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680
Politik und Weltgeschehen
- 10. Oktober - Schlacht von Kerbala im Irak, der Tod von Hussein ibn Ali wird der Ausgangspunkt für die Trennung von Schiiten und Sunniten. Damit setzt sich Kalif Yazid I. endgültig als Nachfolger von Muawiya I. durch. Führer der Schiiten wird ihr 4. Imam, Ali Zain al-Abidin.
- 12. November - Beginn des Dritten Konzils von Konstantinopel (bis 681); es verdammt die monotheletische Lehre und spricht posthum das Anathema über Papst Honorius I. aus, der eine Annäherung an Vertreter dieser Lehre gesucht hatte.
- Erwig wird Nachfolger von Wamba als König der Westgoten.
- Die Neustrier besiegen bei Laon Pippin den Mittleren und dessen Mitstreiter Martin, der dabei ums Leben kommt.
- Genshō, 44. Kaiserin von Japan († 748)
- um 680 Leo III., byzantinischer Kaiser († 741)
- 30. Januar - Bathilde, Frau Chlodwigs II., Nonne ( - um 630)
- 18. April - Kalif Muawiya I. der Begründer der Umayyaden-Dynastie stirbt
- 10. Oktober - Hussein ibn Ali der 3. Imam der Schiiten fällt in der Schlacht von Kerbala gegen die Umayyaden
- Oktober - Wamba, König der Westgoten, vergiftet
ko:680년
th:พ.ศ. 1223
Kategorie:680
Schlacht von KerbalaIn der Schlacht von Kerbela im Oktober 680 wurde Al-Husain ibn 'Alī getötet. Damit war die schiitische Hoffnung, ihren 3. Imam anstelle von Yazid I. als Kalifen zu installieren, gescheitert und die endgültige Trennung zwischen Sunniten und Schiiten in der Geschichte des Islam besiegelt. Imamiten (Zwölfer-Schiiten) gilt Al-Husain als Märtyrer, dessen Tod sie jährlich zu Aschura gedenken.
Nach dem Tod des Kalifen Muawiya I. drängte die schiitische Partei im heutigen Irak Fatimas zweiten Sohn Al-Husain, der zu diesem Zeitpunkt in Medina lebte, seine Ansprüche auf das Kalifat durchzusetzen und die Dynastie der Umayyaden zu stürzen. Die Situation sei günstig und Tausende von Anhängern in Mesopotamien seien bereit, den Aufstand zu unterstützen, meldeten Abgesandte aus Kufa. Al-Husain verließ daher, nur von seiner Familie und einer kleinen Schar Anhänger begleitet, im September Mekka und machte sich auf den Weg in den Irak.
Die versprochenen Mitstreiter dort ließen jedoch auf sich warten, und der irakische Herrscher Ubaid Allah Ibn Ziyad ließ die Spitze der Revolte, darunter Husains Vetter Muslim, in Kufa hinrichten. Außerdem gelang es den irakischen Truppen, Husains Zug den Weg nach Kufa abzuschneiden, so dass Husain bei Kerbela festsaß. Verhandlungen über eine Kapitulation scheiterten, Husain und seine Leute waren durch die irakischen Truppen vom Euphrat getrennt und litten tagelang schweren Durst.
Am 10. des Monats Muharram 61 nach islamischem Kalender (10. Oktober 680 des Julianischen Kalenders) erstürmten die Truppen des irakischen Herrschers das Lager Al-Husains und seiner Parteigänger, und töteten die erwachsenen Männer, darunter al-Husain selbst, seinen Halbbruder al-Abbas, seinen Sohn Ali und seinen Neffen al-Qasim. Die Frauen und Kinder wurden gefangennommen und nach Damaskus gebracht. Die Toten wurden an Ort und Stelle begraben, wo heute die Schreine von Kerbela stehen. Al-Husains Kopf erlebte eine pietätlose Wanderung: Er wurde, so wird berichtet, erst nach Kufa zum Herrscher gebracht, anschließend in der Umayyaden-Moschee in Damaskus bestattet. Einer anderen Tradition zufolge brachte man ihn später aus Askalon nach Kairo in Sicherheit.
Abu Michnaf (774), der aus Kufa stammte, war der erste, der die mündlichen Überlieferungen über das Geschehen gesammelt und aufgezeichnet hat.
Kerbela
Kategorie:Irakische Geschichte
Kategorie:Geschichte des Islam
Irak
Der Irak (arab. العراق al-ʿIrāq) liegt im westlichen Asien, nördlich der Arabischen Halbinsel.
Er umfasst das fruchtbare Zweistromland (Mesopotamien) zwischen den südwärts fließenden Euphrat und Tigris sowie angrenzende Berg- und Wüstenregionen.
Der Irak grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, Iran und den Persischen Golf. Die Hauptstadt Bagdad liegt im Zentrum des Landes. Weitere Großstädte sind Basra, Mosul, Erbil/Hewler und Sulaimaniyya/Silemani. Der Irak ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO).
Der Staat kann sich mit der Rückgabe der Souveränität am 28. Juni 2004 wieder selbst verwalten, doch bestehen noch Einschränkungen.
Geographie
2004
Der Irak gehört zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gewöhnlich Länder Nordafrikas und Südwestasiens gezählt. Sie liegen überwiegend im Bereich des subtropischen Trockengürtels der „Alten Welt“. Im Sommerhalbjahr sorgt hier ein aus Nordost wehender Wind, der Nordostpassat, für lange Trockenheit und glühende Hitze. Die Feuchtigkeit des Winterhalbjahres wird vor allem durch Westwind verursacht. In dieser Zeit kann auch Frost auftreten. In den Hochländern und Gebirgen fällt Schnee. Insgesamt nehmen die Jahresniederschläge von Westen nach Osten rasch ab.
Im Nordosten befindet sich eine ca. 3.000 m hohe Bergkette. Diese Kette gehört zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkan aus ostwärts in die Türkei, den nördlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt.
Die Temperaturen schwanken zwischen 50° C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist möglich, insbesondere im Bergland. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr: Ein großer Teil des Iraks besteht aus Wüste und Steppe. Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter.
Irak wird von zwei wichtigen Flüssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Sie kommen vom Nordwesten aus Syrien bzw. der Türkei und durchqueren das Land bis in den Südosten. Bei al-Qurna im Süden des Iraks fließen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab, dieser mündet in den persischen Golf. Euphrat und Tigris sind im Grunde die Lebensadern des Landes, die Becken sind sehr fruchtbar. Im Südosten des Landes ragt die Halbinsel Fao zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang Iraks zum Meer dar.
Bevölkerung
Der Irak hat nach eigenen Angaben ca. 27 Mio. Einwohner. Die zentralen Provinzen Bagdad und Babylon sind am dichtesten besiedelt. Etwa 70 % der Bevölkerung sind Araber, 25 % Kurden, 3 % Turkmenen. Weitere Bevölkerungsgruppen sind 2% Chaldoassyrer, Armenier (beide großteils Christen) 2%, im Ausland hat sich allerdings in den letzten Jahren eine große Exilgemeinde Chaldoassyrer etabliert, 1987 stellen sie 9% der Bevölkerung, alleine in den U.S.A leben heute mehr als 500.000. Über 95 % der Bevölkerung ist muslimisch. Davon sind rund 61 % Schiiten und 39 % Sunniten.
Neben den beiden Hauptrichtungen des Islam haben sich zahlreiche altorientalische Religionen erhalten (Jesiden, Mandäer). Es gibt Angehörige orientalisch-christlichen Glaubens: Chaldäisch-katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Gregorianer, römische und syrische Katholiken, armenische Christen, Altsyrisch-Orthodoxe usw. (insges. 3 % der Gesamtbevölkerung). In Irak leben außerdem nach den Vertreibungen und Massenmorden u.a. im Rahmen der "Anfal-Kampagne" noch schätzungsweise 2.500 Juden und im Südosten 20.000 - 50.000 Marsch-Araber. Offensichtlich seitens islamistischer Extremisten gibt es Versuche, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu entfachen. Sunnitische und Schiitische Religionsführer aber machen eine Teile-und-Herrsche-Politik der USA im Irak für diese Situation verantwortlich.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Iraks
Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien; hier sind ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der frühesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird.
Das alte Mesopotamien fiel 539 v. Chr. bei der Unterwerfung Babyloniens an das aufstrebende Alt-Persien unter Kyros. Unter den Achämeniden wurde Mesopotamien zeitweilig in die zwei Satrapien Syria und Assyria aufgeteilt, nach der Eroberung durch alexanders des Großen nach der Schlacht bei Gaugamela 331 wurden beide Satrapien jedoch zu einer neuen Satrapie Mesopotamia zusammengeführt. In diese Zeit fällt die Gründung einer nicht geringen Anzahl griechischer Städte (etwa Apamea, Dura-Europos, Edessa, etc.). Nach der Schlacht von Gaza 312 gerät Mesopotamien unter die Kontrolle des Seleukidenreichs und bleibt fortan für fast zwei Jahrhunderte von weiterem Kriegsgeschehen verschont. In dieser Zeit blühen nicht zuletzt die hellenistischen Stadtgründungen auf.
Erst nach dem Tod von Antiochos Sidetes 129 v. Chr. fällt Mesopotamien ganz an die Parther. Ktesiphon wird zur parthischen Hauptstadt, daneben gelangt auch Hatra zu besonderer Bedeutung. Teile Mesopotamiens gelangen zwischen 83 und 69 v. Chr. an Armenien, werden allerdings im Zuge der Römisch-Parthischen Einigung nach der Schlacht bei Karrhai den Parthern zurückgegeben. In der Folgezeit stabilisiert sich der Euphrat als Grenze zwischen Römischer und Parthischer Einflusssphäre. Versuche Trajans, Mesopotamien zwischen 114 und 117 zu annektieren, scheitern zunächst, doch nach dem Partherkriegs des Lucius Verus von 162 bis 165 bleiben größere Teile Mesopotamiens im römischen Einflussbereich. 195 fällt Mesopotamien bis auf die strategisch wichtige Stadt Nisibis wieder an die Parther, wird jedoch von Septimius Severus 197 aber wieder zurückerobert und befestigt.
Auch der Wechsel von der dezentral-feudalen Partherherrschaft zum Sassanidenreich bringt zunächst keine grundlegenden Veränderungen mit sich. Erst in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gerät Mesopotamien in den Strudel der Reichskrise und wechselweise unter römische, sassanidische und palmyrenische Kontrolle. Diokletian gelingt es 296/97, die alten Besitzverhältnisse wiederherzustellen. Erst ab 336 beginnt Shapur II., große Teile Mesopotamiens zurückzuerobern. Der gescheiterte Perserfeldzug von Kaiser Julian führt 363 schließlich zum Verlust fast ganz Mesopotamiens und insbesondere von Nisibis. Trotz verschiedener Versuche von beiden Seiten, den Grenzverlauf zu verschieben, bleibt dieser im Wesentlichen unverändert, bis schließlich Mesopotamien und Syrien zwischen 633 und 640 an die Araber fallen.
Im 7. Jahrhundert, nach dem Tod Mohammeds, bemächtigten sich die arabischen Muslime des Gebietes (656); Bagdad wurde 762 Hauptstadt des abbasidischen Kalifats (bis 1258).
Ab 1055 eroberten die Seldschuken das Land, 1258 die Mongolen (Ilchane), was einen Niedergang von Wirtschaft und Kultur brachte. 1401 wurde Bagdad durch Timur Lenk verwüstet. 1534 fiel das Gebiet des Zweistromlandes an das Osmanische Reich.
20. Jahrhundert
Während des 1. Weltkrieges marschierten britische Truppen und arabische Aufständische gemeinsam ein und besetzten 1917 Bagdad. 1920 löste Großbritannien aus dem ehemaligen osmanischen Reich die Provinzen Bagdad, Mossul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Bei der Festlegung der heutigen Grenzen war Gertrude Bell als Beraterin des Kolonialministers Winston Churchill wesentlich beteiligt. Der Völkerbund sanktionierte diese Maßnahme und übertrug Großbritannien das Mandat über den Irak. Da Großbritannien den Arabern ein souveränes Großarabien versprochen hatte, falls sie sich gegen das osmanische Reich erheben würden, akzeptierten sie den Status als britisches Mandatsgebiet nicht und begannen 1920 einen Aufstand gegen die britische Krone. Bei der drei Monate dauernden Revolte starben nach britischen Schätzungen 8450 Iraker und mehr als 2000 britische Soldaten. Der hohe Blutzoll und die Kosten (40 Millionen Pfund) zur Niederwerfung des Aufstandes erschreckten die britische Regierung. Um die Kosten für die britische Präsenz und gleichzeitig die Araber von neuem Aufruhr abzubringen, setzte die britische Regierung einen arabischen König ein.
Am 23. August 1921 wurde Faisal, Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, zum König proklamiert. Die Aufnahme des Irak in den Völkerbund erfolgte am 3. Oktober 1932.
Die Rechte am Erdöl des Landes teilten Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und die USA (je 23,75 %) unter sich auf; 5 % gingen an ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung zahlten sie Abgaben, die jedoch nur einen geringen Prozentsatz der Gewinne ausmachten.
Dieser Zustand dauerte bis 1958. Unter General Abdel Karim Qasim schlossen sich die so genannten „Freien Offiziere“ zusammen um die britische Kontrolle abzuschütteln. Diese stürzten am 14. Juli 1958 mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie (Faisal II. 1935-1958). Die Republik Irak wird proklamiert. Es strömten Hunderttausende Iraker auf die Straßen, um ath-Thawra (die Revolution) zu feiern. Mit Ausrufung der Republik wurden neue politische Verhältnisse geschaffen. Die Monarchie wurde abgeschafft und der Irak trat aus dem mit Türkei, Pakistan und Iran geschlossenen CENTO (Bagdad)-Pakt aus. Innenpolitisch wurde eine Bodenreform durchgeführt und der Irak trat aus dem britischen Sterling-Währungssystem aus. Die ausländischen Ölgesellschaften wurden verstaatlicht und es wurden wirtschaftliche und politische Beziehungen zu den sozialistischen Ländern eingeleitet. Ein Erlass ermöglichte es, dass politische Parteien, berufliche Organisationen gebildet werden konnten. Die Pressefreiheit wurde eingeführt. Ein historischer Schritt war aber der Artikel 3 der provisorischen Verfassung: „Araber und Kurden sind Partner im Irak“. Die Kurden wurden erstmalig ausdrücklich anerkannt. Die demokratischen Prozesse dauerten jedoch nur kurze Zeit an. Bald wurden Zeitungen verboten. Die Entwicklung der neuen Republik Irak wirkte den grundsätzlichen Interessen des Westens entgegen. Die Briten und die USA übten Druck von außen aus. Innenpolitisch wurde Druck von rechtsorientierten, panarabistischen Parteien und Nationalisten ausgeübt. Dazu gehörte auch die Baath-Partei.
Die damals kleine irakische Baath-Partei putschte mit Hilfe von Verschwörern in der irakischen Armee am 8. Februar 1963 gegen Qasim. Qasim wurde erschossen. Der Putsch wurde mit Hilfe der CIA durchgeführt. Als die Baath-Partei an der Macht war, folgten Massenhinrichtungen und willkürliche Verhaftungen, vor allem von Kommunisten und linken Intellektuellen. Der Irak brach jedoch 1967 die Beziehungen zu den USA ab und das Land näherte sich der Sowjetunion an.
Besonders nachdem Saddam Hussein 1979 an die Macht gelangt war, kam es zu Menschenrechtsverletzungen. Am 22. September 1980 befahl er der irakischen Armee, den Iran mit neun von insgesamt zwölf Divisionen auf einer 600 km breiten Front anzugreifen. Dies bildete den Auftakt für den fast acht Jahre dauernden Ersten Golfkrieg, der erst 1988 ein Ende fand. Mehrmals setzte der Staat chemische Kampfstoffe ein, sowohl gegen die Kurden im Nordirak als auch gegen Aufstände der schiitischen und restlichen Bevölkerung (u. a. liefen im Zuge des Ersten Golfkriegs mehrfach an der Grenze gelegene Dörfer zum Kriegsgegner Iran über). Im Rahmen der Anfal-Operation 1988 wurden ca. 100.000 Menschen aus dem kurdischen Norden systematisch ermordet.
Nach der Besetzung Kuwaits durch den Irak 1990 und der darauf folgenden Wiederbefreiung durch internationale Truppen unter US-Führung (Zweiter Golfkrieg) wurde das Land - auf Druck der USA und Großbritanniens - mit UNO-Sanktionen belegt, was zu internationaler Isolierung und durch die Misswirtschaft mit dem erlaubten Handelsgütern zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte. Jedoch wurde dem Irak erlaubt, im Rahmen des Oil for Food-Programms von 1996 bis 2003 Öl im Wert von 64 Milliarden US-$ zu exportieren. Das Geld floss auf ein UNO-Treuhandkonto.
Am 8. November 2002 beschloss der UN-Sicherheitsrat auf längeren Druck der USA die bislang 19. Irak-Resolution 1441 mit nicht näher definierten „ernsthaften Konsequenzen“.
Invasion der USA und Verbündeter
Im März und April 2003 begannen die USA und Großbritannien, sowie kleine Verbände Australiens, Italiens, Spaniens, Polens und militärisch unerheblicher Alliierter (Dänemark, Ukraine, Bulgarien, Honduras, El Salvador, Südkorea, Japan) einen völkerrechtlich umstrittenen dritten Golfkrieg gegen den Irak, mit dem Ziel, Saddam Hussein zu stürzen und vermeintliche Massenvernichtungswaffen ausfindig zu machen. Die Iraq-Survey-Group-Kommission kommt in ihrem Endbericht September 2004 zu dem Schluss, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gibt. Damit fiel einer der von der US-Regierung offiziell genannten Kriegsgründe weg. Dass Saddam Hussein auch keine Beziehungen zum Terroranschlag des 11. Septembers 2001 in den USA hatte, war schon vorher klar geworden. Statt den Massenvernichtungswaffen hat man aber Massengräber gefunden: Seit Machtantritt der 2003 von US-Truppen gestürzten Baath-Partei gelten bis zu einer Million Iraker als vermisst. Bisher wurden über 300 Massengräber mit mindestens 500.000 Toten im Irak gehoben.
Derzeitige Situation
Baath-Partei
Im Mai 2003 erklärte US-Präsident Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet. Seitdem sind erheblich mehr US-Soldaten durch Terroranschläge umgekommen als durch die Kriegshandlungen zuvor. Die meisten Opfer findet der Islamistische Terror allerdings unter der Zivilbevölkerung und unter den Vertretern der mehrheitlich von Schiiten und Kurden getragenen irakischen Regierung. Schätzungen zufolge sind zwischen 25.000 und 30.000 Iraker seit Mai 2003 - dem "Ende der großen Kampfhandlungen" - ums Leben gekommen. Einige irakische Quellen gehen sogar von bis zu 60.000 Opfern aus. Etwa 3500 Irakische Sicherheitskräfte wurden seit 2003 von Widerstandskämpfern getötet.
Al Qaida verfolgt anscheinend die Strategie, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu provozieren, um so zu verhindern, dass der Irak eine staatliche Ordnung findet. Als wichtigster Kopf der irakischen Ansar al-Islam Organisation wird der Jordanier Abu Musab az-Zarqawi angesehen. Die USA werfen Iran und Syrien vor, nichts gegen das Eindringen ausländischer Kämpfer zu tun. Mittlerweile wird die Situation als an der Kippe zum Bürgerkrieg stehend bezeichnet. Von Sunniten und Schiiten gegeneinander geführte Terrorangriffe und Gegenanschläge, fordern fast schon täglich dutzende Menschenleben.
Pro Tag gibt es im Irak etwa 75-85 Anschläge, zeitweise lag die Zahl der täglichen Anschläge sogar über 120, an anderen Tagen jedoch auch "nur" 50-60.
Man geht davon aus, dass die Mehrheit der Aufständischen irakische Sunniten sind. Allerdings werden auch ein Teil der Anschläge von Ausländischen Islamisten verübt und zum Teil auch von einigen (wenigen) Schiitischen Extremisten.
Nach einer im Oktober 2005 veröffentlichten geheimen Umfrage der britischen Armee lehnen 82 Prozent der Iraker die Besatzung ab, 67 Prozent fühlen sich unsicherer durch die ausländischen Truppen, 72 Prozent haben kein Vertrauen in die Besatzungstruppen, 71 Prozent verfügen nicht über sauberes Wasser, bei 70 Prozent funktionieren die Abwasseranlagen nicht oder schlecht, 47 Prozent werden nicht ausreichend mit Strom versorgt und 40 Prozent der Südiraker sind arbeitslos.
Politik
Nach Bildung eines Übergangsrates Ende 2003 wurde der bis dahin von der Koalitions-Übergangsverwaltung ausgeübte Verwaltungsauftrag am 28. Juni 2004 einer irakischen repräsentativen Übergangsregierung übertragen. Die Truppen und Logistik der Besatzungsmächte in einer Stärke von etwa 150.000 Soldaten sollen aber vereinbarungsgemäß noch ein bis zwei Jahre im Irak stationiert bleiben.
Der Irak befindet sich politisch seitdem in einem Übergangszustand: Nach diesem dritten Golfkrieg sind die früheren Machtstrukturen, insbesondere der Revolutionäre Kommandorat, nicht mehr vorhanden, aber die neuen Verhältnisse, damals noch zwischen der westlichen Besatzung, der Zivilverwaltung und dem Irakischen Regierungsrat, waren nicht endgültig etabliert.
Nach ersten Planungen sollte der ehemalige US-General Jay Garner, der 1991 die kurdische Schutzzone eingerichtet hatte, den Vorsitz einer vorläufigen Regierung im Irak übernehmen. Wenige Wochen nach seiner Etablierung änderte man jedoch die Strategie: US-Präsident George W. Bush benannte am 6. Mai 2003 L. Paul Bremer III. zum Zivilverwalter. Der Irak wird im September 2003 in vier Besatzungszonen eingeteilt:
zwei amerikanische im Norden, eine polnische im zentralen Süden und eine britische im äußeren Süden des Landes. Der algerische UNO-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi vermittelte zwischen verschiedenen Parteien für eine irakische Übergangsregierung, die am 1. Juni 2004 entstand, um ab 30. Juni die Macht zu übernehmen. Am 30. Januar 2005 wurden im Irak die ersten freien und allgemeinen Wahlen seit über 40 Jahren abgehalten.
Die aktuelle politische Lage ist von Unsicherheit bestimmt. Dennoch sahen 60-70 % Verbesserungen seit dem Krieg oder erwarteten weitere bis 2005. Knapp 60 % vertrauten wieder der UNO (Resolution Mai 2004) und erwarteten Aufbauhilfe durch die USA (7 % lehnten sie ab).
Beim Aschura-Fest am 2. März 2004 kam es zu einer schlimmen Anschlagserie, es gab 271 Tote und 393 Verletzte, die meisten waren schiitische Gläubige, für die Kerbala ein Wallfahrtsort ist. Es wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Am 4. März 2004 erhoben die USA den Vorwurf, der Terrorist Abu Musab az-Zarqawi oder die Al-Qaida nah
stehende Terrororganisation Ansar al Islam sein die Drahtzieher der Anschläge gewesen.
Wahlen
Laut Übergangsverfassung mussten auf jeder Wählerliste ein Drittel Frauen stehen. Ebenfalls stehen rund ein Viertel aller Sitze der neu gewählten Nationalversammlung Frauen zu. Irakische Frauen gingen bei dieser Wahl zum ersten Mal in ihrem Leben wählen.
Bei den Wahlen am 30. Januar 2005 wurden 275 Sitze vergeben. Insgesamt traten 7.200 Kandidaten auf 111 Listen für die Wahlen der Nationalversammlung an. Eine wichtige Aufgabe des neuen Parlaments ist die Ausarbeitung einer Verfassung bis zum 15. August. Bei einer Wahlbeteiligung von 58 % der Wähler, die sich haben registrieren lassen, ergab sich folgendes Ergebnis:
- Vereinigte Irakische Allianz (überwiegend schiitisch): 48,2 % / 4,079 Mill. Stimmen und 132 Sitze
- Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans: 25,7 % / 2,175 Mill. Stimmen und 71 Sitze
- Irakische Liste - Liste des ehemaligen Ministerpräsidenten Iyad Allawi: 13,8 % / 1,168 Mill. Stimmen und 38 Sitze
- Die Iraker - Liste des Übergangspräsidenten Ghazi al-Yawar: 1,8 % / 152.000 Stimmen und 5 Sitze
- Irakische Turkmenenfront: 1.1 % / 93.094 Stimmen und 3 Sitze
- National Independent Cadres and Elites: 0,8 % / 69.938 Stimmen und 3 Sitze
- Volksunion - Die Irakische Kommunistische Partei (IKP) trat mit dieser Liste zur Wahl an, älteste Partei des Iraks: 0,8 % / 69.920 Stimmen und 2 Sitze
- Islamic Group of Kurdistan: 0,7 % / 60.592 Stimmen und zwei Sitze
- Islamic Action Organization in Iraq - Central Command: 0,5$nbsp;% / 43.205 Stimmen und zwei Sitze
- Nationaldemokratische Allianz: 0,4 % / 36.795 Stimmen und ein Sitz
- National Rafidain List (Assyrische Christen): 0,4 % / 36.255 Stimmen und ein Sitz
- Reconciliation and Liberation Bloc: 0,4 % / 30.796 Stimmen und ein Sitz
- Iraq Assembly of National Unity: 0,3 % / 23.686
- Rat Unabhängiger Demokraten - Liste des früheren Außenministers Adnan Patschatschi: 0,2 & / 21.728 Stimmen
- Irakische Islamische Partei: 0,2 % / 21.342 Stimmen
Es traten noch weitere Parteien und unabhängige Kandidaten an, die allesamt einen Sitz im Parlament verfehlten.
Irakische Islamische Partei
Übergangsverfassung
In der Zwischenzeit geht die Diskussion um eine neue Verfassung weiter. Als erster Schritt wurde am 8. März 2004 von den 25 Mitgliedern des Regierungsrates eine Übergangsverfassung feierlich unterzeichnet. Nach anfänglichen Einwänden und einer Verschiebung des Termins, wurde dann aber das Werk ohne Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf verabschiedet.
Die Übergangsverfassung regelt die Geschicke des Staates seit der Machtübergabe am 28. Juni 2004. Der Irak ist laut Verfassungstext eine multi-ethnische und multi-religiöse parlamentarische Republik, die sich zur Demokratie, zum Pluralismus und zum Föderalismus bekennt. Im Text verankert sind die Menschen-, Freiheits- und Bürgerrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten.
Es besteht Religionsfreiheit, wobei der Islam als Staatsreligion festgeschrieben ist. Amtssprachen sind arabisch und kurdisch. Sprachen von anerkannten Minderheiten, wie z.B. Turkmenen und Assyrern werden in den entsprechenden Regionen ebenfalls als offizielle Amtssprachen akzeptiert.
Politische Macht geht im Rahmen von freien, gleichen und unmittelbaren Wahlen ausschließlich vom Volk aus. Der vom Volk alle 4 Jahre gewählte Repräsentantenrat ist das höchste gesetzgebende Organ des Staates. Der vom Repräsentantenrat gewählte Präsident und Ministerpräsident nehmen gemeinsam die höchste Exekutivgewalt war. Die Gesetzgebung basiert auf den Regeln des Islams (Scharia) aber auch auf den Prinzipien der Demokratie bzw. der Verfassung. Alle Iraker sind vor dem Gesetz gleich. Die Judikative ist von den anderen Gewalten unabhängig und das höchste Rechtsorgan ist der Bundesgerichtshof, der eine noch nicht bestimmte Anzahl islamischer Rechtsgelehrte umfasst (Schariarichter). Er überwacht u.a. die Verfassungskonformität der Legislative.
Die zentralstaatlichen Kompetenzen sind die Außen-, Verteidigungs-, Handels-, Einwanderungspolitik, die Währung, das Zoll- und das Messwesen. Die Regionen und Provinzen genießen eine weitreichende Autonomie. So haben die Provinzen bei Angelegenheiten, über die mit dem Bund gemeinsam entschieden wird, letztlich das letzte Wort. Provinzen sind berechtigt gemeinsame Verwaltungsbezirke mit weitreichenden Kompetenzen zu bilden, sofern dies im Rahmen eines Referendums durch das Volk bestätigt wurden. Auch sind die Provinzen berechtigt eigenen Sicherheitskräfte zu unterhalten.
Die Gleichberechtigung der Frau ist explizit in der Verfassung garantiert. So müssen mindestens 25 % der Abgeordneten des Repräsentantenrats weiblichen Geschlechts sein. Der umstrittene Artikel 39 sieht jedoch vor, dass irakische Bürger sich der Zivilgerichtsbarkeit ihrer eigenen Religionsgemeinschaft unterwerfen können, was ggf. zu einer entsprechenden Benachteiligung bei Erbschafts- und Scheidungsangelegenheiten führen kann.
Bodenschätze, wie z.B. Erdgas und Erdöl, sind als gemeinschaftliches Eigentum aller Iraker festgeschrieben. Ihre gemeinschaftliche Nutzung wird von der Zentralregierung und den Provinzen gemeinsam bestimmt.
Am 30. Januar 2005 fanden die Wahlen für ein Übergangsparlament (Nationalversammlung) statt, in dem die Vereinigte Irakische Allianz (United Iraqi Alliance [UIA]), welche von Großajatollah Ali as-Sistani unterstützt wurde, mit 48,2 % der abgegebenen Stimmen fast die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte. Eine von diesem Übergangsparlament ernannte 55-köpfige Kommission muss bis 15. August 2005 die endgültige Verfassung erarbeiten, über die per Volksentscheid abgestimmt wird. 28 der Mitglieder der Kommission gehören der UIA an, die weiteren Sitze teilen größtenteils die Kurden und das Parteienbündnis des früheren Ministerpräsidenten Iyad Allawi, Irakische Liste, unter sich auf. Die Kommission wird von dem moderaten schiitischen Kleriker Hummam Hammudi geleitet, seine Stellvertreter sind der Sunnit Adnan al-Dschanabi und der Kurde Fu'ad Massum. Wegen der Unterrepräsentierung der Sunniten übte US-Außenministerin Condoleezza Rice Kritik an der Zusammensetzung der Kommission, worauf der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari versprach, die Sunniten mehr in den politischen Prozess mit einzubeziehen. Daraufhin wurde den Sunniten eine stärkere Beteiligung an der Ausarbeitung der Verfassung angeboten.
Am 15. Oktober wurde die neue Verfassung zu Abstimmung freigegeben. Wenn in drei Provinzen zwei Drittel der Wähler mit Nein stimmen, wäre die Verfassung nicht angenommen. Laut Ergebnis lag die Wahlbeteilung bei über 60 %. Die Verfassung wurde mit 78,59 % der Stimmen angenommen. Nur in den Provinzen Al-Anbar und Salah ad-Din stimmten mehr als zwei Drittel der Wähler dagegen.
Siehe auch Neue irakische Verfassung
Verwaltung
Der Irak ist in 18 Provinzen (muhafazat, Singular muhafaza) unterteilt:
Darüber hinaus gibt es eine militärische Aufteilung in amerikanische, polnische und britische Besatzungs- oder Stabilisierungszonen.
Des Weiteren ist der kurdische Norden in einer Kurdischen autonomen Region zusammengefasst. Die Schiiten im Süden wollen nach dem Vorbild der Kurden ebenfalls eine autonome Region errichten, die Basra und andere Provinzen umfassen und den Namen Sumer tragen soll.
Siehe auch: Liste der Städte im Irak
Militär
Im Irak sind die „Koalitionstreitkräfte“, vorrangig die USA und Großbritannien als Besatzungstruppen für die innere und äußere Sicherheit im Land zuständig und arbeiten mit dem neuaufgestellten irakischen Zivilverteidigungskorps (engl: ICDC Iraqi Civil Defense Corps) und der paramilitärischen Polizei (engl: IPS Iraqi Police Service) eng zusammen. Die ICDC besteht dabei u.a. aus der 60. ICDC-Brigade.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft des Irak
Wichtigster Wirtschaftszweig des Landes ist die Erdölförderung. Der Irak ist Gründungsmitglied der am 14. September 1960 gegründeten OPEC und hat nach Saudi-Arabien die größten erkundeten Erdölvorräte (113 Mrd. Barrel). Man schätzt, dass sich die gesamten Vorräte auf bis zu 250 Mrd. Barrel belaufen könnten. 2001 wurden fast 98 Millionen Tonnen gefördert. Bei voller Leistung der Förderanlagen ist eine Förderung von bis zu 6 Mio. Barrel täglich möglich. Nach der Verstaatlichung der Erdölgesellschaften (1972) und der Ölkrise (1973) erlebte der Irak in den 1970er Jahren einen Wirtschaftsaufschwung, das nach Ausbruch des Ersten Golfkrieges 1980 ein Ende fand. Durch die beiden Golfkriege (1980 - 1988 und 1990/91) sowie des UN-Embargos (1991 - 2003) wurde die Wirtschaft fast lahmgelegt. Mit 120 Milliarden US-$ Schulden zählt der Irak zu den am höchstan verschuldeten Länder der Welt.
Die Vereinten Nationen haben am 22. März 2003 die Sanktionen gegen den Irak aufgehoben. Die USA und Großbritannien behielten sich als Besatzungsmächte bis zur Einsetzung einer Regierung die finanzielle Verwaltung der irakischen Erdölförderung vor.
Die geplante Privatisierung der bis dahin staatlichen Erdölindustrie wird wegen Zuschlag an amerikanische Konzerne von vielen Irakern kritisch gesehen.
Die EU hat am 5. März 2004 für das laufende Jahr 160 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe zugesagt. Das Geld soll vor allem in das Bildungswesen, die Wasserversorgung und die medizinischen Einrichtungen investiert werden.
Kultur
Film
- „Turtles can fly“, deutsch: „Schildkröten können fliegen“ von Bahman Ghobadis. Erste internationale irakische Produktion seit 26 Jahren.
Literatur
- Stephan Kloss: Mein Bagdad-Tagebuch - Als Kriegsreporter im Brennpunkt Irak. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2003. ISBN 3596161428
- Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam, Darmstadt 2001, ISBN 3534141180
- FAZ 30. Juni 2004, p.7: Umfrage im Irak zu Leben, Politik und Zukunft.
- Hadi Malik: Irak, Quo vadis ? Havibun - Verlag, Berlin 2004, ISBN 3937716246
- Christoph Reuter/Susanne Fischer:´Cafe Bagdad - Der ungeheure Alltag im neuen Irak. Berichte bis August 2004
- Ali, Tariq: Bush in Babylon, Die Re-Kolonisierung des Irak Diederichs Verlag Kreuzlingen, ISBN 3-7205-2480-9
- Mary Kreutzer, Thomas Schmidinger (Hg): Irak - Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie? ça-ira-Verlag 2004. ISBN 3-924627-85-1
Weblinks
- http://www.niqash.org/ – NIQASH: aktuelle Informationen (seit Juni 2005) zu Diskussionen im Irak, (z.B. Verfassungserabeitung), Blogger, Foren und Radiobeiträge aus dem Irak engl./arab./kurd.
- http://www.bessereweltlinks.de/irak.htm – „Bessere Welt“ Links - Linkliste zum Irak
- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,IRQ,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Irak
- http://www.heise.de/tp/deutsch/special/irak/default.html – Telepolis: Irak
- http://www.iraqfoundation.org/ – Iraqfoundation (engl.)
- http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen_popup/0,1658,OID3322284,00.html – Irakische Übergangsregierung
- http://www.electionmonitoriraq.com/ – Aktuelle Informationen zur Irak-Wahl (engl./arab.)
- http://www.km.bayern.de/blz/web/irak/ – Zusammenfassung der Geschichte und Entwicklung Iraks bis heute; von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
- http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=62 – Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- http://derstandard.at/?id=2181625 Der Standard vom 22.Sept.2005: Zustände in Basra nach einer britischen Militäraktion im September 2005
Kategorie:Staat
!
Kategorie:Nahost
ja:イラク
ko:이라크
ms:Iraq
simple:Iraq
th:ประเทศอิรัก
zh-min-nan:Iraq
SchiitenDie Schia (von Schi'at Ali = "die Partei Alis") ist eine der drei ursprünglichen Glaubensrichtungen im Islam. Ihre Anhänger, die Schiiten, betrachten Ali ibn Abi Talib (), den Schwiegersohn des Propheten, als dessen rechtmäßigen Nachfolger (Kalifen). (siehe auch Sunniten und Kharidjiten)
Heute stellen die Schiiten neben den Sunniten eine der beiden Hauptgruppen des Islam dar. Sie machen etwa 15 Prozent aller Muslime aus.
Die Schiiten als eine große Richtung des Islam unterteilen sich in die so genannten
- Imamiten oder Zwölfer-Schiiten, als die bei weitem größte Gruppe der Schiiten, die heute hauptsächlich im Iran, Irak, Afghanistan, Aserbaidschan, Bahrain, Pakistan und im Libanon leben.
- Ismailiten oder Siebener-Schiiten, die heute vor allem in Syrien, Afghanistan, Pakistan und Indien leben.
- Zaiditen oder Fünfer-Schiiten, die fast ausschließlich im Nord-Jemen leben.
Die Gruppen unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl der anerkannten Imame.
Schiitische Staaten in der Geschichte
- Bujiden-Reich im westlichen Iran und Baghdad
- Fatimiden
- Kalifat der Fatimiden in Kairo (909-1117)
- (Ismailiten)
- Bahrain und Oman im 9. Jahrhundert.
- Persien bzw. heutiger Iran (Staatsreligion seit 1501)
Ursprung und Entstehung
Die Schiiten haben ihren Ursprung in der Auseinandersetzung innerhalb des Islam bezüglich der Frage, wer nach dem Tod Mohammeds im Jahr 632 n. Chr. sein legitimer Nachfolger sein sollte. Während sich die Mehrheit der Muslime darauf einigte, einen Kalifen (arabisch khalifa: Nachfolger) zu benennen, der die religiöse und politische Führung der Muslime übernehmen, jedoch keine göttlich autorisierte Legitimität beanspruchen sollte, lehnte eine Minderheit der Muslime diese Entscheidung ab, in der Überzeugung, Gott selbst würde den rechtmäßigen Nachfolger auswählen. Mit Bezug auf den Koranvers „Von seiner Partei ist auch Abraham” (Sure 37, 83) waren sie der Ansicht, der Nachfolger Mohammeds müsse aus dessen Familie stammen, und glaubten, in Ali ibn Abi Talib, dem Vetter und Schwiegersohn des Propheten, den rechtmäßigen und von Gott erwählten Kalifen gefunden zu haben. Aus diesem Grund bezeichneten sich die Schiiten als Schi’at Ali.
Nachfolger Muhammads wurde jedoch nicht Ali, sondern Abu Bakr. Der Nachfolgestreit verschärfte sich, als nach Abu Bakrs zweijähriger Amtszeit Ali erneut nicht gewählt wurde. Erst nachdem drei andere Kalifen vor ihm regiert hatten, wurde Ali 656 in der Moschee von Medina zum Kalifen proklamiert. Nach schiitischer Auffassung kam mit ihm der einzig legitime Nachfolger Mohammeds an die Macht. Ali wurde jedoch nicht allgemein anerkannt. Er musste sich aus Medina in den Irak zurückziehen, wo die Stadt Kufa seine Residenz wurde und wo er 661 ermordet wurde. Seither wird er von den Schiiten als geistiger Ahnherr und erster Märtyrer verehrt.
Muawiya, der Begründer der Umayyaden-Dynastie, wurde der nächste Kalif. Hassan ibn Ali, einer von Alis Söhnen, der von den Schiiten als der zweite Imam angesehen wird, verzichtete auf eine Konfrontation mit Muawija und zog sich aus der Politik zurück. Als Muawiya 680 starb und seinen Sohn Yazid als Nachfolger einsetzte, stieß dieser Schritt auf Ablehnung unter einigen Muslimen. So führte Alis zweiter Sohn, Husain, im Jahr 680 seine Familie und seine Anhänger gegen die Armee des Kalifen Yazid, nachdem er von den in Kufa lebenden Muslimen zu einem solchen Aufstand gedrängt wurde. Husain wurde, nachdem ihn seine kufistischen Verbündete verraten hatten, bei Kerbela in der irakischen Wüste von Soldaten im Auftrag des omaijadischen Gouverneurs im Irak gestellt und am 10. Oktober 680 (10. Muharram 61 islamischer Zeitrechnung) ermordet. Die Schi’at Ali war politisch gescheitert.
Literatur
- Heinz Halm: Die Schia. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03136-9
- Heinz Halm: Der schiitische Islam. Verlag C.H.Beck, München 1994, ISBN 3-406-37437-9
Weblinks
- [http://www.al-shia.de/ Shia Islamportal]
- [http://www.izhamburg.de/ Islamisches (Schiitisches) Zentrum Hamburg]
Kategorie:Islam
ja:シーア派
ko:시아파
ms:Syiah
th:ชีอะหฺ
SunnitenDie Sunniten sind Anhänger der zahlenmäßig größten Glaubensrichtung im Islam. Sunniten stellen in allen islamischen Ländern die Mehrheit der Muslime, außer im Iran, im Irak, in Bahrain, in Aserbaidschan, im Jemen, im Oman und im Libanon.
Sie lassen sich wiederum nach den sunnitischen Rechtsschulen (Madhhab) in Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten einteilen.
Die Unterschiede zur zweitgrößten Glaubensrichtung, deren Anhänger als Schiiten bezeichnet werden, liegen in der Überzeugung, auf welche Grundlage sich die Herrschaft des obersten Führers (Kalif bei den Sunniten, Imam bei den Schiiten) gründet. Für die Sunniten ist der Kalif ein Führer, der von seinen Anhängern aufgrund seiner weltlichen, administrativen Fähigkeiten gewählt wird. Für die Schiiten kann der Imam hingegen nur ein rechtmäßiger Nachfolger Mohammeds sein, der von Gott auserwählt ist. Während der Kalif also nur ein weltlicher Verteidiger der Religionsgemeinschaft ist, stellt der Imam im Glauben der Schiiten ein unfehlbares und vollkommenes geistliches und mit diviner Macht ausgestattetes Oberhaupt dar.
Die besonders im Irak schwelenden Feindseligkeiten zwischen Sunniten und Schitten beruhen auf den Schwierigkeiten, die diese unterschiedlichen Auffassungen für die Machtansprüche der jeweiligen Führer bedeuten.
Sunnitische Staaten
- Umayyaden
- Kalifat der Umaijaden (661-759)
- Emirat von Córdoba (756-?)
- Kalifat von Córdoba (929-1031)
- Abbasiden
- Kalifat der Abbasiden (750-1258)
- Kalifat der Abbasiden in Kairo (1361-1517)
Siehe auch
- Sunna
- Schiiten
- Charidschiten
Kategorie:Islam
ja:スンナ派
ms:Sunah Waljamaah
Yazid I.Yazid I. () ( - 644; † 11. November 683) war der zweite Kalif der Umayyaden (680-683).
Als Sohn von Muawiya I. und der Südaraberin Maisun übernahm Yazid ibn Muawiya nach dem Tod seines Vater (680) die Herrschaft im Kalifat. Zwar nahm Yazid 669 schon an der Belagerung von Konstantinopel teil, doch war er nach der Regierungsübernahme eher am inneren Ausbau des Reiches interessiert. So beließ er die bewährten Statthalter seines Vaters in ihren Ämtern, verstärkte die Grenzbefestigungen und reformierte das Finanzwesen. Besonderes Interesse zeigte er für den Ausbau der Bewässerungsanlagen in der Umgebung von Damaskus.
Allerdings weitete sich die Opposition gegen die Erblichkeit des Kalifats unter den Umayyaden weiter. So wurde Yazid I. im Hedschas sowie Teilen des Irak und des Iran nicht als rechtmäßiger Herrscher anerkannt. Zwar konnte ein Aufstand der Aliden in Kufa niedergeschlagen und Hussein ibn Ali in der Schlacht von Kerbala getötet werden (10. Oktober 680), doch erforderte die Opposition des Abdallah ibn az-Zubair in Mekka einen Feldzug in den Hedschas. Nachdem schon Medina geplündert worden war, wurde bei der Belagerung Mekkas durch die Umayyaden auch die Kaaba schwer beschädigt (683).
Große Eroberungen konnten unter diesen innenpolitischen Umständen nicht erfolgen. Zwar stießen die Muslime unter Uqba ibn Nafi durch den Maghreb bis zum Atlantik vor, doch wurden sie 683 von den Berbern vernichtend geschlagen, so dass sich die Truppen nach Tripolitanien zurückziehen mussten. Auch gegen Byzanz erlitten die Muslime einige Rückschläge, als dieses Rhodos und Zypern zurückeroberte und erneut die Seeherrschaft im Mittelmeer gewann (683).
Nach dem frühen Tod von Yazid I. wurde dessen Sohn Muawiya II. (683-684) neuer Kalif, bevor Marwan I. (684-685) die Umayyaden-Linie der Marwaniden an die Macht brachte.
Der schnelle Wechsel der Kalifen und der Rückzug der umayyadischen Truppen aus dem Hedschas nach dem Tod Yazid I. führte zur Ausrufung des Kalifen Abdallah ibn az-Zubair (684-692) und zu einer schweren Krise der umayyadischen Herrschaft.
Siehe auch
- Liste der Kalifen
Literatur
- Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3
Kategorie:Mann
Kategorie:Kalif
Kategorie:Geboren 644
Kategorie:Gestorben 683
ms:Yazid bin Muawiyah
Muawiya I.Muˁāwiya I. () ( - 603 in Mekka; † 18. April 680 in Damaskus) war der erste Kalif der Umayyaden (661-680) und Begründer dieser Dynastie. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der arabischen Geschichte.
Muawiya als Statthalter von Syrien (639-661)
Muawiya ibn Abi Sufyan wurde 603 als Mitglied der einflussreichen Sippe der Umayyaden in Mekka geboren. Sein Vater Abu Sufyan war der Führer der Quraisch gegen den Propheten Mohammed. Muawiya diente nach seinem Übertritt zum Islam (630) Mohammed als Sekretär. Später nahm er an der Eroberung von Syrien teil und wurde 639 vom Kalif Umar ibn al-Chattab zum Statthalter dieser Provinz ernannt. Als solcher organisierte er den Aufbau einer muslimischen Flotte im Mittelmeer, mit der die byzantinische Flotte 645 erstmals vor Lykien besiegt werden konnte. 652 konnte er auch durch Anatolien bis zum Bosporus vorstoßen.
Nach der Ermordung von Kalif Uthman ibn Affan (656) schlossen sich dessen Anhänger teilweise Muawiya an. Dieser erkannte den neu gewählten Kalifen Ali ibn Abi Talib (656-661) nicht an, dem er vorwarf an der Ermordung seines Vorgängers mitverantwortlich zu sein. Die Auseinandersetzungen gipfelten in der Schlacht von Siffin, die aber zu keiner Entscheidung führte, als sich Ali auf Verhandlungen einließ. Die darauf folgende Spaltung der Partei Alis (Schia) stärkte die Position Muawiyas, so dass er nach der Ermordung Alis (661) von allen Muslimen als Kalif anerkannt wurde.
Muawiya als Kalif (661-680)
Muawiya begann mit der Sicherung der Herrschaft der Umayyaden. So wurde Hassan ibn Ali, der älteste Sohn von Ali durch Pensionen zum Verzicht auf seine Herrschaftsansprüche bewegt. Auch wurde das Reich mit Hilfe von Amr ibn al-As in Ägypten und Ziyad ibn Ali im Irak reorganisiert. Dabei wurde in den verschiedenen Reichsteilen auf die noch vorhanden byzantinischen und persischen Verwaltungsstrukturen zurückgegriffen. Neue Hauptstadt des Kalifats wurde Damaskus, womit Medina endgültig seine politische Bedeutung verlor.
Muawiya propagierte die Erblichkeit des Kalifenamts. So designierte er schon 669 seinen Sohn Yazid zum Thronfolger. Allerdings gelang es den Umayyaden bis zu ihrem Untergang nicht, ihrer Herrschaft eine religiöse Legitimation zu verleihen.
Unter der Herrschaft Muawiyas wurde die Expansion durch die Muslime wieder aufgenommen. So begann unter Uqba ibn Nafi die Unterwerfung des Maghreb. Auch die Eroberung des Ostiran wurde weitergeführt. Der Gouverneur von Zypern schloß einen Vertrag mit dem Kalifen, der ihm gegen regelmäßige Tributzahlungen den Frieden sicherte. Allerdings scheiterte mit den erfolglosen Belagerungen von Konstantinopel (668-669 und 674-678) die Eroberung von Byzanz, auch wenn dieses in der Folgezeit den Muslimen Tribute entrichtete.
Muawiya I. starb am 18. April 680 in Damaskus, wo er auch bestattet wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der arabischen Geschichte.
Literatur
- Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. 4. Auflage. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
- Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3
Kategorie:Mann
Kategorie:Person des Islam
Kategorie:Geboren 603
Kategorie:Gestorben 680
ja:ムアーウィヤ
ms:Muawiyah bin Abu Sufyan
Ali Zain al-AbidinAli Zain al-Abidin, , ( - 658; † 713) war Sohn al-Husains und damit Urenkel des Propheten Mohammed. Seine Mutter war Schahr Banu, die Tochter des letzten Sassaniden-Herrschers Yazdegerd III.. Er war somit nicht nur ein Nachkomme des Propheten Mohammed, sondern auch gleichzeitig ein (nicht mehr offizieller) Prinz von Persien. Deshalb wurde er auch Ibn al-Khiyaratayn (von den zwei Besten) genannt. Gemeint ist damit seine doppelt-noble Abstammung - allerdings in beiden Fällen durch die weibliche Linie.
Er war der vierte und letzte allgemein anerkannte Imam, der allen drei Hauptzweigen der Schiiten gemeinsam ist.
Kategorie:Mann
Kategorie:Geboren 658
Kategorie:Gestorben 713
12. NovemberDer 12. November ist der 316. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 317. in Schaltjahren) - somit bleiben 49 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1893 - Die Teilung Afghanistans für 100 Jahre wird vom damaligen Außenminister der Britisch-Indischen Verwaltung, Sir Henry Mortimer Durand, entlang der so genannten Durand-Linie durchgesetzt, um die indischen Besitztümer der Briten nach Westen hin zu sichern.
- 1918 - In Wien wird die Republik Deutschösterreich ausgerufen.
- 1918 - Die Bayerische Volkspartei (BVP) wird in Regensburg gegründet.
- 1918 - Frauen erlangen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht
- 1920 - Der Vertrag von Rapallo wird zwischen Italien und dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen geschlossen.
- 1927 - Leo Trotzki wird aus der KPdSU ausgeschlossen, was Joseph Stalin zum uneingeschränkten Herrscher über die Sowjetunion macht.
- 1933 - Die NSDAP veranstaltet Reichstagswahlen, bei der nur sie wählbar ist.
- 1944 - Britische Bomber versenken das deutsche Schlachtschiff Tirpitz in Norwegen.
- 1948 - Mit dem bislang einzigen Generalstreik in Westdeutschland demonstrieren mehrere Millionen Arbeitnehmer in der amerikanischen und der britischen Besatzungszone für Lohnerhöhungen und die Wiedereinführung der Preiskontrollen.
- 1953 - Gründung des SFB (Sender Freies Berlin).
- 1955 - Die ersten 101 Rekruten der Bundeswehr beginnen ihren Dienst.
- 1973 - Nach dem Rücktritt von Vizepräsident Spiro Theodore Agnew nominiert Präsident Richard Nixon Gerald Rudolph Ford als Nachfolger.
- 1991 - Santa-Cruz-Massaker in Osttimor - über 270 Menschen sterben
- 1992 - Erich Honecker und fünf andere SED-Größen stehen wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze vor Gericht.
- 1994 - Frau Chandrika Bandaranaike Kumaratunga wird Staatsoberhaupt in Sri Lanka
- 1995 - Erste freie Parlamentswahlen in Aserbaidschan.
- 1996 - Mena-Konderenz in Kairo, Ägypten
Wirtschaft
- 1938 - Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben; Abschluss der Arisierung.
- 1998 - Daimler-Benz und Chrysler fusionieren
- 2003 - In Paris, Frankreich treffen sich schätzungweise 50 000 Globalisierungskritiker zum 2. Europäischen Sozialforum, das bis zum 16. November dauern wird.
Wissenschaft, Technik
Europäischen Sozialforum
- 1799 - Alexander von Humboldt beobachtet und beschreibt in Cumaná (Venezuela) einen Meteorstrom der Leoniden – spätere Grundlage für die Erkenntnis, dass solche Himmelsereignisse periodisch auftreten.
- 1862 - Der Asteroid (77) Frigga wird von C. H. F. Peters entdeckt.
- 1877 - Die erste deutsche Telegraphenlinie mit Fernsprechern wird bei Berlin zwischen Rummelsburg und Friedrichsberg eröffnet.
- 1901 - Der Asteroid (479) Caprera wird von Luigi Carnera entdeckt.
- 1980 - Die amerikanische Raumsonde Voyager 1 fliegt am Saturn vorbei und liefert viele Fotos von Saturn, seinen Ringen und Monden.
Kultur
- 1856 - Uraufführung der Operette "Six Demoiselles à marier" von Léo Delibes am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris.
- 1909 - Uraufführung der Operette "Der Graf von Luxemburg" von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien.
- 1987 - Das Frankfurter Opernhaus wird durch Brandstiftung zerstört. Der Wiederaufbau kostet 170 Millionen DM.
Religion
- 2002 - In Potsdam unterzeichnen Ministerpräsident Matthias Platzeck und der Apostolische Nuntius Giovanni Lajolo das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Brandenburg. Brandenburg ist das letzte der neuen Länder, das nach 10jähriger Vorbereitungszeit einen deratigen Vertrag abschließt.
Katastrophen
- 1908 - Bei einer Schlagwetter-Explosion in der Zeche Radbod in Hamm (Westfalen) sterben 348 Bergleute.
- 1970 - Ein Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h und meterhohen Flutwellen trifft Bangladesch (damals Ostpakistan): 300’000 Tote.
- 1996 - Bei der Kollision zwischen einer Boeing 747 der Saudi Arabian Airways und einer Iljushin 76 der Kazak Airlines im Luftraum über Indien sterben alle 349 Personen in beiden Flugzeugen.
- 1999 - Ein Erdbeben im Nordwesten der Türkei fordert ca. 370 Tote.
- 2001 - New York City: Ein Airbus A300 der American Airlines, auf dem planmäßigen Flug nach Santo Domingo stürzt weniger als 3 Minuten nach dem Start vom John F. Kennedy International Airport in bewohntes Gebiet. Alle 260 Personen an Bord sowie 6 Anwohner sterben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1999 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Phil Jackson in Las Vegas durch KO.
- 2004 - Die deutsche Triathletin Nina Kraft wird für zwei Jahre wegen EPO-Doping gesperrt.
Geboren
- 1615 - Richard Baxter, englischer Theologe
- 1648 - Juana Inés de la Cruz, mexikanische Dichterin
- 1746 - Jacques Alexandre César Charles, französischer Physiker und Luftfahrtpionier
- 1755 - Gerhard Johann David von Scharnhorst, preußischer General
- 1780 - Pieter Retief, burischer Pionier (Voortrekker)
- 1789 - Philipp Jakob Siebenpfeiffer, deutscher politischer Publizist und eine der Schlüsselfiguren beim Hambacher Fest
- 1789 - Stephan Metz, Mainzer Bürgermeister
- 1790 - Gottlieb Heinrich Schmückert, deutscher Generalpostdirektor
- 1817 - Baha'u'llah, persischer Religionstifter der Baha'i-Religion
- 1819 - George Eliot, Pseudonym der englischen Schriftstellerin Mary Ann Evans
- 1831 - Anton Kerner von Marilaun, österreichischer Botaniker und Professor
- 1834 - Alexander Porfirjewitsch Borodin, russischer Komponist, Chemiker und Mediziner
- 1834 - Franz Brandts, deutscher Industrieller
- 1840 - Auguste Rodin, französischer Bildhauer
- 1842 - John William Strutt, britischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1848 - Eduard Müller, schweizerischer Politiker
- 1850 - Michail Iwanowitsch Tschigorin, russischer Schachspieler
- 1850 - Therese von Bayern, deutsche Ethnologin, Zoologin, Botanikerin und Anthropologin
- 1851 - Eduard Engel, deutscher Literaturhistoriker und Stilist jüdischer Herkunft
- 1853 - Oskar Panizza, deutscher Arzt und Schriftsteller
- 1863 - Johannes Thienemann, deutscher Ornithologe
- 1866 - Sun Yat-sen, chinesischer Politiker
- 1881 - Maximilian von Weichs, deutscher Generalfeldmarschall des 2. Weltkriegs
- 1881 - Ulrich von Hassell, deutscher Diplomat und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
- 1882 - Giuseppe Borgese, italienischer Autor
- 1891 - Seth Barnes Nicholson, US-amerikanischer Astronom
- 1897 - Hans Deppe, deutscher Regisseur
- 1898 - Leopold Okulicki, Führer der polnischen Heimatarmee
- 1899 - Hildegard Bleyler, deutsche Politikerin und MdB
- 1899 - Wilhelm Lachnit, deutscher Maler und Graphiker
- 1907 - Ernst Albrecht, deutscher Sportler
- 1908 - Amon Göth, KZ-Aufseher
- 1908 - Hans Werner Richter, deutscher Schriftsteller
- 1910 - Kurt Hoffmann, deutscher Filmregisseur
- 1912 - Bernardino Echeverría Ruiz, Erzbischof von Guayaquil und Kardinal
- 1914 - Peter Whitehead, englischer Rennfahrer
- 1915 - Roland Barthes, französischer Kritiker
- 1920 - Joe Stafford, US-amerikanische Sängerin
- 1920 - Richard Quine, US-amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor, Komponist, Produzent und Filmregisseur
- 1922 - Charlotte MacLeod, kanadische Krimi-Schriftstellerin
- 1923 - Loriot (Vicco von Bülow), deutscher Zeichner und Schauspieler
- 1923 - Vicco von Bülow, deutscher Humorist, Zeichner, Schauspieler und Regisseur
- 1925 - Heinz Schubert, deutscher Schauspieler
- 1928 - Henry Büttner, deutscher Karikaturist
- 1929 - Grace Kelly, US-amerikanische Schauspielerin, Fürstin Gracia Patricia von Monaco
- 1929 - Michael Ende, deutscher Schriftsteller
- 1930 - Tonke Dragt, niederländische Kinder- und Jugendbuch-Schriftstellerin
- 1931 - Bob Crewe, US-amerikanischer Musikproduzent und Songschreiber
- 1933 - Bruno Sacco, italienischer Konstrukteur und Designer ('Stilist') bei Mercedes-Benz
- 1934 - Charles Manson, US-amerikanischer Sektenführer und Massenmörder
- 1934 - Vava, brasilianischer Fußballspieler
- 1935 - Ljudmila Gurtschenko, russische Sängerin und Schauspielerin
- 1936 - Charlotte Davis, US-amerikanische Sängerin
- 1936 - Inge Brück, deutsche Sängerin
- 1936 - Mort Shuman, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1938 - Benjamin William Mkapa, tansanischer Politiker
- 1938 - Richard George May, britischer Jurist am Internationaler Strafgerichtshof
- 1939 - Lucia Popp, österreichische Sängerin
- 1940 - Jürgen Todenhöfer, deutscher Politiker und MdB
- 1941 - Rainer Riehn, deutscher Komponist und Dirigent
- 1942 - Dieter Wedel, deutscher Regisseur und Drehbuchautor
- 1942 - Stephanie Powers, US-amerikanische Schauspielerin
- 1942 - Nikolaus Amrhein, deutscher Biochemiker und Pflanzenwissenschaftler
- 1943 - Brain Hyland, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - John Walker, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Wallace Shawn, US-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller
- 1944 - Booker T. Jones, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1945 - Neil Young, kanadischer Rockmusiker
- 1946 - Arthur Tavares, US-amerikanischer Sänger
- 1946 - Keith Claudius Mitchell, Premierminister von Grenada seit 1995
- 1948 - Donald Johnson, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Egon Schmitt, Fußballspieler
- 1948 - Errol Brown, britischer Sänger und Songschreiber
- 1952 - Ernie Fletcher, US-amerikanischer Gouverneur von Kentucky
- 1952 - Thomas Lengauer, deutscher Informatiker
- 1953 - Ursula Mogg, deutsche Politikerin und MdB
- 1955 - Leslie McKeown, britischer Sänger (Bay City Rollers)
- 1961 - Nadia Comăneci, rumänische Kunstturnerin und Olympiasiegerin
- 1964 - Thomas Berthold, deutscher Fußballspieler
- 1970 - Tonya Harding, US-amerikanische Eiskunstläuferin
- 1973 - Egil Gjelland, norwegischer Biathlet
- 1975 - Dario Šimić, kroatischer Fußballspieler
- 1976 - Judith Holofernes, Sängerin der Band "Wir sind Helden"
- 1978 - Alexandra Maria Lara, rumänische Schauspielerin
- 1980 - Ryan Gosling, US-amerikanische Schauspieler
- 1981 - Annika Becker, deutsche Leichtathletin
- 1982 - Anne Hathaway, US-amerikanische Schauspielerin
Gestorben
- 574 - Aemilianus von Cogolla, spanischer Einsiedler, Lehrer und Wundertäter ( - um 474)
- 607 - Bonifatius III., Papst im Jahre 607
- 1035 - Knut der Große, König von Dänemark ( - 995)
- 1168 - Fegerin von Wadgassen, Abt der Prämonstratenser
- 1463 - Diégo von Alcalá, spanischer Franziskaner und Wunderheiler; katholischer Heiliger ( - 1400)
- 1484 - Andrea Zamometic, Erzbischof von Cranea (Kroatien) ( - 1420)
- 1555 - Stephen Gardiner, englischer Bischof ( - um 1490)
- 1567 - Anne de Montmorency, französischer Heerführer
- 1595 - John Hawkins, britischer Seefahrer ( - 1532)
- 1623 - Josaphat Kunzewitsch, Basilianermönch, slawischer Prediger und Märtyrer ( - 1580)
- 1635 - Julius Wilhelm Zincgref, deutscher Schriftsteller
- 1723 - Joseph Clemens von Bayern, Erzbischof von Köln
- 1746 - Georg Wilhelm Steller, deutscher Naturforscher
- 1852 - Adolph Schoder, württembergischer Politiker
- 1857 - Manuel Ceferino Oribe y Viana, uruguayanischer Staatspräsident ( - 1792)
- 1869 - Johann Friedrich Overbeck, deutscher Maler ( - 1789)
- 1879 - Jakob Heine, deutscher Arzt ( - 1800)
- 1893 - Alexander Freiherr von Bach, österreichischer Politiker ( - 1813)
- 1903 - Camille Pissarro, französischer Maler ( - 1830)
- 1921 - Fernand Khnopff, belgischer Maler und Grafiker ( - 1858)
- 1941 - Leo Graetz, deutscher Physiker
- 1944 - George Birkhoff, US-amerikanischer Mathematiker ( - 1884)
- 1944 - Otto Blumenthal, deutscher Mathematiker ( - 1876)
- 1948 - Umberto Giordano, italienischer Komponist des Verismus ( - 1867)
- 1949 - Walter Buch, Reichsleiter der NSDAP
- 1962 - Joseph Georg Oberkofler, österreichischer Jurist, Erzähler und Lyriker ( - 1889)
- 1988 - Tomasz Sikorski, polnischer Komponist
- 1994 - Wilma Rudolph, US-amerikanische Leichtathletin
- 2000 - Leah Rabin, israelische Politikerin, Ehefrau von Yitzhak Rabin
- 2003 - Jonathan Brandis, US-amerikanischer Schauspieler
- 2004 - Usko Meriläinen, finnischer Komponist und Dirigent ( - 1930)
Feiertage und Gedenktage
- Ämilian
- Christian, Diego, Emil, Emiliane, Kunibert, Lewin, Rene
Siehe auch
- 11. November – 13. November
- 12. Oktober - 12. Dezember
- Historische Jahrestage – Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1112
ja:11月12日
ko:11월 12일
simple:November 12
Drittes Konzil von KonstantinopelDas dritte Konzil von Konstantinopel (das sechste ökumenische Konzil) fand 680-681 statt. Es setzte sich mit dem Monotheletismus auseinander. Unter anderem wurde über Papst Honorius I. wegen seiner nachgiebigen Haltung gegenüber den Monotheleten posthum das Anathema verhängt.
Nach Auslegung der Orthodoxe Kirchen war die Trullanische Synode 691 am gleichen Ort eine Fortsetzung des dritten Konzil von Konstantinopel.
Kategorie:680er
Konstantinopel3
Konzil Konstantinopel3
Konzil Konstantinopel3
MonotheletismusDer Monotheletismus (von griechisch monos - ein und theleo - wollen,) ist eine christologische Lehre, nach der Christus zwei Naturen - eine göttliche und eine menschliche - aber nur einen Willen (Ziel, Zielausrichtung) besitzt. Jesus sei zwar eine eigene Person, deren Wille aber von Gott vollständig diktiert sei.
Er wurde Anfang des 7. Jahrhunderts unter dem oströmischen Kaiser Herakleios entwickelt, um die Position von Chalcedon und deren Zweinaturenlehre Christi mit der monophysitischen auszusöhnen. Die Monophysiten sollten auf diese Weise wieder in die Reichskirche eingeliedert werden, aus der sie zuvor exkommuniziert worden waren.
Trotz der Sympathien des Kaisers und des Papstes Honorius I. wurde der Monotheletismus sowohl von der Ost- als auch von der Westkirche letztlich zurückgewiesen und selbst von den Monophysiten nicht akzeptiert. Maximus der Bekenner wandte sich besonders intensiv gegen diese Lehre. Auf dem 3. Konzil von Konstantinopel im Jahr 680 wurde die Lehre als Häresie verurteilt, und die bis heute bestehende Doktrin ausgegeben, dass Christus zu jeder seiner beiden Naturen einen Willen besitzt, und der menschliche dem göttlichen Willen untergeordnet ist.
Die Maroniten im Libanon sind heute noch Monotheleten.
Weblinks
- [http://www.theologie-systematisch.de/christologie/5chalcedon.htm Aktuelle Literatur zum Monotheletismus]
Kategorie:Theologie
Kategorie:Alte Kirche
Honorius I.Honorius I. war Papst vom 3. November 625 bis zum 12. Oktober 638. Es heißt, dass das Fest der Erhebung des Kreuzes (Fest der Kreuzeserhöhung) während seines Pontifikats eingeführt wurde, das auch durch bemerkenswerte Missionierungen aufgefallen sei.
Für seine nachgiebige Haltung gegenüber den Monotheleten - die mit der des Kaisers Heraclius übereinstimmte - traf ihn vierzig Jahre nach seinem Tod das Anathema durch das 3. Konzil von Konstantinopel 680. Mehrere Päpste, etwa Leo II., bestätigten das Anathema (Kirchenbann) später. Dieses Anathema war ein Hauptargument gegen das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes in den Diskussionen rund um das Erste Vatikanische Konzil von 1870.
Weblinks
- - von Michael Tilly (Band II (1990), deutschsprachig);
- [http://www.newadvent.org/cathen/07452b.htm Catholic Encyclopedia: Pope Honorius I] (englischsprachig)
Literatur
- Anton Thanner (Herausgegeben von Georg Schwaiger): Papst Honorius I. (625-638). Studien zur Theologie und Geschichte, Bd. 4. (1989). ISBN 3-88096-904-3.
Kategorie:Papst
Kategorie:Mann
Kategorie:Gestorben 638
ko:교황 호노리오 1세
ErwigErwig († 687) war in den Jahren 680-687 König der Westgoten.
Er war oströmischer Herkunft, besaß aber auch verwandtschaftliche Beziehungen zum früheren westgotischen König Chindaswinth. Er selbst kam an die Macht, nachdem er im Oktober 680 König Wamba vergiften ließ. Eine Woche später ließ sich Erwig salben, 681 stellte das 12. Konzil von Toledo die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft fest. In seiner Regierungszeit kam es erneut zu Judenverfolgungen.
Als Nachfolger bestimmte er seinen Schwiegersohn Egica, den Mann seiner Tochter Cixillo.
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Goten)
Kategorie:Gestorben 687
WambaWamba († 688) war in den Jahren 672-680/681 König der Westgoten.
Wamba folgte als König auf Rekkeswinth, wobei sich bei seiner Inthronisation erstmals eine Königssalbung bei den Westgotenkönigen nachweisen lässt. Er hatte in seiner Regierungszeit die Rebellionen des Hilderich von Nimes und des Paulus, eines Heerführers, niederzuschlagen. Er gründete aus eigener Machtvollkommenheit mehrere Bistümer (u.a. Aquis), was ihn in Gegensatz zum westgotischen Klerus brachte. Im Oktober 680 wurde er auf Betreiben des Erwig vergiftet, der oströmischer Herkunft und mit dem früheren König Chindaswinth verwandt war.
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Goten)
Kategorie:Gestorben 680
WestgotenGoten#Westgoten
LaonDie französische Stadt Laon [] ist die Hauptstadt (préfecture) des Départements Aisne. In Laon wohnen ungefähr 26.000 Menschen.
Aisne
Die Stadt verfügt über viele mittelalterliche Bauwerke, darunter die berühmte Kathedrale von Laon. Sie ist eine der bedeutendsten frühgotischen Kathedralen Frankreichs. Der weitreichende Einfluß ihrer Architektur ist nicht nur in der englischen Gotik nachweisbar, sondern auch am Bamberger und Naumburger Dom.
Söhne und Töchter der Stadt
- Bertrada die Ältere, die Stifterin der Abtei Prüm, sowie deren Tochter
- Bertrada die Jüngere, auch Bertrada von Laon genannt, die Ehefrau Pippins des Jüngeren und Mutter von Karl dem Großen
- Désiré Dondeyne, französischer Komponist und Dirigent
- Heribert von Laon, Graf von Laon in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts, und seine Ehefrau
- Jacques Marquette, Mönch und Entdecker des Mississippi (1637-1674)
- Pierre Méchain, französischer Astronom
Wirtschaft
Verkehr
Der ÖPNV wird durch die Verkehrsbetriebe der Stadt, die Transports Urbains Laonois, kurz TUL, abgewickelt. Sie betreiben neben verschiedenen Buslinien auch eine Standseilbahn, den Funiculaires Laon, zwischen dem Bahnhof und dem Rathaus in der Altstadt.
Partnerstädte
- Soltau in Deutschland
Weblinks
- [http://www.ville-laon.fr Offizielle Website]
Kategorie:Ort in der Picardie
ja:ラン (フランス)
Pippin der MittlerePippin der Mittlere oder Pippin von Herstal ( - um 635; † 16. Dezember 714 in Jupille bei Lüttich) aus dem Geschlecht der Karolinger bzw. Arnulfinger war von 679 bis 714 der tatsächliche Machthaber im Frankenreich, seit 680 als dux (Herzog), und ab 688 als Hausmeier (principale regimine majorum domus). Sohn von Ansegisel und Begga.
Nach dem Sturz und der Hinrichtung seines Onkels Grimoalds des Älteren 656/657 schien die Dynastie Pippins des Älteren vor dem Erlöschen zu stehen. In den 670er Jahren waren von seinen Nachkommen nur noch seine Tochter Begga und deren Sohn Pippin der Mittlere am Leben, der väterlicherseits ein Enkel Arnulfs von Metz war. Beide konnten jedoch die pippinidischen und arnulfingischen Besitzungen trotz der feindselig gesonnenen Umgebung der 660er und 670er Jahre im Wesentlichen behaupten. Dabei dürfte Pippins Heirat mit Plektrud, der Tochter des (Pfalzgrafen) Hugobert und der Irmina von Oeren, Angehöriger bedeutender austrischer Adelsgeschlechter, um 670/675 eine wesentliche Rolle gespielt haben.
In den Wirren nach dem Tod des Merowingerkönigs Childerich II. und seines Hausmeiers Wulfoald zog Pippin mit Unterstützung austrasischer Großer gegen den mächtigen Neustrier Ebroin zu Felde. Dieses Unternehmen endete zwar 679 mit Pippins Niederlage, jedoch erkannte der neue neustrische Hausmeier Waratto nach Ebroins baldigem Tod (680) Pippins Vormacht in Austrasien an. In der Schlacht bei Tertry errang Pippin schließlich durch einen Sieg über Warattos Schwiegersohn und Nachfolger Berchar die Herrschaft über das Gesamtreich.
Pippin sicherte seine Macht dadurch, dass er nicht nur Berchar bis zu seinem Tode im Amt des neustrischen Hausmeiers beließ, sondern anschließend seinen Sohn Drogo mit dessen Witwe verheiratete. Darüber hinaus beließ er auch die merowingischen Könige auf dem Thron. Außerdem sicherte er frühzeitig den Erbanspruch seiner Familie, indem er seine Söhne Drogo und Grimoald den Jüngeren in wichtige Ämter eins | | |