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9. Jahrhundert
Das 9. Jahrhundert begann am 1. Januar 801 und endete am 31. Dezember 900.
In Europa ist es die Epoche des Frühmittelalters.
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Besiedlung der Färöer durch Spelleraner
- Beginn des historischen Khmer-Reiches in Angkor (Kambodscha) durch Vereinigung zuvor eigenständiger Königreiche
- In Japan beginnt 858 die Herrschaft der Familie Fujiwara die das Kaiserhaus kontrolliert und somit zur tatsächlichen Regierung wird.
- Durch den Bau der Hammaburg wird die Stadt Hamburg begründet.
- Nach 884: Gründung der Theelacht zu Norden (Niedersachsen) - die wohl älteste und heute noch blühende Genossenschaft
- Die Wikinger fallen in der zweiten Hälfte des 9.Jh in Frankreich ein
- Einweihung des ersten buddhistischen Klosters Samye in Tibet durch den tantrischen Meister Padmasambhava im Jahr 814
Persönlichkeiten
- Karl der Große, fränkischer Kaiser
- Photius der Große, byzantinischer Patriarch
- Nikolaus I., römisch-katholischer Papst
Erfindungen und Entdeckungen
- Entdeckung Islands durch Gardar Svavarsson (um 875)
- Erste Windmühle um 900
01-09
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ja:9世紀
ko:9세기
801
Politik und Weltgeschehen
- Erste urkundliche Erwähnung von Wezzinloch (heute Wiesloch) in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch
- Ludwig I. erobert Barcelona von den Mauren
- um 801 - Ansgar, erster Bischof von Hamburg-Bremen († 865)
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ko:801년
900
Politik und Weltgeschehen
- Ludwig das Kind wird in Forchheim zum König des Ostfrankenreichs gewählt.
- Ludwig III. der Blinde wird König von Italien.
- um 900 - Markgraf Gero († 965)
- um 900 - Gero von Köln, Erzbischof von Köln († 976)
-
ko:900년
Färöer
Die Färöer []/[] - nicht „Färöer-Inseln“ - (färöisch: Føroyar []/[], poetisch auch: Føroyaland, dänisch: Færøerne - vermutlich: „Schafsinseln“ oder „ferne Inseln“) sind eine im Mittelalter entdeckte und besiedelte Inselgruppe im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island. Von den 18 Inseln sind, mit Ausnahme von Klein-Dimun, alle permanent bewohnt.
Die Färöer sind, wie Grönland, eine gleichberechtigte Nation innerhalb des Königreichs Dänemark, bereits seit 1948 weitgehend autonom und haben mit dem Løgting eines der ältesten Parlamente der Welt. Zwei Abgeordnete der Färinger (wie die Einwohner des Archipels heißen) sitzen Kraft Gesetzes im dänischen Folketing. Die Färöer sind im Gegensatz zu Dänemark nicht Mitglied der Europäischen Union, aber mit zwei Delegierten im Nordischen Rat vertreten. Zusammen mit Island bilden sie seit dem 31. August 2005 eine Wirtschaftsunion. Zu den britischen Regionen der Shetlandinseln, Orkneys und Hebriden entwickeln sich zusätzliche enge Bande der außenpolitischen Zusammenarbeit.
Wichtigster Erwerbszweig der 48.000 Färinger ist seit Ende des 19. Jahrhunderts die Fischerei und die damit zusammenhängende Wirtschaft. Vorher war es die Landwirtschaft (Export von färöischen Wollprodukten), und künftig hoffen die Menschen auf Erdöl vor ihren Küsten. Derweil zeichnet sich ab, dass die Färöer ab 2006 die weltweit führende Nation bei der Stromerzeugung mit Wellenkraftwerken sein werden.
Die aus dem Altnordischen stammende färöische Sprache ist die kleinste germanische Sprache und gehört zu den drei kleinsten Sprachen Europas. Sie konnte sich im 20. Jahrhundert als Hauptsprache in allen Bereichen durchsetzen, sodass Dänisch heute nur noch den Charakter einer Verkehrssprache hat. Die färöische Sprachpolitik sorgt für eine aktive Neuschöpfung von Begriffen des modernen Lebens.
Bevölkerung
Von den rund 48.000 Einwohnern der Färöer sind 98 % Reichsbürger, also Färinger, Dänen oder Grönländer. Vom Geburtsort her kann man folgende Herkunft der Einwohner ableiten: Auf den Färöern geboren sind 91,7 %, in Dänemark 5,8 %, und in Grönland 0,3 %. Zusammen mit einigen eingebürgerten Menschen stellen diese drei Gruppen die Reichsbürger.
Größte Gruppe an Ausländern sind die Isländer mit 0,4 %, gefolgt von Norwegern und Polen mit jeweils 0,2 %. Insgesamt leben auf den Färöern Menschen aus 77 verschiedenen Ländern der Erde, darunter 15 Deutsche (2003).
Von diesen Zahlen auf die färöischen Muttersprachler zu schließen, ist aus zwei Gründen nicht möglich: Erstens leben sehr viele färöische Muttersprachler in Dänemark, und nicht wenige sind dort geboren und kehren im Laufe des Lebens mit ihren Eltern oder als Erwachsene zurück. Zweitens gibt es alteingesessene dänische Familien auf den Färöern, die zuhause Dänisch sprechen.
Dänisch
Bevölkerungsentwicklung
Lebten die ersten Einwohner der Färöer, irische Mönche, als kleine Einsiedlergruppen, so entstand durch die Landnahme der Wikinger eine nennenswerte Population, die sich bei etwa 4.000 Einwohnern einpendelte und bis ins 18. Jahrhundert hinein nie die Zahl von 5.000 überstieg. Um 1349/50 starb etwa die Hälfte der Bevölkerung an der Pest. Eine weitere Einwanderungswelle aus Skandinavien konnte diesen Bevölkerungsschwund allmählich wieder ausgleichen. Erst mit dem Aufkommen der Hochseefischerei (und damit der Unabhängigkeit von der schwierigen Landwirtschaft) und dem allgemeinen Fortschritt im Gesundheitswesen, fand ein rasantes Bevölkerungswachstum auf den Färöern statt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts verzehnfachte sich die Bevölkerung innerhalb von 200 Jahren. Anfang der 1990er kam es zu einer schweren Wirtschaftskrise mit spürbarer Auswanderung, die sich aber in den Folgejahren wieder zu einer Nettozuwanderung umkehrte.
1990er
Religion
1990er eingeweiht.]]
Siehe Hauptartikel: Färöische Volkskirche, Färöische Holzkirchen
Die Färöer wurden ab 999 durch Sigmundur Brestisson christianisiert. Schon vorher lebten dort irische Mönche als Einsiedler. Nahezu alle Färinger sind Christen. 84 % sind Angehörige der evangelisch-lutherischen Staatskirche. Ungefähr 7-10 % sind Mitglieder der durch das Wirken des Erweckungspredigers William Gibson Sloan entstandenen Brüdergemeinden.
Brüdergemeinde]]
Zirka 5% gehören anderen christlichen Kirchen an: Neben den Pfingstlern mit ihren sieben Kirchen, sind die Adventisten zu nennen, die in Tórshavn eine relativ große allgemeinbildende private Schule betreiben.
Die katholische Kirche auf den Färöern schließlich, zählt heute 130 Mitglieder. Ihre alte Franziskanerinnen-Schule wird inzwischen wieder von der Kommune Tórshavn betrieben.
Es gibt darüber hinaus einige Baha'i auf den Färöern. Nicht-christliche Religionen und Weltanschauungen spielen ansonsten eine untergeordnete Rolle.
Die bekanntesten Kirchenbauten sind unter anderem die Olavskirche und die unvollendete Magnuskathedrale in Kirkjubøur, die Tórshavner Domkirche, St. Marien (katholische Kirche in Tórshavn), die Christianskirkjan in Klaksvík, die Kirche von Fámjin, die achteckige Kirche in Haldarsvík und nicht zuletzt die beiden hier abgebildeten.
Die Bibelübersetzungen auf Färöisch erschienen 1948 (Victor Danielsen, Brüdergemeinden) und 1961 (Jacob Dahl und Kristian Osvald Viderø, Staatskirche).
Zum seit 1992 wieder geltenden patro- und matronymischen Namensrecht siehe auch: Färöische Personennamen
Geografie
Mehr siehe unter: Geologie und Geographie der Färöer
Geologie und Geographie der Färöer
Die Färöer liegen auf 62° nördlicher Breite und 7° westlicher Länge im Nordatlantik zwischen Schottland (mit den Hebriden im Süden, den Shetland-Inseln und der Orkney im Südosten), Norwegen im Osten und Island im Nordwesten. Weiter nördlich befindet sich die norwegische Insel Jan Mayen im Polarmeer.
Der Archipel mit seinen 18 Inseln, 11 Holmen und 750 Schären (zusammen 779 Inseln, Holme und Schären) bildet eine Fläche von 1.395,74 km². Die Färöer sind von Enniberg im Norden bis Akraberg im Süden 113 Kilometer lang, und von Mykineshólmur im Westen bis Fugloy im Osten 75 Kilometer breit. Die zerklüftete und oft senkrecht aus dem Meer ragende Küstenlinie erstreckt sich über 1.289 Kilometer. Die durchschnittliche Höhe beträgt 300 Meter über dem Meer. Bei klarer Sicht kann man die Inseln vom höchsten Berg Slættaratindur (882 m) komplett überblicken. Mit Kap Enniberg besitzen die Färöer das höchste Kliff der Welt (754 Meter), das senkrecht aus dem Meer ragt. Es gibt auf der Erde zwar noch einige höhere Vorgebirge, aber diese sind nicht lotrecht.
Kein Punkt auf den Färöern ist mehr als 5 Kilometer vom Meer entfernt. Fast alle Orte der Färöer liegen an geschützten natürlichen Häfen, in Fjorden und Buchten. Die Fjorde sind gleichzeitig Verhängnis für die Grindwale, siehe: Grindadráp. In Tälern und auf Hochebenen ist es oft sumpfig, und das Land ist durchzogen mit vielen kleinen und größeren Bächen, die häufig als Wasserfall zu Tal oder direkt ins Meer stürzen.
Regionen
Die Färöer gliedern sich in 34 Kommunen. Allgemein wird zwischen sechs geografischen Regionen unterschieden. Diese sind identisch mit den so genannten sýslur (Syssel), die allerdings keine politischen Gebietskörperschaften darstellen, sondern heute nur noch die (dänischen) Polizeikreise markieren, denen jeweils ein Sýslumaður (Sysselmann) als Polizeichef vorsteht.
#Norðoya sýsla: Die zerklüftetsten Landschaften und meisten der höchsten Berge finden sich auf den sechs Nordinseln im Nordosten. Das sind: Kalsoy, Kunoy, Borðoy, Viðoy, Svínoy und Fugloy ganz im Osten der Färöer. Die Nordinseln-Metropole Klaksvík auf Borðoy ist die zweitgrößte Stadt und wichtigster Standort der Fischindustrie. Viðareiði auf Viðoy ist der nördlichste Ort des Landes mitten in einer einzigartigen Landschaft.
#Eysturoyar sýsla: Westlich der Nordinseln schließt sich Eysturoy als zweitgrößte Insel des Archipels an. Mit Streymoy zusammen bildet sie das Zentrum der Färöer. Das Ballungsgebiet um Runavík ist dort die größte urbane Siedlung, gefolgt von Fuglafjørður. Für ihre landschaftlichen Reize bekannt sind die beiden nördlichen Orte Eiði und Gjógv.
#Streymoyar sýsla: Die größte Insel Streymoy ist zugleich die bevölkerungsreichste mit der Hauptstadt Tórshavn als administrativem und kulturellem Zentrum und dem wichtigsten Seehafen des Landes. Die Stadt Vestmanna an der Westküste der Insel ist bekannt für die imposanten Vogelfelsen (Vestmannabjørgini) weiter nördlich. Saksun und Tjørnuvík im Norden sind ebensolche Anziehungspunkte wie Kirkjubøur im Süden. Zur Region der Hauptinsel zählen die vorgelagerten Inseln Nólsoy im Osten, und Hestur und Koltur im Westen.
#Vága sýsla: Westlich von Streymoy befindet sich Vágar mit dem dem einzigen Flughafen und dem weiter westlich vorgelagerten Vogelparadies auf der einsamen Insel Mykines, die den westlichen Außenposten des Archipels bildet.
#Sandoyar sýsla: Südlich von Streymoy liegt Sandoy, die ihren Namen von den relativ seltenen Sandstränden hierzulande hat. Zu dieser Region zählen die kleinen Eilande Skúvoy und Groß-Dimun.
#Suðuroyar sýsla: Suðuroy schließlich bildet die drittgrößte Insel des Archipels und gleichzeitig den südlichsten Teil des Landes. Hierzu wird geographisch Klein-Dimun gezählt. Die Städte Tvøroyri und Vágur sind dort die regionalen Zentren. Sumba ist die südlichste Gemeinde der Färöer. Die spektakuläre Westküste auf dem Landweg dorthin ist besonders leicht zugänglich.
Siehe auch: Inseln der Färöer; Liste der Kommunen auf den Färöern; Städte der Färöer; Glossar der färöischen geografischen Namen
Geologie
Glossar der färöischen geografischen Namen
Die Färöer sind vulkanischen Ursprungs und etwa 60 Millionen Jahre alt (dreimal so alt wie Island). Die einzige Thermalquelle bei Fuglafjørður erinnert an diese Zeit. Die Inseln bestehen aus Basalt, der sich in charakteristischen Stufen mit weicheren Tuffschichten abwechselt. Bei Tvøroyri gibt es interessante Säulenbasalte und auch Steinkohlevorkommen, die von einem prähistorischen Wald zeugen.
Wetter und Klima
Steinkohle
Das Wetter auf den Färöern ist maritim, feucht und äußerst wechselhaft. Das bedeutet, dass es am selben Tag strahlenden Himmel, gefolgt von dichtestem Nebel, geben kann und das oft an verschiedenen Punkten auf dem Archipel ganz unterschiedlich.
Bedingt durch die Lage am Golfstrom herrschen auf den Färöern vergleichsweise milde Temperaturen angesichts der geographischen Breite. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt 11° C, im Winter 3° C. Die Häfen sind ganzjährig eisfrei, und gelegentlicher Schnee im Winter bleibt in den bewohnten niederen Lagen nicht lange liegen.
Die Luft ist meist klar, und es herrscht oft ein frischer Wind (meist aus Südwest). Auf Sturm und Regen muss man eingestellt sein, doch es gibt selten komplett verregnete Tage.
Das färöische Wetter dominiert die gesamte Lebenshaltung des Inselvolkes. Wegen der ständigen Wetterwechsel tragen die Färöer den Beinamen Das Land von kanska (= vielleicht), den ihnen die britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg gaben: Islands of Maybe (→ Norgate, Literaturhinweise unten).
Färinger sind bekannt für ihre Liebe zum eigenen Auto. Ein Sprichwort über die eigenen Landsleute lautet heute daher:
:Wozu braucht er noch einen Regenmantel? Er hat doch ein Auto!.
Vegetation
britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg
britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg]
Auf den Färöern gibt es hunderte wilder Pflanzenarten: Blumen, Flechten, Moose und Pilze. Bäume hingegen kommen von Natur aus nicht vor.
Es wird angenommen, dass nur wenige arktische Pflanzenarten auf den Berggipfeln die Eiszeit überdauert haben. Im Wesentlichen fand die Neukolonisation der Färöer durch Pflanzen dann von Schottland und Norwegen aus statt.
Blumen
Im Sommer erblühen an vielen Stellen verschiedene wilde Blumenarten, die den ansonsten mit Gras bewachsenen Inseln einen unübersehbaren Farbtupfer geben. Nationalblume ist die gelb blühende (Mýru) Sólja, die Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Mit der Føroyaskøra, dem Färöischen Frauenmantel (Alchemilla faeroënsis) haben die Inseln einer Pflanzenart ihren Namen gegeben.
Bäume
Die Kohleschichten auf Suðuroy unter den jüngsten Basaltschichten deuten an, dass es hier früher Wald gegeben hat.
Die Färöer sind heute mit ganz wenigen Ausnahmen (Tórshavner Stadtpark und wenige Gärten) baumlos und überall dort mit Gras bewachsen, wo es die Berge zulassen.
Dadurch, dass es keinen Wald auf den Färöern gibt, ist Holz ein begehrter Importartikel. Geheizt wurde früher mit Torf, denn das Treibholz war knapp und wurde für den Haus- und Bootsbau benötigt.
Kulturpflanzen
- Siehe Hauptartikel: Landwirtschaft auf den Färöern
Der Anbau von Pflanzen beschränkt sich auf Getreide, Heu, Kartoffeln (seit Anfang des 18. Jahrhunderts), Rhabarber, und einige Gemüse in Gewächshäusern. Obst muss meist importiert werden und ist entsprechend teuer.
Tierwelt
Durch die isolierte Insellage (die nächste kontinentale Küste ist 500 km weiter östlich in Norwegen) kommen bestimmte Tierarten auf den Färöern von Natur aus nicht vor: Reptilien, Kröten, Süßwasserfische und Säugetiere; letztere mit zwei Ausnahmen: Die einheimische Kegelrobbe und der sich in die Fjorde verirrende Grindwal. Andere Wale in den färöischen Gewässern meiden diese Fjorde, wie zum Beispiel der Orca.
Mit der färöischen Hörnchenschnecke (Polycera faeroensis - färöisch: Bertákna) haben die Färöer auch einer Spezies unter den Meerestieren ihren Namen gegeben.
Spezies]]
Berühmt ist die färöische Vogelwelt mit ihren dutzenden Brutvögelarten (siehe dort).
Erst der Mensch brachte Haustiere wie Schafe, Rinder, Pferde (das Färöerpony ist eine eigenständige Rasse), Hunde und Katzen mit. Er setzte auch Süßwasserfische wie Forellen und Lachse in den Seen aus. Daneben gibt es eine wilde Vermehrung von Hasen, Ratten und Mäusen.
Bestimmte Insekten gibt es auch nicht: Zum Beispiel bleibt man auf den Färöern von der Stechmücke verschont, muss aber auch auf einheimischen Bienenhonig verzichten. Dominant ist hier die Motte Hepialus humuli, die seit 2004 auch den neuen 200-Kronen-Schein ziert. Neu (Ende der 1990er) auf den Färöern ist die Wespe. Vermutlich wurden die Wespen mit Schiffen vom europäischen Kontinent eingeschleppt, als Baumaterial für das neue Fußballstadion geliefert wurde. Es wird erzählt, dass die damit unerfahrenen Insulaner allgemeine Angst vor den Wespen entwickelten. Das selbe Phänomen tauchte zeitgleich in Island auf.
Geschichte
Siehe Hauptartikel: Geschichte der Färöer
Irische Mönche
Zuerst wurden die Färöer wahrscheinlich um 625 von irischen Mönchen betreten und vom Ort Sumba ausgehend besiedelt. Archäologische Zeugnisse gibt es auch in der unmittelbaren Umgebung bei Akraberg, Víkarbyrgi und etwas weiter nördlich in Porkeri.
Unter anderem konnte anhand botanischer Untersuchungen auf Mykines nachgewiesen werden, dass der Hafer seit dieser Zeit dort kultiviert wird. Hierbei muss es sich aber um vergleichsweise kleine Einsiedler-Gruppen gehandelt haben.
Wikinger-Landnahme
Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern (bis 1005, noch im Aufbau)
Wikingerzeit auf den Färöern
Die Haupteinwanderung trat im 9. Jahrhundert durch die Wikinger ein, die von Norwegen aus gen Westen zogen. Gemäß der Färingersaga hieß der erste Siedler Grímur Kamban. Er soll in Funningur gewohnt haben.
Es gab zwei große Einwanderungswellen während der nordischen Landnahme: etwa 820-860 kamen Flüchtlinge aus Norwegen, etwa 880-900 dann Wikinger aus Irland und Schottland. Ein isländischer Witz über die Färinger (die ihn aber auch selbstironisch gegenüber Fremden erzählen) sagt:
:Das sind die Nachfahren derjenigen, die auf dem Weg nach Island seekrank wurden.
Und in der Tat: Island und die Färöer wurden zur gleichen Zeit besiedelt, wobei die Färöer auf der Strecke nach Island liegen. Hingegen können Färinger damit kontern, dass der Nordmann Naddoddur Island nur durch Zufall entdeckte, weil er den Weg zu den Färöern verfehlte, wo er eigentlich hinwollte.
Christianisierung
Nachdem sich der norwegische König Olav Tryggvason 994 beim englischen König Aethelred taufen ließ und im Jahr darauf Norwegen missionierte, lud er den angesehenen färöischen Häuptling Sigmundur Brestisson zu sich ein, der dann bekehrt, 999 auf den Färöern für die Annahme des Christentums durch das färöische Thing, das heutige Løgting, sorgte. Sein Grabstein auf Skúvoy gehört zu den wichtigsten Denkmälern des Archipels aus jener Zeit. Der Nachfolger Olavs, Olav II. Haraldsson von Norwegen, konnte das Christentum in Norwegen und auch auf den Färöern und in Island endgültig durchsetzen. Dafür wird er von den Insulanern heute noch an seinem Todestag, der Ólavsøka, verehrt.
Ab 1035 gehörte der Archipel politisch zu Norwegen, konnte sich aber durch die Entfernung zur Zentralmacht ein hohes Maß an Eigenständigkeit erhalten. In der Folge etablierten sich die katholischen Bischöfe in Kirkjubøur, wo sich weitere Kulturdenkmäler wie der Magnusdom (um 1300) befinden, der auf der Antragsliste zum UNESCO-Weltkulturerbe steht. 1298 erhielten die Färöer durch den Schafsbrief des norwegischen Königs ihr „Grundgesetz“, das in Teilen der Außenmarkbewirtschaftung bis heute gültig ist. (siehe dort mehr Details zur mittelalterlichen Geschichte der Färöer)
Schafsbrief
1380 gelangten die Färöer im Zuge der Personalunion Dänemarks mit Norwegen unter die dänisch-norwegische Krone. Königin Margarethe I. schaffte es, ganz Skandinavien in ihrem Großreich zu einen. Siehe auch: Kalmarer Union.
Reformation
- Hauptartikel: Gabelzeit
1538 erreichte die Reformation die Inseln. Dadurch wurde die Vorherrschaft der dänischen Sprache verewigt. Als dunkelste Periode für die Färöer erwies sich die Gabelzeit im 17. Jahrhundert. An diesem Status änderte sich auch 1814 nach dem Frieden von Kiel nichts, in dessen Folge die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst wurde und Norwegen einer Personalunion mit Schweden beitreten musste, aber die Färöer zusammen mit Island und Grönland bei Dänemark blieben.
Nationale Erweckung
Hauptartikel: Weihnachtstreffen der Färöer 1888; Färöischer Sprachstreit
Färöischer Sprachstreit]
Ab 1846 entstand durch das Wirken des Sprachforschers V. U. Hammershaimb die neufäröische Schriftsprache auf etymologischer Grundlage. Bis dahin wurde das Färöische mündlich in den eigenen Balladen überliefert. Hammershaimb und seine Nachfolger begründeten die färöische Literatur und erschlossen alte Sprachdenkmäler.
Nachdem sich bereits Anfang des 19. Jahrhunderts der Nationalheld Nólsoyar Páll aufgelehnt hatte, wurde 1856 das königlich dänische Handelsmonopol über die Färöer aufgehoben. Auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 konstituierte sich die Nationalbewegung im Kampf um die eigene Sprache und nationale Unabhängigkeit. Zunächst war die Nationalbewegung eher kulturell ausgerichtet, aber nach der Gründung der ersten färöischen politischen Parteien 1906 und mit dem Sprachstreit 1909-1938 wurde sie politisch.
Zweiter Weltkrieg und Autonomie
Sprachstreit 1909-1938.]]
Hauptartikel: Färöer im Zweiten Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Färöer aus taktischen Gründen am 12. April 1940 von Großbritannien besetzt, um Deutschland zuvorzukommen. Die Briten bauten nicht nur den Flughafen Vágar, sondern sie weiteten die Selbstverwaltung des Løgtings aus, so dass die Färinger 1946 zur Überwindung der Verfassungskrise eine Volksabstimmung über ihre volle Souveränität durchführten, und sich auch bei einer Wahlbeteiligung von 66,4% mit knapper Mehrheit (48,7% zu 47,2%) dafür aussprachen. Dänemark verweigerte das, trat aber in Verhandlungen, so dass die Inseln mit dem Autonomiegesetz von 1948 weitgehende Selbstständigkeit genießen.
Als Dänemark 1972 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, verweigerten die Färöer diesen Schritt. Dieser Status gilt bis heute.
Politik
Europäischen Gemeinschaft
Ab 1035 im Besitz von Norwegen, waren die Inseln seit 1380 durch die dänisch-norwegische Personalunion politisch mit Dänemark verbunden. Nach dem Frieden von Kiel 1814 verblieben sie dann im Königreich Dänemark und sind neben Grönland bis heute ein Teil des Reichs.
Ein hohes Maß an Selbstbestimmung innerhalb des Königreichs ist seit dem Gesetz über die Innere Selbstverwaltung 31. März 1948 erreicht. Es gibt aber einflussreiche Gruppen, die eine vollständige Lösung von Dänemark anstreben. Das Kräfteverhältnis im färöischen Parteienspektrum zwischen separatistischen Republikanern und pro-dänischen (pragmatisch orientierten) Gruppen ist relativ ausgeglichen. Koalitionen in der färöischen Landesregierung und dem Løgting mit beiden Flügeln sind normal.
Løgting]
Die Färöer sind, anders als Dänemark, nicht Mitglied der EU. Sie entsenden je zwei Abgeordnete in das dänische Folketing und den Nordischen Rat.
Die NATO betreibt bei Mjørkadalur eine Radar-Frühwarn-Station, die zu dem Netz der Frühwarnsysteme rund um den nördlichen Polarkreis gehört. Die Färöer haben keine eigene Armee, und die Bürger unterliegen nicht der dänischen Wehrpflicht. Andererseits dienen mehrere Färingerinnen und Färinger als Berufsoldatinnen und -soldaten bei den dänischen Streitkräften. Ein junger Färinger ist beispielsweise in der Leibgarde der dänischen Königin beschäftigt.
Polarkreis gestaltet und zeigt die Flagge der Färöer]]
Die Färöer führen eine eigene Flagge und gelten als Nation innerhalb des Königreichs Dänemark mit eigener Außen- und Sicherheitspolitik seit dem 29. März 2005. Bereits seit Januar 2002 unterhalten die Färöer eine diplomatische Vertretung in London. Formal ist dies eine Abteilung der dortigen dänischen Botschaft. Der Gesandte der Färöer in London ist gleichzeitig Vertreter bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, einer UN-Institution mit Sitz in London, deren assoziiertes Mitglied die Färöer sind. Schon vorher besaßen die Färöer eigene Vertretungen in Brüssel bei der EU und in Kopenhagen beim Nordischen Rat.
Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. von Dänemark und Regierungschef der Sozialdemokrat Jóannes Eidesgaard. Der dänische Gesamtstaat wird durch die Reichsombudsschaft auf den Färöern repräsentiert.
Zur Ólavsøka 2005 verkündete Eidesgaard, dass die Färöer der EFTA beitreten wollen. Einen entsprechenden Antrag will die Autonomieregierung bereits 2006 stellen, wobei fraglich ist, ob Dänemark dem zustimmt. Die EFTA-Mitgliedschaft brächte einige Vorteile in der Fischerei, da ihr auch die Nachbarstaaten Island und Norwegen angehören.
Nichtanwendung der EU-Verfassung
Durch die Nichtmitgliedschaft der Färöer in der EU wird der im Oktober 2004 beschlossene Vertrag über die EU-Verfassung auch nach dem etwaigen Inkrafttreten Ende 2006 für die Färöer keine Anwendung finden (Artikel IV-440, Absatz 6, Buchstabe a).
Entsprechend werden weiterhin dänische Staatsbürger, die auf den Färöern ihren Wohnsitz haben, solange keine Unionsbürger sein, bis die Färöer sich entschließen, der EU beizutreten (Protokoll 8, Artikel 7).
Bürgerinitiativen
Bedeutend ist die färöische Sektion von Amnesty International mit etwa 1.200 Mitgliedern. Sie wurde 1965 gegründet und gehört zu den ältesten Amnesty-Gruppen auf der Welt.
Wirtschaft und Soziales
1965]]
Wichtige Erwerbszweige sind die Fischerei, die Fischzucht (meist Lachse) und der Tourismus. Ein weiterer Faktor im Export sind die Werften und die Briefmarken des Postverk Føroya. Die Fischereiwirtschaft dominiert mit etwa 98 % Anteil am Exportvolumen. Das CD-Label Tutl und der Wollmodehersteller Sirri sind führend in ihren jeweiligen internationalen Marktnischen.
Der Import betrug 2004 3.733,5 Millionen Kronen. Die wichtigsten Importnationen sind Dänemark, Deutschland und Norwegen. Der Export betrug 3.668,1 Millionen Kronen. Hier führen Dänemark, Großbritannien und Spanien die Statistik an.
Fischerei
- Siehe Hauptartikel: Färöische Fischereiwirtschaft
Färöische Fischereiwirtschaft vor Vestmanna]]
Die Fischfangzone der Färöer beträgt 200 Seemeilen. Von hier kommt der größte Anteil des färöischen Fangs. Analog ist die Situation beim Nachbarn Island in seinen Gewässern. Beide Nationen erlauben ausländischen Fischfangflotten nur begrenzte Rechte - mit gegenseitiger Ausnahme Islands und der Färöer.
Jährlich werden über 100.000 Tonnen Fisch produziert. 2003 waren es 132.000 Tonnen im Wert von 1,2 Milliarden Kronen. Im ganzen Land gibt es Fischfabriken.
Neben der Hochseefischerei gibt es die Küstenfischerei im typischen Färöboot, wofür ein spezielles Gerät zur Leinenfischerei, die Snella verwendet wird - eine färöische High-Tech-Erfindung, die auch exportiert wird.
Erdölsuche
Im Mai 2004 fand auf den Inseln der erste internationale Geologenkongress der Färöer statt, der sich unter anderem mit der Erschließung der unter dem Meer befindlichen Ölvorkommen beschäftigte. Erdöl gilt als die große Zukunftshoffnung für die färöische Wirtschaft.
Landwirtschaft
- Siehe Hauptartikel: Landwirtschaft auf den Färöern
Die traditionelle Schafzucht (70.000 Tiere) spielt im Export nur eine untergeordnete Rolle, während färöische Wollprodukte traditionell einen guten Ruf genießen. Schafsfleisch steht auf der heimischen Speisekarte weit oben, und die Hälfte muss heute importiert werden.
Neben den Schafen werden Kühe, Hühner und Gänse gehalten. Entsprechend produzieren die Färöer eigne Molkereiprodukte und Eier für den einheimischen Markt.
Walfang
Der umstrittene Grindwalfang wird von den Färingern nicht kommerziell, sondern als reine Subsistenzwirtschaft betrieben. Zwischen 2001 und 2003 wurden 26 Grindwalschulen mit insgesamt 2.047 Tieren getötet.
Tourismus
Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels und Gästehäusern war 2003 wie folgt: 24.405 kamen aus dem Inland (27,1 %), aus Dänemark 31.571, gefolgt von Norwegen (11.104), Island (5.253), Großbritannien und Irland (4.820) und Deutschland (4.149).
Lebensstandard
Das Wirtschaftswachstum betrug 2003 4,9%, und die Arbeitslosigkeit lag im Februar 2005 bei 4,5 %. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Die Färöer verfügen über einen als vorbildlich angesehenen Sozialstaat. Der durchschnittliche Lebensstandard ist ebenso hoch wie das Bildungsniveau der Einwohner. Die tariflichen Stundenlöhne 2004 waren:
- Arbeiter 112,52 Kronen
- Handwerker 129,93 Kronen
- Büroangestellte 137,63 Kronen
- Beamte 175,44 Kronen
Bis Mitte der 1980er Jahre gab es hier Vollbeschäftigung. Ende der 80er Jahre / Anfang der 1990er erlebten die Färöer eine Wirtschaftskrise. Schwere Anschuldigungen wurden gegen den dänischen Staat erhoben, doch viele meinen, dass sich die Färöer durch ehrgeizige Bauprojekte verhoben haben.
Die Lebenshaltungskosten bewegen sich auf skandinavischem Niveau. Die Universität der Färöer empfiehlt ausländischen Studenten für 2005 ein tägliches Budget für Verpflegung von 100 Kronen (zzgl. Unterkunft), was ungefähr 16 Euro entspricht. Hierin enthalten sind allerdings keine Verkehrsmittel, Kulturveranstaltungen, Gastronomiebesuche oder Bücher, die sich vielleicht die meisten Besucher leisten möchten. Ein Tagessatz von 200 Kronen (zzgl. Unterkunft) ist daher für Touristen realistisch.
Verkehr und Tourismus
Universität der Färöer. Rechts dahinter die Smyril, die größte Regionalfähre des Landes]]
1896 wurde mit dem Dampfschiff Smiril der erste Linienverkehr zwischen den färöischen Inseln eingerichtet. 1918 entstand die erste Straße auf den Färöern, die zwei Orte miteinander verband: Skopun und Sandur auf Sandoy.
Wichtigste internationale Drehscheibe der Färöer sind der Hafen von Tórshavn mit der Autofähre Norröna und der Flughafen Vágar mit der einheimischen Fluggesellschaft Atlantic Airways. Beide Verkehrszentren sind seit 2002 durch den Vágartunnel verbunden, der die Fahrtzeit mit dem Auto auf eine Stunde verkürzt.
Vágartunnel
Als Seefahrtnation verfügen die Färöer über sechs Leuchttürme und eine eigene Fischereiflotte. Die meisten färöischen Schiffe entstammen der heimischen Produktion, und sie führen auf den internationalen Gewässern seit 1940 die Flagge der Färöer. Die Handelsmarine hat 7 Schiffe.
Daneben ist das Färöboot ein Beispiel, wie das Wikingerschiff als kleines seetüchtiges Ruderboot vervollkommnet werden konnte.
Das Straßennetz der Färöer ist beinahe komplett asphaltiert und verbindet seit 2004 alle Orte, die auf Inseln liegen, wo es mehr als nur einen Ort gibt. Insgesamt wurden bisher 463 Kilometer Landstraße gebaut. Hinzu kommen etwa 500 Kilometer innerhalb der Ortschaften. Autofähren verbinden diejenigen Inseln, wohin keine Dämme, Brücken oder Tunnel existieren, aber mehrere Orte mit ihrem eigenen Straßennetz liegen.
Autofähre
Die größte Regionalfähre ist die Smyril. 2002 waren über 22.000 Kfz auf den Färöern zugelassen, darunter mehr als 16.000 PKW, was ziemlich genau einem PKW pro Haushalt entspricht.
In Tórshavn verkehren Stadtbusse, die an der roten Farbe zu erkennen sind, während die Überlandbusse blau lackiert sind. Wo weder Busse noch Fähren hinfahren, fliegt der Hubschrauber (siehe: Flughafen Vágar).
Das Streckennetz der Färöer kann auf der Website des staatlichen Verkehrsunternehmens Strandfaraskip Landsins eingesehen werden.
Telekommunikation und Medien
Telefonie und Internet
Die rund 17.000 Haushalte auf den Färöern verfügten Ende 2002 über mehr als 11.000 Internetzugänge. Ende 2004 gibt es ca. 24.000 Festnetzanschlüsse und 36.000 Mobiltelefone. Damit haben 80 % aller Einwohner ein Handy.
1905 wurde die erste Telefonleitung auf den Färöern errichtet. Ólavi á Heygum aus Vestmanna stellte so die Verbindung seines Ortes mit der Hauptstadt Tórshavn her. Bereits im Jahr darauf übernahm das Løgting diese Leitung. Die staatliche Telefongesellschaft erhielt den Namen Telefonverk Føroya Løgtings. 1930 waren alle Orte der Färöer an das Telefonnetz angeschlossen. Nach Suðuroy bestand zunächst allerdings nur eine Funkverbindung mit dem Rest des Landes. 1953 bekam Tórshavn die Selbstwahl, die dann bis 1978 landesweit eingeführt wurde. Ab 1954 existierte eine Funkverbindung mit Dänemark. 1971 folgte das Seekabel zu den Shetland-Inseln.
Seit 1998 ist das Telefonnetz vollständig digitalisiert und es existiert ein flächendeckendes GSM-Netz für die Mobiltelefonie. Es gibt eine Satelliten-Empfangsstation und ein Glasfaserkabel zu den Shetland-Inseln, von wo aus die Färöer mit Dänemark und Island verbunden sind, als Teilstück des unterseeischen Kabels von Europa nach Kanada.
Neben dem ehemaligen Monopolisten Tele Føroya gibt es seit 1999 den Wettbewerber Kall als Telekommunikations-Anbieter. Tele Føroya hat Roaming-Abkommen mit T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2, während Kall bisher nur mit O2 kooperiert.
Radio und Fernsehen
Die Färöer haben 13 UKW- und einen Mittelwellensender. Es gibt drei Fernsehsender mit 43 kleineren Verstärkerstationen. Damit können die Färinger seit 1985 Sjónvarp Føroya (SVF) empfangen.
Seit Oktober 2002 gibt es auf den Färöern DVB-T - als erstem Land in Nordeuropa. Inzwischen können so über Televarpið neben SVF 27 ausländische Sender empfangen werden. Ein zweiter färöischer Fernsehkanal ist in Planung.
Das Radioprogramm von Útvarp Føroya (UF) wird dort nicht nur auf UKW ausgestrahlt (und einmal die Woche auch über Mittelwelle in Dänemark), sondern täglich live im Internet. Der Privatsender Rás 2 sendet ebenfalls mit einem Livestream im Internet.
Zeitungen und Newsportale
Die drei wichtigsten Zeitungen der Färöer sind Dimmalætting und Sosialurin aus der Hauptstadt Tórshavn und die Wochenzeitung Norðlýsið aus der Nordinseln-Metropole Klaksvík. Während die Erstgenannten ihre vollständigen Internetausgaben nur für Abonnenten vorhalten, kann das Norðlýsið von Jedermann gelesen werden, der die Sprache versteht, oder sich einfach nur an Bildern erfreuen möchte. Das färöische Radio bietet neben dem Livestream auch wöchentlich aufbereitete Textnachrichten auf englisch an (siehe unten bei den Weblinks).
Wichtigstes Newsportal im Internet ist portal.fo.
Sport
Über 13.000 Färingerinnen und Färinger werden als Aktive in ihren Sportvereinen gezählt. Neben Fußball und Rudern erfreuen sich auf den Färöern vor allem die Hallensportarten Handball, Volleyball und Schwimmen großer Beliebtheit. Organisierter Vereinssport wird darüber hinaus in folgenden Disziplinen betrieben: Turnen, Badminton, Pferderennen, Tischtennis, Leichtathletik und Judo (jeweils über 100 Aktive). Die Färöer bemühen sich um die Aufnahme des IOC, sind aber bisher nur zu den Paralympics angetreten.
Rudern
ParalympicsTraditioneller Nationalsport auf den Färöern ist das Rudern. Jährliches Highlight sind die Regatten am 28. Juli zur Ólavsøka in Tórshavn. Bei dieser abschließenden Regatta der Ruder-Saison werden die nationalen Meister in sechs Klassen ermittelt.
Siehe Hauptartikel: färöischer Rudersport
Fußball
Am 13. Mai 1892 wurde auf den Färöern mit dem TB Tvøroyri der erste Fußballverein gegründet. 1904 folgten HB Tórshavn und KÍ Klaksvík als bis heute erfolgreichste Vereine und ewige Rivalen. Seit 1988 sind die Färöer Mitglied der UEFA und FIFA. Jeder größere Ort verfügt über einen Fußballplatz. Seit dem historischen 1:0 über Österreich 1990 sind die Färöer unter den europäischen Fußballfans bekannt.
Siehe Hauptartikel: färöischer Fußball
Schwimmen
Bei den Paralympics in Seoul 1988 konnten die vier Schwimmerinnen der Färöer sieben Medaillen erkämpfen: darunter eine in Gold – von insgesamt 12 möglichen. Christina Næss stellte damit gleichzeitig einen Weltrekord über 100 Meter Rückenschwimmen in der Klasse C3 auf und holte Silber über 400 Meter Freistil. Bei den Paralympics 1992 in Barcelona konnte Tóra við Keldu an ihre eigenen Erfolge von Seoul anknüpfen und noch mal Silber auf den 100 Metern Freistil holen. Der Medaillienspiegel von Sydney 2000 weist wieder 4 Medaillen für die Färöer aus – alle vom färöischen Schwimmstar Heidi Andreasen gewonnen. Sie wurde 2002 bei der Wahl zur Weltsportlerin des Jahres mit Behinderung zweite.
Schach
Schach hat hier eine Jahrhunderte alte Tradition, und schon frühe Autoren schrieben voller Anerkennung über die Fertigkeiten der hiesigen Spieler, die ihre Figuren in liebevoller Weise schnitzten und ihnen eigene Namen gaben. Die nationalen Schachmeisterschaften haben einen ebenso hohen Stellenwert wie in Island.
Kultur und Bildung
Schach]Die Färöer sind eine eigenständige Kulturnation innerhalb der nordischen Welt. Kulturelles Zentrum ist die Hauptstadt Tórshavn, und dort das markante Haus des Nordens (Norðurlandahúsið) als wichtigster Veranstaltungsort des Landes.
Kettentanz und Balladen
Der färöische Kettentanz mit den dazu vorgetragenen alten Balladen (zum Beispiel die färöischen Sigurdlieder) sind ein Kulturgut ersten Ranges und stehen in Europa alleine da. Kein anderes Land konnte mittelalterliches Brauchtum derart authentisch in die Moderne retten.
Die färöische Sprach
KhmerDie Khmer sind das Staatsvolk von Kambodscha und stellen mit mehr als 12 Millionen Einwohnern mehr als 85% der Bevölkerung, ca. 3 Millionen Khmer siedeln in den Nachbarstaaten. In vergangenen Jahrhunderten siedelten sie auch in benachbarten Staaten: Thailand, Laos und Vietnam.
Sie errichteten beachtenswerte Tempel und Tempelstädte wie Angkor im heutigen Kambodscha, Prasaat Hin Khao-Phnom-Rung und Prasaat Hin Phimai im heutigen Thailand.
Die Khmer sind eng verwandt mit den Mon, einem Bergvolk, dessen Reste in Thailand siedeln. Sie leben im wesentlichen als Reisbauern und Fischer.
Die Khmer haben im Verlaufe ihrer Geschichte zahlreiche Höhen und Tiefen erfahren. Ihre Vergangenheit ist sehr eng verknüpft mit der Geschichte der Cham, mit denen sie vom 10. Jahrhundert bis zum 15. Jahrhundert regelmäßig im Krieg waren. In der zeitgenössischen Geschichte ist die Barbarei der Roten Khmer zu nennen, die zwischen 1975 und 1979 mehr als eine Million Khmer das Leben kostete.
Die Khmer sprechen die Khmer-Sprache, die zur Familie der Mon-Khmer-Sprachen gehört. Die Khmer-Schrift leitet sich von den indischen Silbenschriften her.
Khmer-Schrift
Kategorie:Kambodscha
Kategorie:Asiatische Ethnie
Kambodscha
Kambodscha (khmer: Kâmpŭchea) liegt in Südostasien am Golf von Thailand. Es grenzt an Thailand, Laos und Vietnam.
Geographie
Lage
Kambodscha liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen Laos, das an die Nordostgrenze des Landes stößt, Thailand, das nordwestlich und westlich angrenzt, und Vietnam, dessen Südteil sich östlich anschließt. Im Südwesten stößt Kambodscha auf 160 km Länge an den Golf von Thailand.
Landschaftsbild
Golf von Thailand
Zwei Drittel der Fläche des Landes bestehen aus dem Kambodschanischen Becken, das sich maximal 30 Meter über den Meeresspiegel erhebt. In dieser Ebene liegt der Tonle Sap See, der durch den Tonle Sap Fluss mit dem Mekong verbunden ist. Das Dangrekgebirge, das im Norden an Thailand grenzt, erreicht 600 m Höhe. Die Berge im Nordosten des Landes sind bis zu 1.200 m hoch. Entlang des Golfs von Thailand verläuft das Kardamon-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 1.813 m (Phnom Aural) hoch sind.
Klima
Phnom Aural
Das Klima ist tropisch-monsunal mit einer Regenzeit zwischen Mai und September. Der Südwest-Monsun bringt große Niederschlagsmengen mit. Der Mekong schwillt dabei bis zum 25-fachen seiner normalen Wassermenge an und überflutet die umliegenden Felder und Gebiete. Mit diesem Hochwasser ändert der Tonle-Sap-Fluss seine Richtung und füllt den Tonle-Sap-See auf, der auf das 3-fache seiner Größe wachsen kann.
In der Trockenzeit von November bis April bläst der Wind aus Nord-Osten. Zu dieser Zeit regnet es meistens überhaupt nicht.
Die Temperaturen sind über das Jahr hinweg sehr stabil und liegen zwischen 30 bis 34 Grad Celsius. Allerdings schwankt die Luftfeuchtigkeit stark. In der Regenzeit liegt sie bei über 90 %. In der Trockenzeit kann sie unter 50 % sinken.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Phnom Penh 1.313.851 Einwohner, Sihanoukville 209.005 Einwohner, Battambang 176.089 Einwohner, Siem Reap 147.866 Einwohner, Sisophon 132.264 Einwohner und Kratie 100.345 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Kambodscha
Bevölkerung
Liste der Städte in Kambodscha
Ethnische Hauptgruppe sind die Khmer. Die größten Minderheiten bilden mit jeweils etwa 500.000 Menschen die meist in den Städten lebenden Chinesen, deren Anwesenheit in Kambodscha seit dem 13. Jahrhundert belegt ist, und die Vietnamesen im Südosten des Landes. Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind die rund 200.000 schafiitischen Sunniten als islamische Minderheit, die Cham und die Malaien. In den Bergregionen der nordöstlichen Provinzen Ratanakiri und Mondulkiri leben eine Reihe kleinerer ethnischer Gruppen, meist zusammenfassend Khmer Loeu ("Hochland-Khmer") genannt. Insgesamt gehören ihnen etwa 100.000 Menschen an.
Die überwiegende Mehrheit der Kambodschaner, rund 95 %, sind Anhänger des seit dem späten 13. Jahrhundert, aus Sri Lanka kommenden, in weiten Teilen Südostasiens Verbreitung findenden Theravâda-Buddhismus.
Hauptsiedlungsgebiete sind die fruchtbaren Schwemmlandflächen an den Ufern des Mekong, des Tonle Sap Sees und des Binnengewässersystems zwischen dem Zusammenfluss von Mekong und Tonle-Sap-Fluss und dem, heute in Vietnam gelegenen, Mekong-Deltas.
Mit über 2 % jährlich (Stand 2003) ist das Bevölkerungswachstum heute eines der höchsten in der Region.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kambodschas
Die sehr bewegte Geschichte Kambodschas umfasst einen Zeitraum von annähernd 1.200 Jahren. Sie reicht über die kulturelle und politische Blütezeit des Khmer-Reiches (9. bis 15. Jahrhundert) mit Angkor als Zentrum, über die Kolonialherrschaft der Franzosen (1863-1945) und das schreckliche Regime der Roten Khmer (1975-1979) bis hin zur jetzigen, noch sehr jungen Demokratie.
Politik
Demokratie
Kambodscha ist, gemäß der Verfassung vom 24. September 1993, eine demokratische konstitutionelle Monarchie.
- Exekutive:
:Staatsoberhaupt ist (seit 14. Oktober 2004) König Norodom Sihamoni. Thronfolger müssen aus einer der drei royalistischen Adelsgeschlechter stammen und mindestens 30 Jahre alt sein. Sie werden durch den königlichen Thronrat, bestehend aus den Präsidenten der Nationalversammlung und des Senats und deren Stellvertretern, dem Premierminister und den obersten Mönchen der beiden größten Mönchsorden bestimmt. Regierungschef ist der, nach Vorschlag der Nationalversammlung vom König ernannte, Premierminister (seit 1986: Hun Sen).
- Legislative:
:Die Gesetzgebung erfolgt in einem Zwei-Kammern-System. Die Nationalversammlung (122 Abgeordnete) wird alle 5 Jahre vom Volk gewählt. Der gesetzgebende Senat besteht aus 61 Mitgliedern, von denen zwei der König und zwei weitere die Nationalversammlung bestimmen. Alle weiteren sollen eigentlich alle sechs Jahre vom Volk gewählt werden, was bisher jedoch noch nicht geschah. Parteien: CPP ("Kambodschanische Volkspartei"), FUNCINPEC ("Nationale Einheitsfront für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives Kambodscha"), SRP ("Sam-Rainsy-Partei", ehemals KNP, "Khmer-National-Partei"), KCP ("Kambodschanische Bürgerpartei"), BLP ("Buddhistische liberale Partei").
:Seit den ersten freien Wahlen regiert, teils in Koalitionen, die CPP.
- Judikative:
:Im Dezember 1997 wurde, gemäß der Verfassung, der Hohe Rat der Richterschaft eingerichtet. Die Rechtsprechung erfolgt durch ein Höchstgericht und die nachgeordneten Gerichte.
:Das Rechtssystem basiert in erster Linie auf, vom französischen Rechtssystem beeinflussten, Vorgaben aus der Zeit als das Land unter der Verwaltung der "United Nations Transitional Authority in Cambodia" (UNTAC) stand, königlichen Dekreten und Entscheidungen des Höchstgerichts. Daneben finden sich Einflüsse des Gewohnheitsrechts, aus der kommunistischen Rechtstheorie und zunehmend des Bürgerrechts.
Bürgerrecht
Kambodscha ist Mitglied einer Reihe internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen und der ASEAN.
Verwaltungsgliederung
Kambodscha ist in 20 Provinzen (Khet) und vier Städte (Krung) unterteilt. Die Provinzen setzen sich weiterhin aus Bezirken (Srok) und Kommunen (Khum), die Städte aus Stadtbezirken (Khan) und Stadtteilen (Sangkat) zusammen.
- Provinzen:
:Banteay Meancheay, Battambang, Kompong Cham, Kompong Chhnang, Kompong Speu, Kompong Thom, Kampot, Kandal, Koh Kong, Kratie, Mondul Kiri, Oddar Meancheay, Pursat, Preah Vihear, Prey Veng, Ratanakkiri, Siem Reap, Stung Treng, Svay Rieng, Takeo
- Städte:
:Kep, Pailin, Phnom Penh, Sihanoukville
- Inseln:
:Kaoh Sess, Kaoh Polaway, Kaoh Rong, Kaoh Thass, Kaoh Treas, Kaoh Traolach, Kaoh Tang
Wirtschaft
Das Land ist wenig entwickelt, die Wirtschaft deshalb im Wesentlichen agrarisch strukturiert. Mehr als 80 % der Anbaufläche sind Reisfelder. Weitere Agrarprodukte: Mais, Kautschuk, Gemüse, Zuckerpalmen, Tabak, Jute, Baumwolle und Kaffee.
Kaffee
Neben dem Reisanbau bildet der Fischfang (Tonle Sap-See, Flüsse) eine wesentliche Ernährungsgrundlage (Proteinversorgung!) der Bevölkerung. Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle Kambodschas entwickelt. Im Jahre 2004 überschritt die Zahl der Kambodscha-Besucher zum ersten Mal die Millionenmarke. Wichtigste Reiseziele in Kambodscha sind das Weltkulturdenkmal Angkor, der Küstenort Sihanoukville und die Hauptstadt Phnom Penh.
Gutachten internationaler Organisationen (Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank) sprechen davon, dass die Wirtschaft Kambodschas von rd. 50 Familien kontrolliert werde. Weitverbreitete Korruption der politischen und militärischen Elite des Landes werden für das "Verschwinden" von ausländischen Geldern in einer Grössenordnung von jährlich ca. 300 Mio. US-Dollar verantwortlich gemacht.
Kultur
Korruption
Der Nationalfeiertag am 9. November erinnert an die Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1953.
Kulinarisches
Grundnahrungsmittel sind gekochter Reis, Fisch und Gemüse. Als kulinarische Spezialität gelten gebratene Schlangen (der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch und Schlangenfleisch liegt bei etwa 50 kg pro Person und Jahr). In den gefluteten Reisfeldern und Gewässern leben besonders viele ungiftige Arten, die auf vielen Märkten gehandelt werden.
Literatur
- Karl-Heinz Golcio: Geschichte Kambodschas. Das Land der Khmer von Angkor bis zur Gegenwart. München 2003
- Jürgen Horlemann, Erwin Steinhauer: Kampuchea 1979. Befreiung oder Agression?. Köln 1979
- Jan Myrdal: Kunst und Imperialismus am Beispiel Angkor. München 1973
- Patrik Razelenberg: Die Roten Khmer und der 3. Indochina-Krieg. Hamburg 1995
- Beat Richner: Ein Schweizer Arzt in Kambodscha. Zürich 1996
- Manfred Rohde: Abschied von den Killing Fields. Bonn 1999
- William Shawcross: Schattenkrieg. Kissinger, Nixon und die Zerstörung Kambodschas. 1980
- Norodom Sihanouk: Kambodscha. Chronik des Krieges und der Hoffnung. 1980
- Michael Sontheimer: Kambodscha. Land der sanften Mörder. Reinbek 1990
- Tiziano Terzani, Ariane Barth: Holocaust in Kambodscha. Reinbek 1980
Weblinks
- [http://www.cambodia.gov.kh/unisql1/egov/english/home.frame.html Offizielle Website des Königreichs Kambodscha] (englisch)
- [http://www.norodomsihanouk.info Private Website des Königs von Kambodscha, Norodom Sihanouk]
- [http://www.BongThom.com Private Website] mit Informationen zur Sprache, Küche, Arbeitswelt, Kultur und Geographie von Kambodscha (englisch)
- [http://imdb.com/title/tt0087553/ The Killing Fields, 1984] - Film über einen Jounalisten in Kambodscha während der ethnischen Säuberung durch das Pol Pot Regime (englisch)
- [http://pookaibooks.org/weblog/ Santepheap] Ein Kambodscha-Weblog (englisch)
- Menschenrechte in Kambodscha - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
- [http://www. www. petitiononline .com/seadep/ Petition] gegen die Zwangsdeportation von tausenden Vietnamkriegs-Flüchtlingen aus den USA nach Kambodscha (englisch)
- [http://www.artweise.de/kambodscha/index.htm Fotos aus Kambodscha]
- [http://www.donalbain.de/Fotos/Cambodia/index.html Viele Fotos aus Kambodscha]
- [http://www.thabita.de Deutsche Infos über den kambodschanischen Tempeltanz]
- [http://astrid-kaiser.de/gallery/album68 Fotos von Phnom Penh, Tonle Sap, Angkor]
- [http://www.wikitravel.org/de/Kambodscha Die Kambodscha Seite von Wikitravel]
- [http://www.kambodschahilfe.de Ein kleiner Verein engagiert sich]
- [http://www.brillenfuerkambodscha.de Studenten aus Berlin verteilen Brillen in Kambodscha]
- [http://www.angkors-kinder.de Angkors Kinder e.V. - Verein fuer Kinderhilfe in Kambodscha]
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Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Südostasien
ja:カンボジア
ko:캄보디아
ms:Kemboja
simple:Cambodia
th:ประเทศกัมพูชา
zh-min-nan:Kampuchea
Japan
Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas.
Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab.
Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.
Geographie
Japanologie
Hauptartikel: Geographie Japans
Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren.
Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.
Regionale Einteilung
Hauptartikel: Regionen Japans
Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).
Klima
Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich.
Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.
Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō)
Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū)
Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)
Naturerscheinungen
Kyūshū]
Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt.
Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004).
In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.
Die zehn größten Städte
Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Ōsaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kōbe (1.523.900) – Kyōto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600) – Sendai (1.027.500)
siehe auch: Städte in Japan
Infrastruktur
Städte in Japan]Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook).
Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste Teilstück von Tōkyō nach Osaka eröffnet, damit können die Japaner als Erfinder des modernen Hochgeschwindigkeitszugs gelten. Durch kleine Strecken der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tōkyō, Osaka, Kyōto und vielen anderen, Straßenbahnen wie in Hiroshima oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn Kitakyūshū.
Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch.
Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die obere Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, müssen Japaner in den Ballungsräumen nachweisen, dass sie einen Parkplatz besitzen, bevor sie sich ein Auto kaufen können. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs, denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7.000 Kilometer, weitere 2.000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. Auf den Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h. In Japan herrscht Linksverkehr.
Linksverkehr
Das gut ausgebaute Straßen- und Bahnnetz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan grundsätzlich oberirdisch geführt, damit man sie im Katastrophenfall schnell wieder herstellen kann. Ein Problem sind allerdings die unterirdischen Gasleitungen, die meisten Japaner kochen mit Erdgas. Bei Erdbeben brechen dadurch schnell Feuer aus. Zur japanischen Infrastruktur gehört deswegen auch ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.
Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da Japan auf Grund seiner Insellage sämtlichen internationalen Verkehr per Schiff oder Flugzeug abhandeln muss. Die größten Flughäfen sind Tokyo Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū ist eine weitere solche Flughafeninsel in Bau.
Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind schnelle Internetzugänge Standard und nahezu die gesamte Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy. Japaner begeistern sich schnell für neue technische Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft viele neue Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf dem japanischen Markt zu finden sein werden.
Flora und Fauna
Handy
Handy
Handy
Das Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte,
aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihren endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden.
Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.
Ozeanien
Säugetiere: An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbär auf Hokkaidō, auf Honshu den asiatischen Schwarzbären, Sikahirsche, und den Japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich auch der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel (Präf. Aomori) heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet.
Die starke Verstädterung an den Küsten und auf den Japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der japanische Wolf (Canis lupus hodophylax), der japanische Seelöwe (Zalophus californianus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als die japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.
Vögel: In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, ist eine Vielzahl davon Wasservögel. Von Nord nach Süd ist Japan eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Art findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der japanische Haubenibis (jap. toki, トキ) ist vom Aussterben bedroht.
Fische: Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, an deren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Kontinentalplatten, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten (ca. 1337), und die Küste von Sanrikuoki (三陸沖, in der Präfektur Iwate) bis hoch zu den Kurilen ist einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. Auch in den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, auch begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Wasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Die Vielfalt der japanischen Fischwelt lässt sich auch als Tourist erleben, denn Tauchen ist in Japan ein beliebter Freizeitsport und in vielen Städten gibt es große Aquarien.
Flora: Japan ist zu rund 75% mit schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt, ein Umstand, der des Öfteren vergessen wird, wenn über die Betonmeere der modernen Metropolen berichtet wird. Durch den vulkanischen Ursprung der Inseln ist eine Vielzahl der einheimischen Arten auf eben diese Umgebungen spezialisiert.
Kulturpflanzen: Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis), historisches Arme-Leute-Essen ist allerdings die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitrusfrüchte wie die Natsumikan, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (u.a. Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind auch die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatamimatten (igusa - Flatterbinse, toushingusa - Dochtbinse).
Gesellschaft
Tatamimatten
Hauptartikel: Gesellschaft Japans
Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 127 Mio. Menschen aus.
Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Mann und Frau, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.
Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenrate, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.
Minderheiten
- Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 koreanischstämmigen Japaner, die seit Generationen in Japan leben, aber größtenteils nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Annahme der japanischen Staatsbürgerschaft würde unter anderem auch das Annehmen eines japanischen Familiennamens voraussetzen, was einen Verlust der koreanischen Identität und Assimilation bedeuten würde und daher von einigen Koreanern abgelehnt wird.
- Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
- Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
- Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
- Ebenfalls in Japan leben zahlreiche Gastarbeiter aus arabischen Ländern, Indien und Südostasien.
Sprache und Schrift
Hauptartikel: Japanische Sprache und Japanisches Schriftsystem
Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung gesprochen, auch von den meisten Minderheiten. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird Englisch als erste Fremdsprache gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass der japanische Englischunterricht sich zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriert und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittelt. Häufigste zweite Fremdsprache ist Chinesisch.
Die Japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (jap. Kanji) auch zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana). Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.
Wissenschaft und Bildung
Hauptartikel: Bildung in Japan
siehe auch: Liste der Japanischen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen
Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Abgängern der angesehenen Universitäten stehen in Japan alle Türen offen. Es ist jedoch schwer, einen solchen Studienplatz zu ergattern, die Härte der japanischen Universitätseingangsprüfungen ist berüchtigt.
Schule
Konfuzianismus
Hauptartikel: Schule in Japan
- Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (6 Jahre), Mittelschule (3 Jahre) und Oberschule (3 Jahre).
- Die Schulpflicht beträgt neun Jahre.
- Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April.
- Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich (Neujahr: 2 Wochen, März/April: 2 Wochen, Juli/August: 6 Wochen)
- Öffentliche Schulen haben die 5-Tage-Woche, private Schulen oft die 6-Tage-Woche.
- Während der Schulpflicht gibt es ein Sitzenbleiben wie in Deutschland nicht, praktisch jeder Schüler wird automatisch versetzt.
- Die schulische Bildung beginnt im Kindergarten, aber er ist nicht Teil der Schulpflicht. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und der Grundschule viel Gruppenarbeit statt.
Bibliothekswesen
Hauptartikel: Japanisches Bibliothekswesen
Forschung
Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.
Nobelpreisträger
- Physik: Hideki Yukawa (1949) - Shinichiro Tomonaga (1965) - Esaki Reona (1973) Masatoshi Koshiba (2002)
- Chemie: Fukui Kenichi (1981) - Shirakawa Hideki (2000) - Noyori Ryoji (2001) - Tanaka Koichi (2002)
- Medizin: Tonegawa Susumu (1987)
- Literatur: Kawabata Yasunari (1968) - Oe Kenzaburo (1994)
- Frieden: Sato Eisaku (1974)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Japans; Periodisierung der japanischen Geschichte
;Jōmon-Periode: In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.
; Yayoi-Periode: Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.
; Kofun-Periode: Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan.
; Nara-Epoche (710 – | | |