerin
- 1916 - Wolfgang Hildesheimer, deutscher Schriftsteller
- 1916 - Kirk Douglas, US-amerikanischer Schauspieler
- 1917 - James Rainwater, US-amerikanischer Physiker
- 1919 - William Lipscomb, US-amerikanischer Physikochemiker
- 1919 - Johannes Groesdonk, deutsch-katholischer Nazi-Gegner
- 1919 - Ilse Decho, deutsche Glas- und Porzellangestalterin
- 1926 - Erhard Eppler, deutscher SPD-Politiker
- 1926 - Henry W. Kendall, US-amerikanischer Physiker
- 1929 - John Cassavetes, US-amerikanischer Regisseur
- 1929 - Robert Hawke, australischer Jurist, Politiker und Regierungschef
- 1930 - Felicia Langer, polnische Schriftstellerin
- 1932 - Donald Byrd, US-amerikanischer Musiker
- 1932 - Junior Wells, US-amerikanischer Musiker
- 1934 - Judi Dench, britische Schauspielerin
- 1934 - Morten Grunwald, dänischer Schauspieler
- 1938 - David Houston, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1940 - Sam Strain, US-amerikanischer Sänger
- 1941 - Beau Bridges, US-amerikanischer Schauspieler
- 1943 - Rick Danko, kanadischer Musiker und Sänger (The Band)
- 1943 - Michael Krüger, deutscher Schriftsteller und Verleger
- 1943 - Kenny Vance, US-amerikanischer Sänger
- 1944 - Shirley Brickley, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Neil Innes, britischer Musiker und Sänger und Songschreiber für Monty Python
- 1945 - Andrew Birkin, britischer Drehbuchautor und Regisseur
- 1946 - Sonia Gandhi, indische Politikerin
- 1948 - Dennis Dunway, US-amerikanischer musiker (Alice Cooper)
- 1948 - Gioconda Belli, nicaraguanische Schriftstellerin und Lyrikerin
- 1950 - Joan Armatrading, britische Sängerin und Songschreiberin
- 1950 - Wolfgang Fierek, deutscher Schauspieler
- 1951 - Angelika Milster, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1953 - John Malkovich, US-amerikanischer Schauspieler
- 1954 - Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Politiker
- 1955 - Anne Haigis, deutsche Musikerin und Sängerin
- 1956 - Sylvia, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1957 - Steve Askew, britischer Musiker (Kajagoogoo)
- 1957 - Donny Osmond, US-amerikanischer Musiker und Sänger der "Osmonds"
- 1958 - Despina Pajanou, griechisch-deutsche Schauspielerin
- 1963 - Surab Schwania, Premierminister Georgiens
- 1964 - Paul Landers, deutscher Musiker
- 1964 - Hape Kerkeling, deutscher Schauspieler
- 1964 - Johannes B. Kerner, deutscher TV-Moderator
- 1969 - Jakob Dylan, US-amerikanischer Musiker
- 1969 - Bixente Lizarazu, französischer Fußballspieler
- 1972 - Fabrice Santoro, französischer Tennisspieler
- 1978 - Gaston Gaudio, argentinischer Tennisspieler
Gestorben
- 1048 - Al-Biruni, Gelehrter und Astronom ( - 4. September 973 in Kath)
- 1292 - Musaichiddin Saadi, persischer Dichter und Philosoph ( - 1215)
- 1625 - Ubbo Emmius, deutscher Theologe, Historiker, Pädagoge und Gründungsrektor der Universität Groningen (Niederlande) ( - 1547)
- 1669 - Klemens IX., Papst seit 1667 ( - 28. Januar1600)
- 1718 - Vincenzo Coronelli, italienischer Kartograf und Globenbauer ( - 16. August1650 in Venedig)
- 1798 - Johann Reinhold Forster, deutscher Naturforscher und Schriftsteller ( - 22. Oktober1729)
- 1851 - Ramón Freire y Serrano, chilenischer Offizier und Staatspräsident
- 1867 - Johann Nikolaus von Dreyse, deutscher Erfinder, Konstrukteur und Unternehmer ( - 20. November 1787)
- 1871 - Josef Mánes, in Prag; tschechischer Maler und Graphiker ( - 12. Mai1820)
- 1882 - Hugh Allan, kanadischer Unternehmer ( - 1810)
- 1885 - Hermann Heinrich Becker, in Köln; deutscher Politiker und Publizist ( - 15. September1820)
- 1903 - Adolph von Hansemann, deutscher Unternehmer und Bankier
- 1913 - Franz Kullak, deutscher Pianist und Komponist
- 1916 - Soseki Natsume, in Tokyo; japanischer Schriftsteller ( - 5. Januar1867)
- 1932 - Karl Blossfeldt, in Berlin; deutscher Maler und Kunstpädagoge ( - 13. Juni 1865)
- 1933 - Julius Falkenstein, in Berlin; deutscher Filmschauspieler ( - 25. Februar 1879)
- 1937 - Nils Gustav Dalén, schwedischer Physiker und Ingenieur ( - 30. November 1869)
- 1937 - Andrzej Strug, polnischer Schriftsteller ( - 28. November 1873)
- 1945 - Hans Dominik, deutscher Schriftsteller (tech. Zukunftsliteratur), Journalist und Ingenieur ( - 15. November 1872)
- 1946 - Schakib Arslan, libanesischer Schriftsteller und Politiker ( - 15. Dezember 1869)
- 1947 - Hanns Ludin, SA-Obergruppenführer und Botschafter der Slowakei
- 1954 - Josef Escher, schweizerischer Politiker ( - 17. September 1885)
- 1959 - Henri Vidal, französischer Filmschauspieler ( - 26. November 1919)
- 1964 - Viktor Agartz, deutscher Gewerkschafter und Wirtschaftspolitiker ( - 15. November 1897)
- 1971 - Ralph Johnson Bunche, US-amerikanischer Politiker und Diplomat ( - 7. August 1904)
- 1975 - William A. Wellman, US-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler und Produzent ( - 29. Februar 1896)
- 1990 - Anton Graf Bossi Fedrigotti, österreichischer Autor
- 1991 - Berenice Abbott, US-amerikanische Fotographin ( - 17. Juli 1898)
- 1994 - Max Bill, schweizerischer Architekt, Bildhauer und Maler ( - 22. Dezember 1908)
- 2004 - Sergei Woitschenko, in Minsk; belarussischer Künstler und Designer ( - 15. November 1955)
Feier- und Gedenktage
- Tag des Seligen Liborius Wagner
Siehe auch
- 8. Dezember - 10. Dezember
- 9. November - 9. Januar
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1209
ja:12月9日
ko:12월 9일
simple:December 9
th:9 ธันวาคม
Syrien
Die Arabische Republik Syrien ( al-Dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sūriyya) ist ein autoritär geführter Staat in Vorderasien. Sie grenzt an Israel, den Libanon, die Türkei, den Irak, Jordanien und das Mittelmeer. Syrien kommt von "sūrī" und heißt übersetzt etwa "Land der Rosen". Nach der syrischen Hauptstadt Damaskus ist auch die in der Parfümherstellung verwendete Damaszenerrose benannt. Eine andere Meinung zu der Namensableitung ist die nach dem alten Reich Assyrien, dessen Kern aber in Mesopotamien lag.
Geografie
Landschaft und Wüsten
Syrien erreicht auf etwa 150 Kilometer die Ostküste des Mittelmeeres, direkt nördlich des kleinen Staates Libanon.
Entlang dieser Küste erstreckt sich eine schmale Ebene. Parallel zu ihr verläuft - in etwa 20 km Abstand zur Küste - das Alawiten-Gebirge, dessen Ostabhang steil zur fruchtbaren Orontes-Ebene abfällt. Eine von Norden nach Süden verlaufende Gebirgskette trennt das Orontes-Tal von der syrischen Hochebene. Diese wird weiter südlich vom Antilibanon-Gebirge mit dem 2.814 Meter hohen, mit Schnee bedeckten Gipfel des Hermon (arab.: , Dschabal asch-Schaich) gegen Westen abgeschirmt. Hier entspringen kleinere Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen und Oasenbildung ermöglichen; darunter der Barada, der die Damaskus umgebende Oase Ghuta bewässert.
Auf der Hochebene im Osten und Südosten Syriens dehnt sich die Syrische Wüste, die in ihrem Zentrum von kleineren Hügelketten unterbrochen wird und allmählich gegen die Euphratsenke abfällt. Im Nordosten Syriens durchschneidet der Euphrat die Nordausläufer der Wüste Shamiyah; an sie schließt sich eine fruchtbare Ebene, die Dschezire, an. Im Südosten erhebt sich das vulkanische Massiv des Hauran mit dem Dschabal ad-Druz (Jabal ad Duruz, 1.735 Meter) als Mittelpunkt und der westlich gelegenen Hauran-Ebene. Die bedeutendsten Flüsse Syriens sind der Euphrat (676 Kilometer) und der Orontes (325 Kilometer).
Klima
Das Klima ist subtropisch, trocken und warm. Im Osten herrscht heißes, trockenes kontinentales Steppen- und Wüstenklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag unter 150 Millimeter. Im Westen an der Küste ist Mittelmeerklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 600 bis 800 Millimeter.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Aleppo 2.139.714 Einwohner, Damaskus 1.576.797 Einwohner, Homs 735.871 Einwohner, Latakia 431.606 Einwohner und Hama 348.862 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Syrien
Tier- und Pflanzenwelt
Die Tier- und Pflanzenwelt Syriens ist durch die jahrtausendelange Besiedelung des Landes stark verarmt. Außer Nutztieren gibt es keine größeren Säugetiere mehr. Selbst Dromedare findet man heute kaum noch. Lediglich die Vogelwelt ist noch vielfältig. 354 Vogelarten wurden in Syrien dokumentiert. Syrien ist ein wichtiges Durchzugsland für Zugvögel. Bemerkenswert sind erst im Jahre 2002 in Syrien wiederentdeckte Waldrappen, die zu den gefährdetsten Vogelarten überhaupt zählen. Die natürliche Pflanzenwelt ist durch Abholzung und Überweidung schon seit dem Altertum stark degradiert. Wald findet man kaum noch im Lande. Die Aleppokiefer und die Libanonzeder kommen noch in Restbeständen vor. Dagegen sind Öl- und Feigenbäume häufig angepflanzt zu finden.
Bevölkerung
Feigenbäume
Die mehrheitsbevölkerung in syrien bilden araber , zweitgrößte volksgruppe bilden die kurden , laut angeblich syrischen geheimdokumenten , sollen bei der letzen volkszählung 1999 2,8 millioen in syrien gelebt haben , daneben leben noch armenier und assyrer im land
Etwa 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime; rund 3 % sind Alawiten, 2 % sind Drusen und gut 1 % sind schiitische Ismaeliten oder seltener Imamiten; etwa 6 % sind Christen verschiedener Konfessionen. Die meisten sind syrisch-orthodox, die Maroniten etwas über 2 %, nämlich rund 424.000. - [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scsy1.html] Andere bekennen sich zur Armenische Apostolischen Kirche und der mit Rom unierten Syrisch-Katholische und Griechisch-Katholoischen Kirchen. Gläubige der alten apostolischen Kirche des Ostens und der Assyrischen Kirche des Ostens zählen um die 30.000 und leben Hauptsächlich um den Fluss Khabur im mesopotamischen Teil Syriens. Die wenigen Hundert noch in Syrien verbliebenen Juden leben überwiegend in den Städten, erwähnenswert ist auch die 12.000 starke yezidische gemeinde.
Daneben gibt es zahlreiche arabisch-sprachige Flüchtlinge: 482.000; davon 476.000 Palästinenser und 170.000 Binnenflüchtlinge (Ende 2002) sowie ca. 40.000 chaldo-asssyrische Flüchtlinge aus dem Irak.
Die Bevölkerung Syriens ist im Laufe des 20. Jahrhunderts sehr stark gewachsen. Nach dem 1. Weltkrieg betrug die Bevölkerung wohl nicht viel mehr als 1.500.000 Menschen. Um 1970 war sie dann auch auf rund 6.000.000, etwa das vierfache, angewachsen. Heute ist sie mit 18.000.000 etwa zwölf mal so groß wie nach dem 1. Weltkrieg.
Auffällig ist auch, dass es mehr als 15 Millionen Syrer außerhalb Syriens gibt. Dies ist zum Vergleich zu der Einwohnerzahl eine enorm hohe Zahl.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Syriens
Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1946
Syrien wurde nacheinander von den Kanaanäern, Hurritern, Phöniziern, Hebräern, Aramäern, Assyrern, Babyloniern, Persern, Griechen und Nabatäern beherrscht, ehe es 64 v. Chr. römische Provinz wurde. 395 fiel es ans Byzantinische Reich.
Im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Arabern erobert (Eroberung Damaskus' im Jahre 635). Unter den Umayyaden war Damaskus von 661 bis 750 Sitz des Kalifen. Nach der Eroberung durch die Mamluken 1260 und den Kreuzzügen wurde es schließlich 1517 Teil des Osmanischen Reichs.
1920 errichtete König Faisal, der dritte Sohn des Scherifen von Mekka ein unabhängiges arabisches Königreich Syrien, dessen Grenzen größtenteils auf das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 zurückgingen. Bereits wenige Monate später wurde er von Frankreich gestürzt. Französische Truppen besetzten das Land, und der Völkerbund stellte Syrien und den Libanon gemäß der Konferenz von San Remo unter französisches Mandat.
Ursprünglich wollte Frankreich keinen geeinten syrischen Staat, sondern beabsichtigte eine Aufteilung in vier Staaten mit eigener Regierung, wobei religiöse und konfessionelle Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollten.
Diese Absichten lösten Mitte 1925 einen Aufstand der Drusen aus, worauf Frankreich mit Bombardierungen reagierte. Der wachsende innere und auch äußere Druck (seitens Großbritanniens) führten schließlich dazu, dass zunächst die Gebiete um Damaskus und Aleppo zum Staat Syrien zusammengeschlossen wurden. Neben der Zulassung von politischen Parteien wurde auch eine Verfassung ausgearbeitet. 1937 kamen die Gebiete um Latakia und der Drusenstaat zum Staatsgebiet hinzu.
In Anlehnung an das Abkommen zwischen dem Irak und Großbritannien von 1922 wurde 1936 ein Vertrag mit Frankreich geschlossen, in dem die Unabhängigkeit Syriens in Aussicht gestellt wurde. Dieser Vertrag wurde von Frankreich allerdings nicht ratifiziert.
1939 trat Frankreich das Gebiet um Alexandrette an die Türkei ab - offenbar, um die Türkei als Verbündeten im Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Nachdem Paris von deutschen Truppen besetzt worden war und die französische Verwaltung sich auf die Seite des Vichy-Regimes unter Marschall Pétain geschlagen hatte, marschierten "freifranzösische" Truppen in Syrien ein. Im Auftrag Charles de Gaulles wurde das Mandat für beendet und Syrien 1944 für unabhängig erklärt. Es folgte später die Anerkennung durch die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Großbritannien.
1945 wurde Syrien Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.
Frankreich war jedoch immer noch militärisch präsent, was zu antifranzösischen Demonstrationen führte und in der französischen Bombardierung von Damaskus gipfelte. Nachdem der britische Premierminister Winston Churchill mit der Entsendung von Truppen gedroht und die Vereinten Nationen Frankreich zum Rückzug aufgefordert hatten, lenkte Frankreich ein: bis zum 17. April 1946 hatten die letzten französischen Truppen das Land verlassen.
Die Syrische Arabische Republik
Am 17. April 1946 wird die Syrische Arabische Republik ( al-dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sūriyya) ausgerufen. Seither ist der 17. April syrischer Nationalfeiertag.
Die ersten Jahre der jungen Republik sind durch politische Instabilität und Regierungskrisen gekennzeichnet. Dazu trägt auch die Niederlage im ersten Palästinakrieg 1948 bei.
Der Aufstieg des Panarabisten Gamal Abdel Nassers in Ägypten nährt auch in Syrien Hoffnungen auf die Schaffung eines gemeinsamen arabischen Staats. Im Vorfeld des Sueskriegs bilden beide Länder ein gemeinsames Oberkommando; nach schweren Spannungen zwischen der Ba'ath-Partei und der Kommunistischen Partei wird aus Furcht einer kommunistischen Machtübernahme eine Delegation nach Ägypten entsendet, wo die Vereinigung der beiden Staaten beschlossen wird.
Am 1. Februar 1958 wird der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) bekanntgegeben.
Da von Anfang an die ägyptische Seite dominiert und die wichtigsten Politikbereiche bestimmt, wächst die Unzufriedenheit in Syrien. Hinzu treten wirtschaftliche Probleme. Ein Putsch syrischer Offiziere im September 1961 bedeutet schließlich das Ende der Vereinigten Arabischen Republik. Nach einem weiteren Putsch im Mai 1963 erlangt die Ba'ath-Partei zum ersten Mal die Macht in Syrien, die jedoch weiterhin zerstritten ist.
Nach dem verlorenen Sechs-Tage-Krieg gegen Israel im Juni 1967 und dem Verlust des Golans folgt eine Phase, die von allgemeiner Niedergeschlagenheit gekennzeichnet ist.
Hafiz al-Assad
Aus den jahrelangen Machtkämpfen innerhalb der Ba'ath-Partei tritt am 16. November 1970 schließlich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Assad, unter Salah Dschadid noch Verteidigungsminister, lässt den Altpräsidenten und einige seiner Anhänger verhaften, nachdem er selbst einst aus politischen Gründen einige Zeit im Gefängnis verbringen musste. 1971 lässt er sich mit 99,2 Prozent der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspräsidenten wählen; im selben Jahr wird er Generalsekretär der Ba'ath-Partei.
1973 wird eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Position des Staatspräsidenten weiter aufgewertet wird. Des weiteren soll die Schari'a fortan eine der Hauptgrundlagen der Gesetzgebung sein.
Außerdem wird festgelegt, dass der Staatspräsident Muslim sein muss, um die Sunniten zu beruhigen, denen die Alawiten, zu denen auch al-Assad gehört, zu mächtig geworden waren.
Im Oktoberkrieg von 1973 gelingt es der syrischen Armee, einen kleinen Teil der von Israel besetzten Golanhöhen zurückzuerobern.
Ein Kennzeichen von Assads Politik ist die Unterdrückung der islamistischen Opposition. Es kommt unter anderem zu Terroranschlägen, die auf das Konto der Muslimbrüder gehen. Nach einem weiteren Anschlag in der Militärakademie 1979, dem 50 alawitische Kadetten zum Opfer fallen, geht die Regierung verschärft gegen die Muslimbrüder vor.
Zu einem folgenschweren Aufstand, wiederum von Muslimbrüdern initiiert, kommt es im Februar 1982 in der mittelsyrischen Stadt Hama. Die Armee greift mit Panzern und Luftwaffe ein, es kommt zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf große Teile der Altstadt zerstört werden. Etwa 1.000 Soldaten und zwischen 10.000 und 30.000 Zivilisten verlieren ihr Leben (Siehe Demozid).
Der Niederschlagung des Aufstands folgt eine umfangreiche Verhaftungswelle, die der fundamentalistischen Opposition das Rückgrat bricht. In der Folge ist al-Asads Machtposition sehr stark und kaum gefährdet.
1994 kommt Assads ältester Sohn Basil, der sein Nachfolger werden sollte, bei einem Autounfall in der Nähe des Flughafens von Damaskus ums Leben.
Baschschār al-Assad
Nach dem Tod des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad am 10. Juni 2000 wird am 10. Juli 2000 sein zweitjüngster Sohn Baschschār al-Assad mit einer Mehrheit von 97,29 % (offizielles Wahlergebnis) zum nächsten Präsidenten gewählt.
Baschschār gilt als liberaler als sein Vater, da er unter anderem in London studierte und auch dort heiratete. Erstes Anzeichen eines neuen politischen Kurses war die Freilassung von 600 politischen Gefangenen im November 2000.
Allgemein erhofft sich die Bevölkerung eine weitere Öffnung des Landes, wie sie von Hafiz al-Assad in den 1990er Jahren begonnen wurde. Unter Baschar wurde unter anderem die Benutzung des Internets erlaubt.
Allerdings kam es im September 2001 erneut zu einer Inhaftierungswelle gegen bekannte Oppositionelle. Im Frühjahr 2004 wurden nach Demonstrationen und Zusammenstößen mit den Sicherheitsdiensten hunderte syrischer Kurden, darunter auch Kinder, verhaftet.
Im Februar 2005 wurde in Beirut ein Autobombenanschlag auf Rafiq Hariri, den ehemaligen und langjährigen Regierungschef des Libanon verübt. Da es Hinweise auf Geheimdienst-Aktivitäten gab, wächst in jüngster Vergangenheit der Druck auf Syrien. Insbesondere die USA machen dessen Führung für das Attentat verantwortlich. Doch auch Frankreich fordert von Syrien die volle Souveränität Libanons zurück.
Im Mai 2005 gab Präsident Assad diesen Forderungen teilweise nach.
Neuere Politik
Verhältnis zu Israel
In Folge des Sechstagekrieges im Jahr 1967 besetzte Israel die Golan-Höhen, von wo immer wieder syrischer Beschuss erfolgt war. Seit damals herrscht zwischen den beiden Ländern lediglich ein Waffenstillstand, Syrien erkennt den israelischen Staat nicht an (zum Beispiel ist in seinen Atlanten nur von "Palästina" die Rede). Der Abschluss eines Friedensvertrags, der eine völkerrechtliche Anerkennung beinhalten könnte, ist für die syrische Seite eng an die Rückgabe der Golanhöhen geknüpft, die wiederum für Israel von immenser strategischer Wichtigkeit sind.
Anderseits beschuldigt Israel die syrische Regierung, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. Im Oktober 2003 flog die israelische Luftwaffe einen Angriff gegen ein vermutetes Terroristen-Ausbildungslager südlich von Damaskus, der von vielen Staaten verurteilt wurde.
Verhältnis zu Libanon, USA und UNO
Syrien betrachtete sich lange als Schutzmacht des kleinen Nachbarstaates, der fast die gesamte Landgrenze mit Syrien gemeinsam hat. Die langjährige Besetzung größerer Teile des Libanon galt offiziell als Unterstützung gegen Israel und wurde von der pro-syrischen Regierung des Omar Karame bis zuletzt befürwortet. Die letzten Einheiten der syrischen Armee verließen den Libanon Ende April 2005, als es dort nach dem Mord an Expremier Rafik Hariri (14. Februar) schwere Vorwürfe an den syrischen Geheimdienst und tagelange Massenproteste gab. Sie führten auch zum Rücktritt der Regierung Karame.
Im April 2005 beauftragte die UNO ihren Spitzendiplomaten Detlev Mehlis, den bis dato ungeklärten Mord in Beirut an Ex-Premier Hariri zu untersuchen. Am 20. Oktober 2005 berichtete Mehlis dem Sicherheitsrat über eine klare Mittäterschaft syrischer Geheimdienstkreise an dem Anschlag in Beirut, bei dem außer Hariri 21 Menschen umkamen. Syrien hatte eine Verwicklung stets verneint und sprach von einem Komplott des Westens - insbesondere weil die USA auch Kontakte zu den Attentätern vom 11/9 vermuteten. Siehe [http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1129873265707&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263 Chronik der Ereignisse].
Am 31. Oktober forderte der Sicherheitsrat in einer einstimmigen Resolution von Syrien volle Kooperation zur Aufklärung des Hariri-Mordes. Er verzichtete zwar auf die lange diskutierten Sanktionen, behielt sich aber weitere Schritte und eine Untersuchung von UNO-Ermittlern vor. Die Hauptforderung war, es müssten alle verdächtigen Personen vernommen werden, zu denen auch Bruder und Schwager des syrischen Präsidenten Assad gehören.
Laut UN-Chefermittler Mehlis (siehe 20.Oktober) habe Syrien "bisher den Daumen auf viele wichtige Informationen gehalten" und ihn an Befragungen gehindert. Die von USA, England und Frankreich eingebrachte Resolution wurde nach Abmilderung einstimmig beschlossen und verpflichtet alle Staaten, Verdächtigen die Einreise zu verweigern und ihre Bankguthaben einzufrieren. Während Syriens Außenminister al-Sharaa in New York einen Eklat verursachte und in Damaskus gegen die Resolution demonstriert wurde, stimmten ihr der Libanon und auch arabische Staaten zu. [http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=356&Alias=wzo&cob=205315 Weblink].
Die Abmilderung des vom Westen eingebrachten Resolutionsentwurfs war auf Druck Russlands und Chinas erfolgt. So wurde auf die offene Androhung von Sanktionen gegen Syrien verzichtet, doch behielt sich der Sicherheitsrat "weitere Maßnahmen" vor, falls sich Syrien nicht an die Vorgaben hält. Auch die Aufforderung an die syrische Führung, jede Unterstützung des Terrorismus zu beenden, wurde gestrichen.
Die heftige Protestwelle in Syrien gegen die UNO-Beschlüsse und die USA wurde vom Westen als gesteuert angesehen. Auch die Reden des syrischen Außenministers trugen zur weiteren Isolierung des Landes bei, von dem erst kurz zuvor strengere Grenzkontrollen zum Irak und gegen den Übertritt von Terroristen gefordert worden waren.
Verwaltungsgliederung
Syrien ist seit 1987 in 14 Gouvernorate (muhafazat, singular: muhafazah) unterteilt, die nach dem jeweiligen Hauptort benannt sind:
Anteile an der Syrischen Wüste haben die Regionen Nr. 2, 6 (jeweils Ostteil) und vor allem 13; weitere Wüstengebiete liegen in den Gouvernoraten Nr. 12 und 14.
Der Bezirk Qunaitra (Kuneitra) auf den Golanhöhen ist seit 1967 größtenteils von Israel besetzt. Die Region um Iskenderūn (Alexandrette), bis zur Eingliederung in die Türkei Sandschak Alexandrette genannt, gehört seit 1939 zur Türkei, wird allerdings ebenfalls von Syrien beansprucht.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft kann unter günstigen Bedingungen bis zu einem Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen und ist für das Land extrem wichtig. Erdöl, Textilien und Nahrungsmittel sind Syriens Hauptexportgüter, welche Syrien eine positive Handelsbilanz bescheren.
Der Tourismus beschränkt sich hauptsächlich auf Kultur- und Sprachtouristen, obwohl es eine gewisse touristische Infrastruktur und fast 200 km Küste gibt. Wichtige Industriegebiete sind die Regionen um Aleppo, Damaskus und das Gebiet zwischen Homs und Hama.
Die syrische Wirtschaft ist stark vom Export von Erdöl abhängig. Sie machen 70 Prozent der Exporterlöse aus und aus ihnen speist sich die Hälfte des Budgets.
Da das Erdöl in Syrien vermutlich in einigen Jahren ausgehen will und die syrischen Machthaber eine breiter diversifizierte Wirtschaft errichten wollen, streben sie einen Strukturwandel und den Umbau zu einer funktionierenden Marktwirtschaft an. Dieser soll mit jährlichen Privatinvestitionen von bis zu fünf Mrd. Dollar, Zusatzeinnahmen aus dem Ölexport und Investitionen aus dem Ausland finanziert werden. Die Wirtschaftspolitiker sehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren die beste Gelegenheit für Strukturänderungen. Zu den im neuen Fünfjahresplan festgeschriebenen weitrechenden Veränderungen gehört unter anderem eine umfassende Steuerreform, Privatisierung, der Abbau von Monopolen, Deregulierung wichtiger Sektoren und die Reduzierung des öffentlichen Sektors.
Der Internationale Währungsfond lobte die Bemühungen der syrischen Wirtschaftspolitiker bereits, vor allem die Anpassung des syrischen Pfunds an einen realistischen Wechselkurs.
Kultur
Sport
siehe Hauptartikel Syrischer Fußball
Feiertage
In Syrien gibt es wie in Deutschland sowohl staatliche als auch religiöse Feiertage. Grundlage für die staatlichen Feiertage ist dabei wie in mittlerweile fast allen arabischen Ländern die christliche Zeitrechnung, für die islamischen Feiertage die Hidschra-Zeitrechnung nach dem Mondkalender. Da das Mondjahr elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, „wandern“ die islamischen Feiertage jedes Jahr entsprechend „nach vorn“. Hier eine Übersicht über die Feiertage 2005, die veränderlichen Feiertage sind mit einem Stern ( - ) gekennzeichnet:
- Christliches Neujahr (ʿĪd ra's as-sana al-mīlādiyya): 1. Januar
- Opferfest (ʿĪd al-adhā): 21. Januar -
- Islamisches Neujahr (ʿĪd ra's as-sana al-hidschriyya), 1426: 10. Februar -
- Tag der Revolution (Thaurat ath-thāmin min ādār): 8. März
- Muttertag (ʿĪd al-umm): 21. März
- Katholische Ostern (ʿĪd al-fash): 27. März -
- Tag des Truppenabzugs (ʿĪd al-dschala'), Nationalfeiertag: 17. April
- Geburtstag des Propheten Muhammad (ʿĪd al-maulad an-nabawī asch-scharīf): 21. April -
- Tag der Arbeit (ʿĪd al-'ummāl al-'ālamī): 1. Mai
- Orthodoxe Ostern (ʿĪd al-fash): 1. Mai -
- Märtyrertag (Dhikrī asch-schuhadā'): 6. Mai
- Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-fitr), Ende des Ramadan: 3. November -
- Weihnachten (ʿĪd al-mīlād al-madschid): 25. Dezember
(Quelle: US-Botschaft in Damaskus, http://damascus.usembassy.gov/wwwhholi.html)
Bekannte Syrer
Weblinks
- [http://www.travel-images.com/syria.html Syrien - Bilder]
- [http://www.arte-tv.com/de/GALLERIE_20PHOTO_20_3A/184466,CmC=486468,CmPage=184466,CmPart=com.arte-tv.www,view=introduction.html Syrien auf dem Schachbrett des Nahen Ostens]
- [http://www.spirit-of-the-moment.com/compositions/Syrien/index.html Reisebilder sortiert nach Themen und Orten aus Syrien, Jordanien und dem Libanon]
Kategorie:Staat
Kategorie:Nahost
Kategorie:Mittelmeer
ja:シリア
ko:시리아
ms:Syria
simple:Syria
th:ประเทศซีเรีย
zh-min-nan:Syria
Austrasien
Austrasien (auch Austrien) bezeichnete den östlichen Teil des Frankenreiches zur Zeit der Merowinger, im Gegensatz zu Neustrien (dem Westreich). Austrasien (also Land im Osten) war seit Chlodwigs I. Tod (511) bis zu Pippin dem Jüngeren meist ein selbständiges Königreich mit der Hauptstadt Metz. Das Gebiet umfasste die Gebiete um Rhein, Maas und Mosel und neben Metz die Orte Reims, Köln und Trier mit Einfluss bis nach Thüringen und Bayern. Unter den Nachkommen Karls des Großen ging der Name Austrasien in Deutschland, der von Neustrien in Frankreich auf.
Herzöge und Könige Austrasiens
- ??? - 448 Chlodwig Der Ripuarier
- 448 - 483 Childebert
- 483 - 509 Sigebert Der Lahme
- 509 - 509 Chloderich Der Parasit
- 509 - 511 Chlodwig I. in Personalunion
- 511 - 534 Theuderich I.
- 534 - 548 Theudebert I.
- 548 - 555 Theudebald
- 555 - 561 Chlothar I. in Personalunion
- 561 - 575 Sigibert I.
- 575 - 596 Childebert II.
- 596 - 613 Theodebert II.
- 613 - 623 Chlothar II. in Personalunion
- 623 - 638 Dagobert I. in Personalunion
- 638 - 656 Sigibert III.
- 656 - 662 Childebertus adoptivus
- 662 - 675 Childerich II.
- 676 - 679 Dagobert II.
- 678 – 691 Theuderich III. in Personalunion
- 691 – 695 Chlodwig III. in Personalunion
- 695 – 711 Childebert III. in Personalunion
- 711 – 715 Dagobert III. in Personalunion
- 715 - 717 Karl Martell
- 717 – 719 Chlothar IV.
- 719 - 720 Karl Martell
- 720 - 737 Theuderich IV. in Personalunion
- 737 - 743 Karl Martell in Personalunion
- 743 - 751 Childerich III. in Personalunion
Hausmeier Austrasiens
- ??? - 548 Parthemius
- ??? - ??? ???
- 576 - 581 Gogo
- 581 - ??? Wandalenus
- ??? - ??? ???
- 595 - ??? Protadus
- ??? - 600 Claudius
- 600 - ??? Gundulf
- ??? - 612 Landerich
- 612 - 613 Warnachar
- 613 - 616 Rado
- 616 - 623 Hugo Chulus
- 623 - 629 Pippin I.
- 629 - 639 Ansegisel
- 639 - ??? Pippin I. (2. Mal)
- ??? - 642 Otto
- 642 - 656 Grimoald der Ältere
- ??? - ??? ???
- 662 - 675 Wulfoald
- 675 - 675 Leudesius
- 675 - 679 Wulfoald (2. Mal)
- 679 - 714 Pippin II. der Mittlere
- ??? - ??? ???
- 716 - 741 Karl Martell
- 741 - 747 Karlmann
- 747 - 751 Pippin III. der Jüngere (auch der Kurze genannt)
Im Jahr 751 ließ sich Pippin zum König wählen und schaffte zugleich aus verständlichen Gründen das Amt des Hausmeiers ab.
Besonderheiten
7. Jahrhundert Graf/ Herzog Eticho, Gründer des Klosters auf dem Odilienbergs.
Siehe auch:
Liste der fränkischen Herrscher
Weblink
[http://www.euratlas.com/big/big0600.htm Farbkarte mit den Grenzen der Teilkönigreiche um 600]
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Fränkisches Reich
Pippin der ÄlterePippin der Ältere oder Pippin von Landen ( - um 580, †640) war ab 615/625 fränkischer Hausmeier in Austrien unter drei Merowinger-Königen. Er gilt als Stammvater des späteren Herrschergeschlechts der Karolinger bzw. der Pippiniden.
Über Pippins Vorfahren ist so gut wie nichts bekannt. Meist wird Karlmann (von Landen-Austrasien) als Vater genannt. In dem Fall müssen unter den Vorfahren bereits bedeutsame Adlige Austrasiens gewesen sein, denn er verfügte nördlich der Ardennen über beträchtlichen Landbesitz und über eine große Klientel.
Sein Weg zur Macht begann im Jahr 613, als er zusammen mit Bischof Arnulf von Metz und anderen austrasischen Adligen in einen inneren Machtkampf der Merowinger eingriff, indem er den neustrischen König Chlothar II. gegen die in Austrasien und Burgund herrschende Witwe Königs Sigiberts I., Brunichild, zu Hilfe rief. Nach ihrem Sturz herrschte Chlothar im ganzen Frankenreich, musste aber im Edictum Chlotharii die Machtpositionen des austrasischem Adels anerkennen.
Ein weiteres Zugeständnis war im Jahr 623 die Ernennung von Chlothars 15jähriger Sohn Dagobert I. zum Unterkönig in Austrasien. Dadurch erhielt das Teilreich, das von Pippin und Arnulf mit ihren Klienten dominiert wurde, eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb des Merowingerreiches. Pippin erhielt gleichzeitig eine wichtige Beraterposition und übernahm spätestens 625 auch formal den Titel eines Hausmeiers, des wichtigsten Amtsträgers im Königreich.
Da Chlothar II. jedoch 629 starb und sein Sohn Dagobert I. nach Neustrien zog, um die Herrschaft im Gesamtreich zu übernehmen, konnte Pippin diese einflussreiche Position nicht auf Dauer behaupten, obwohl er den Titel eines austrasischen Hausmeiers behielt. Das Bündnis mit Arnulf stärkte Pippin, indem er um 635 seine Tochter Begga mit Arnulfs Sohn Ansegisel verheiratete.
Erst als auch Dagobert I. 638 oder 639 starb, ohne Söhne im regierungsfähigen Alter zu hinterlassen, konnte Pippin mit Unterstützung des austrasischen Adels seinen Führungsansprüche wieder geltend machen.
Pippin der Ältere starb allerdings selbst bereits im Jahr 640.
Im darauffolgenden Kampf um das Hausmeieramt setzte sich sein Sohn Grimoald der Ältere durch.
Pippin war mit Itta oder Iduberga verheiratet ( - 592, † 652) die im Jahr 640 das Kloster Andenne stiftete. Das Paar hatte drei Kinder:
- Begga ( - 620, † 692/693/695), die um 635 den Arnulfinger Ansegisel heiratete und damit die Macht der Pippiniden mit der der Arnulfinger verband,
- Grimoald der Ältere oder I. ( - 616, † 656/657 oder um 662 hingerichtet in Paris) war Nachfolger Pippins als Hausmeier.
- Gertrude/Geretrudis ( - 626, † 17. März 659), die um 644 Äbtissin des von ihrer Mutter kurz zuvor gestifteten Klosters Nivelles wurde. Sie ist Patronin von Landen
Kategorie:Mann
Kategorie:Karolinger
Kategorie:Geboren 6. Jahrhundert
Kategorie:Gestorben 640
ja:ピピン1世
Sigibert III.Sigibert III., (auch: Sigebert III.), ( - 630, † 1. Februar 656), fränkischer König (Merowinger), Sohn des Dagobert I. von seiner Nebenfrau Ragnetrudis, heiratete nach 646 Chimnechild, Kinder: Dagobert II. ( - 652, † 679), und Bilchilde († 675), die 662 ihren Vetter Childerich II. heiratete und 675 dessen Schicksal teilte.
Sigibert III. war schon ab seinem dritten Lebensjahr König von Austrasien, anfangs unter der Vormundschaft Pippins, konnte aber die Macht in Frankenreich nie vollständig erlangen, sondern musste seinen Bruder Chlodwig II. in Neustrien und Burgund als König einsetzen. Vor allem Herzog Radulf von Thüringen erwies sich als Sigiberts hartnäckigster Gegenspieler. Nach einer Niederlage 641 an der Unstrut wurde Thüringen faktisch unabhängig. Schließlich sah sich Sigibert gezwungen, den Sohn seines Hausmeiers Grimoald I., Childebert zu adoptieren und so die Erbfolge aus der Hand zu geben.
Bedeutend war Sigibert hingegen als Stifter der zwei Klöster Malmedy und Stablo, zu deren Gründung er den damaligen Abt von Solignac Remaclus beauftragte. Sigibert verstarb 656. Sigebert von Gembloux verfasste seine Vita. Die Grabstätte in St. Martin in Metz kennt seit dem 11. Jahrhundert eine Sigibert-Verehrung, die sich im 13. Jahrhundert auch auf die Klöster Stablo und Malmedy ausdehnte.
Literatur
- Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1993
- Pierre Riché: Die Karolinger. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1995
- Reinhard Schneider: Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter. Anton Hirsemann Stuttgart 1972
- Karl Ferdinand Werner: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1995
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Franken)
Kategorie:Geboren 630
Kategorie:Gestorben 656
Childebertus adoptivusChildebertus adoptivus (regierte als Childebert III., aber nicht zu verwechseln mit dem in den offiziellen Listen geführten Childebert III.) († 662) war Franken-König in Austrasien von 656 bis 662. Er gehörte nicht zum herrschenden Geschlecht der Merowinger, sondern war ein Sohn des Hausmeiers Grimoald aus dem Geschlecht der Pippiniden, den späteren Karolingern.
Leben
Lange Zeit war der Ablauf wegen mangelhafter Quellenlage nicht ganz eindeutig erkennbar, heute wird aber der folgende Ablauf der Ereignisse angenommen: Grimoald überzeugte den bis dahin kinderlosen Sigibert III. ( - 633 - † 1. Februar 656), seinen eigenen Sohn als Nachfolger zu adoptieren (analog zur Adoption des Childebert II., durch die dieser Burgund erwarb). Dieser nahm daraufhin den merowingischen Namen Childebert an, sein eigentlicher Geburtsname ist unbekannt geblieben. Danach wurde Sigibert allerdings 651 ein eigener Sohn (der spätere Dagobert II.) geboren. Die Macht Grimoalds reichte aber wohl doch aus, seinen Sohn zum neuen Herrscher zu erheben, Dagobert wurde von Bischof Desiderius von Poitiers nach Irland in ein Kloster gebracht. In Neustrien wurde Grimoald der Prozeß gemacht und noch im selben Jahr (656/657) wurde er für seinen „Staatsstreich“ hingerichtet. Die sechs Jahre dauernde Regierungszeit Childeberts spricht allerdings dafür, das die Erhebung als Herrscher Austrasiens durch die Adoption zumindest dort durchaus als rechtens und von den Zeitgenossen als angemessen angesehen wurde, zumal dadurch eine Einverleibung durch Neustrien verhindert werden konnte.
Möglich wäre auch, das Dagobert eine erste Amtszeit bis zum Jahre 661 innehatte und erst danach für nur ein Jahr Childebert den Thron besetzte. Diese Version der Ereignisse um Childebertus adoptivus wird heute aber allgemein als unwahrscheinlich angesehen.
Quellen
- Liber hist. Fr. 43 (MGH SRM II)
- Königskataloge (MGH SRM VII)
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Franken)
Kategorie:Gestorben 662
Dagobert II.Dagobert II. ( - 652, ermordet 23. Dezember 679 bei Stenay) entstammt aus dem Geschlecht der Merowinger, der Herrschaftsdynastie der Franken. Er war zwischen 676 und 679 König von Austrasien.
Bereits im Alter von nur vier Jahren wurde Dagobert Nachfolger seines verstorbenen Vaters Sigibert III. als König von Austrasien. Das königliche Dasein des späteren Frankenkönigs Dagobert wurde zunächst nach einem Jahr beendet - er wurde durch den pippinidischen Hausmeier Grimoald entführt und Bischof Dido von Poitiers übergeben, der ihn zum Mönch weihte. Auf diese Weise konnte Grimoald seinen eigenen Sohn Childebertus adoptivus auf den Thron setzen („Staatsstreich Grimoalds“). Childebert wurde vor der Geburt Dagoberts von dessen Vater, Sigibert III., adoptiert. Um die Herrschaft von Childebert (III.), dem Adoptierten, nicht zu gefährden, wurde Dagobert in ein Kloster nach Irland in die Verbannung geschickt, später kam er nach England, wo er am Königshof erzogen wurde. Seit dieser Zeit verband ihn eine enge Freundschaft zu Wilfrid von York. Er heiratete in erster Ehe die englische Prinzessin Mechtilde. Diese erste Herrschaft Dagoberts und seine Ehe gelten unter Historikern eher als zweifelhaft.
Nach dem Tode von Childebertus adoptivus fiel das Reich an Childerich II.. Er regierte von 662 bis zu seinem Tod im Jahre 675. Verschiedene austrasische Führer unter dem Hausmeier Wulfoald riefen Dagobert im Jahre 676 aus Irland auf den Königsthron nach Austrasien zurück; dies unter dem erbitterten Widerstand und Feindschaft des neustrischen Hausmeiers Ebroin. Ebroin, ein Gegner von Pippin dem Mittleren (ca. 635-714), war ein einflussreicher Adliger und kämpfte um die Herrschaft Frankreichs.
Die Amtsführung überließ er jedoch seinem Hausmeier Pippin. Dagobert kümmerte sich ausschließlich um seine frommen Übungen und wohltätigen Werken. Er baute Kirchen und gründete verschiedene Kloster, wie zum Beispiel die Klöster Surburg und Weißenburg im Elsaß.
Unmittelbar nach den neu ausbrechenden Kämpfe zwischen Austrasien und Neustrien wurde er am 23. Dezember 679 von dem ihm feindselig gesinnten Hausmeier Ebroin und den Arnulfingern heimtückisch auf der Jagd, im Wald Woëvre zwischen Stenay an der Maas und Verdun, ermordet. Im dortigen Kloster Stenay wurde der ermordete König begraben und später als Märtyrer verehrt, spätestens seit 1068 galt der Heilige Dagobert als Patron der Kirche, vornehmlich in Lothringen und im Elsaß verbreitete.
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Franken)
Kategorie:Geboren 652
Kategorie:Gestorben 679
Irland
Irland (amtlicher deutscher Name, irisch Éire, engl. Ireland), häufig auch Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland) ist ein Inselstaat auf der gleichnamigen Insel Irland. Er grenzt an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und ist Mitglied der Europäischen Union.
Der Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum Römisch-Katholischen Glauben.
Geografie
Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die nach außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der Fluss Shannon, welcher von Nord nach Süd verläuft, ist der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegen eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich geprägt haben. Lough Neagh ist der bekannteste der irischen Seen, auch wenn dieser genau genommen zu Nordirland gehörrt.
Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.
Geschichte
Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung in der Steinzeit. Die Kelten brachten etwa 300 v. Chr. den Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Schon im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland.
Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch Patrick von Irland, der bis heute die Stellung des Nationalheiligen der Iren inne hat, folgte die erste irische Blütezeit, die jäh durch die Beutezüge der Wikinger unterbrochen wurde. Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Englands über Irland einläutete. Englische Eroberer konfiszierten den Landbesitz der Iren und vertrieben sie in westliche unfruchtbare Regionen der Insel.
Die egoistische Politik der großen englischen Grundbesitzer in Irland verursachte eine Hungersnot von 1845-1847. 1.5 Millionen Iren starben an Hunger. Es folgte eine enorme Auswanderung nach Amerika.
Die Unabhängigkeit Irlands von England begann am 6. Dezember 1921 nach politischen und militärischen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonflikts mit der Gewährung eines Dominion-Status und damit innerer Eigenständigkeit durch die britische Regierung. Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben nach dem Abkommen Bestandteil Großbritanniens. Die Nordirland betreffende Problematik wurde damals nicht gelöst und überschattet die irisch-britische und innerirische Politik bis heute. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen und dem Verzicht auf Nordirland durch die Republik Irland eine deutliche Entspannung ab.
Nach mehr als 300 Jahren britischer Herrschaft schied Irland schließlich am 18. April 1949 aus dem britischen Commonwealth aus. Die sechs nordirischen Grafschaften verblieben im Vereinigten Königreich.
Siehe auch Geschichte Irlands.
Politik
Die Republik Irland hat das politische System einer parlamentarischen Demokratie. Der Präsident (i | | |