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| Schlacht Von Kerbela |
Schlacht von KerbelaIn der Schlacht von Kerbela im Oktober 680 wurde Al-Husain ibn 'Alī getötet. Damit war die schiitische Hoffnung, ihren 3. Imam anstelle von Yazid I. als Kalifen zu installieren, gescheitert und die endgültige Trennung zwischen Sunniten und Schiiten in der Geschichte des Islam besiegelt. Imamiten (Zwölfer-Schiiten) gilt Al-Husain als Märtyrer, dessen Tod sie jährlich zu Aschura gedenken.
Nach dem Tod des Kalifen Muawiya I. drängte die schiitische Partei im heutigen Irak Fatimas zweiten Sohn Al-Husain, der zu diesem Zeitpunkt in Medina lebte, seine Ansprüche auf das Kalifat durchzusetzen und die Dynastie der Umayyaden zu stürzen. Die Situation sei günstig und Tausende von Anhängern in Mesopotamien seien bereit, den Aufstand zu unterstützen, meldeten Abgesandte aus Kufa. Al-Husain verließ daher, nur von seiner Familie und einer kleinen Schar Anhänger begleitet, im September Mekka und machte sich auf den Weg in den Irak.
Die versprochenen Mitstreiter dort ließen jedoch auf sich warten, und der irakische Herrscher Ubaid Allah Ibn Ziyad ließ die Spitze der Revolte, darunter Husains Vetter Muslim, in Kufa hinrichten. Außerdem gelang es den irakischen Truppen, Husains Zug den Weg nach Kufa abzuschneiden, so dass Husain bei Kerbela festsaß. Verhandlungen über eine Kapitulation scheiterten, Husain und seine Leute waren durch die irakischen Truppen vom Euphrat getrennt und litten tagelang schweren Durst.
Am 10. des Monats Muharram 61 nach islamischem Kalender (10. Oktober 680 des Julianischen Kalenders) erstürmten die Truppen des irakischen Herrschers das Lager Al-Husains und seiner Parteigänger, und töteten die erwachsenen Männer, darunter al-Husain selbst, seinen Halbbruder al-Abbas, seinen Sohn Ali und seinen Neffen al-Qasim. Die Frauen und Kinder wurden gefangennommen und nach Damaskus gebracht. Die Toten wurden an Ort und Stelle begraben, wo heute die Schreine von Kerbela stehen. Al-Husains Kopf erlebte eine pietätlose Wanderung: Er wurde, so wird berichtet, erst nach Kufa zum Herrscher gebracht, anschließend in der Umayyaden-Moschee in Damaskus bestattet. Einer anderen Tradition zufolge brachte man ihn später aus Askalon nach Kairo in Sicherheit.
Abu Michnaf (774), der aus Kufa stammte, war der erste, der die mündlichen Überlieferungen über das Geschehen gesammelt und aufgezeichnet hat.
Kerbela
Kategorie:Irakische Geschichte
Kategorie:Geschichte des Islam
680
Politik und Weltgeschehen
- 10. Oktober - Schlacht von Kerbala im Irak, der Tod von Hussein ibn Ali wird der Ausgangspunkt für die Trennung von Schiiten und Sunniten. Damit setzt sich Kalif Yazid I. endgültig als Nachfolger von Muawiya I. durch. Führer der Schiiten wird ihr 4. Imam, Ali Zain al-Abidin.
- 12. November - Beginn des Dritten Konzils von Konstantinopel (bis 681); es verdammt die monotheletische Lehre und spricht posthum das Anathema über Papst Honorius I. aus, der eine Annäherung an Vertreter dieser Lehre gesucht hatte.
- Erwig wird Nachfolger von Wamba als König der Westgoten.
- Die Neustrier besiegen bei Laon Pippin den Mittleren und dessen Mitstreiter Martin, der dabei ums Leben kommt.
- Genshō, 44. Kaiserin von Japan († 748)
- um 680 Leo III., byzantinischer Kaiser († 741)
- 30. Januar - Bathilde, Frau Chlodwigs II., Nonne ( - um 630)
- 18. April - Kalif Muawiya I. der Begründer der Umayyaden-Dynastie stirbt
- 10. Oktober - Hussein ibn Ali der 3. Imam der Schiiten fällt in der Schlacht von Kerbala gegen die Umayyaden
- Oktober - Wamba, König der Westgoten, vergiftet
ko:680년
th:พ.ศ. 1223
ImamDer Imam ( "Vorsteher") ist:
#der Vorbeter beim islamischen Gebet (arabisch salat), ob er nun diese Funktion nur einmalig oder amtsmäßig ausführt
#der oberste religiöse Führer im Islam in der Nachfolge des Propheten Mohammed, synonym mit Kalif
#Ehrentitel für einen hervorragenden Muslim ("Imam Malik", "Imam Khomeini")
Die Schiiten erhöhen die Bedeutung des Imams: Sie betrachten je nach Sekte verschiedene Anzahlen von Imamen aus der Familie von Ali ibn Abi Talib als rechtmäßige Nachfolger des Propheten. Die Mehrheit der Schiiten verehrt zwölf Imame. Der zwölfte Imam ist für sie der verborgene Imam. Die zwölf Imame gelten für sie zusammen mit Mohammed und dessen Tochter Fatima als die "Vierzehn Unfehlbaren". Anderen Muslimen gilt diese starke Verehrung des Imams oft als nicht orthodox. Besonders die Kharidjiten lehnen die Verehrung eines aus der Familie des Propheten Mohammeds kommenden Imams vehement ab.
Daneben wurde die Bezeichnung Imam oft auch als Ehrentitel für besonders fromme oder gelehrte Persönlichkeiten verwendet, so trug zum Beispiel der berühmte Theologe und Rechtsgelehrte Al-Dschuwayni den Beinamen Imam al-Haramayn, was soviel wie "Gemeindeoberhaupt der beiden heiligen Stätten" (Mekka und Medina) heißt.
Im südlichen Arabien gelangten verschiedentlich religiöse Führer, die den Imam-Titel trugen, auch zu weltlicher Macht. So wurde das südöstliche Gebiet Arabiens (Oman und Maskat) lange von Imamen regiert, bevor sich im 19. Jahrhundert ein Zweig der damaligen Imam-Dynastie zu weltlichen Herrschern (Sultan) aufschwang und politisch durchsetzte. 1913 wurde jedoch erneut eine theokratische Imam-Herrschaft im Landesinneren von Oman erneuert, die erst 1955/57 von den Sultanen beseitigt werden konnte.
Auch im nördlichen Jemen um Sanaa etablierte sich um 1600 ein erbliches Imamat, das nach 1872 von den Osmanen unterworfen, jedoch als regionale Herrschaft beibehalten wurde. Mit der osmanischen Niederlage im Ersten Weltkrieg proklamierte der damalige Imam 1918 die Unabhängigkeit des (nördlichen) Jemen und nahm 1926 den Königstitel an. Die Dynastie der Imame bzw. Könige aus dem Hause Banu'l Qasim wurde 1962 durch einen Militärputsch gestürzt.
Siehe auch: Liste islamischer Begriffe auf Arabisch, Religiöse Titel
Imame in Europa
Etwa 1250 hauptamtliche und rund tausend ehrenamtliche Imame gibt es in Deutschland.
Nach Schätzungen des Zentralrats der Muslime sind davon über 90 Prozent aus der Türkei, vereinzelt auch aus Marokko oder dem Iran eingeflogen worden.
In den Gemeinden der Türkisch-Islamischen Union, dem Dachverband der türkischen Muslime in Deutschland, wirken ausnahmslos türkisch sprechende Imame. Ausgewählt werden sie in ihrem Heimatland von der „Gemeinsamen Kulturmission“, in der Vertreter verschiedener Ministerien sitzen.
Die Imame werden in der Türkei an staatlich anerkannten islamisch-theologischen Instituten ausgebildet und schließen dort mit einem Diplom ab.
Danach unterstehen sie – als Quasi-Diplomaten – den Attachés für religiöse Dienste der türkischen Generalkonsulate. Über die Kultur und das Grundwerteverständnis in ihrem Einsatzgebiet wissen sie jedoch oft nur wenig. Ihr hauptsächlicher Auftrag ist es, in Deutschland den „türkischen Staatsislam“ absichern zu helfen.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Marieluise Beck sprach sich dafür aus, die Imam-Ausbildung an deutsche Universitäten zu übertragen. Dieser Vorstoß stand jedoch bei Einrichtungen, wie beispielsweise dem umstrittenen islamistischen Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in der Kritik; eine universitäre Ausbildung sei danach für Imame nicht notwendig.
In Österreich bildet die Islamische Religionspädagogische Akademie in Wien seit 1998 in einem dreijährigen Diplom-Lehrgang Imame mit finanzieller Unterstützung des Staates aus.
In Österreich ist (anders als in Deutschland) der Islam als öffentliche Körperschaft anerkannt. Ziel ist, daß ausschließlich im Land ausgebildete Imame in den Moscheen predigen und so auch eine bessere Kontrolle über die Inhalte möglich wird.
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ja:イマーム
th:อิมาม
Yazid I.Yazid I. () ( - 644; † 11. November 683) war der zweite Kalif der Umayyaden (680-683).
Als Sohn von Muawiya I. und der Südaraberin Maisun übernahm Yazid ibn Muawiya nach dem Tod seines Vater (680) die Herrschaft im Kalifat. Zwar nahm Yazid 669 schon an der Belagerung von Konstantinopel teil, doch war er nach der Regierungsübernahme eher am inneren Ausbau des Reiches interessiert. So beließ er die bewährten Statthalter seines Vaters in ihren Ämtern, verstärkte die Grenzbefestigungen und reformierte das Finanzwesen. Besonderes Interesse zeigte er für den Ausbau der Bewässerungsanlagen in der Umgebung von Damaskus.
Allerdings weitete sich die Opposition gegen die Erblichkeit des Kalifats unter den Umayyaden weiter. So wurde Yazid I. im Hedschas sowie Teilen des Irak und des Iran nicht als rechtmäßiger Herrscher anerkannt. Zwar konnte ein Aufstand der Aliden in Kufa niedergeschlagen und Hussein ibn Ali in der Schlacht von Kerbala getötet werden (10. Oktober 680), doch erforderte die Opposition des Abdallah ibn az-Zubair in Mekka einen Feldzug in den Hedschas. Nachdem schon Medina geplündert worden war, wurde bei der Belagerung Mekkas durch die Umayyaden auch die Kaaba schwer beschädigt (683).
Große Eroberungen konnten unter diesen innenpolitischen Umständen nicht erfolgen. Zwar stießen die Muslime unter Uqba ibn Nafi durch den Maghreb bis zum Atlantik vor, doch wurden sie 683 von den Berbern vernichtend geschlagen, so dass sich die Truppen nach Tripolitanien zurückziehen mussten. Auch gegen Byzanz erlitten die Muslime einige Rückschläge, als dieses Rhodos und Zypern zurückeroberte und erneut die Seeherrschaft im Mittelmeer gewann (683).
Nach dem frühen Tod von Yazid I. wurde dessen Sohn Muawiya II. (683-684) neuer Kalif, bevor Marwan I. (684-685) die Umayyaden-Linie der Marwaniden an die Macht brachte.
Der schnelle Wechsel der Kalifen und der Rückzug der umayyadischen Truppen aus dem Hedschas nach dem Tod Yazid I. führte zur Ausrufung des Kalifen Abdallah ibn az-Zubair (684-692) und zu einer schweren Krise der umayyadischen Herrschaft.
Siehe auch
- Liste der Kalifen
Literatur
- Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3
Kategorie:Mann
Kategorie:Kalif
Kategorie:Geboren 644
Kategorie:Gestorben 683
ms:Yazid bin Muawiyah
SchiitenDie Schia (von Schi'at Ali = "die Partei Alis") ist eine der drei ursprünglichen Glaubensrichtungen im Islam. Ihre Anhänger, die Schiiten, betrachten Ali ibn Abi Talib (), den Schwiegersohn des Propheten, als dessen rechtmäßigen Nachfolger (Kalifen). (siehe auch Sunniten und Kharidjiten)
Heute stellen die Schiiten neben den Sunniten eine der beiden Hauptgruppen des Islam dar. Sie machen etwa 15 Prozent aller Muslime aus.
Die Schiiten als eine große Richtung des Islam unterteilen sich in die so genannten
- Imamiten oder Zwölfer-Schiiten, als die bei weitem größte Gruppe der Schiiten, die heute hauptsächlich im Iran, Irak, Afghanistan, Aserbaidschan, Bahrain, Pakistan und im Libanon leben.
- Ismailiten oder Siebener-Schiiten, die heute vor allem in Syrien, Afghanistan, Pakistan und Indien leben.
- Zaiditen oder Fünfer-Schiiten, die fast ausschließlich im Nord-Jemen leben.
Die Gruppen unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl der anerkannten Imame.
Schiitische Staaten in der Geschichte
- Bujiden-Reich im westlichen Iran und Baghdad
- Fatimiden
- Kalifat der Fatimiden in Kairo (909-1117)
- (Ismailiten)
- Bahrain und Oman im 9. Jahrhundert.
- Persien bzw. heutiger Iran (Staatsreligion seit 1501)
Ursprung und Entstehung
Die Schiiten haben ihren Ursprung in der Auseinandersetzung innerhalb des Islam bezüglich der Frage, wer nach dem Tod Mohammeds im Jahr 632 n. Chr. sein legitimer Nachfolger sein sollte. Während sich die Mehrheit der Muslime darauf einigte, einen Kalifen (arabisch khalifa: Nachfolger) zu benennen, der die religiöse und politische Führung der Muslime übernehmen, jedoch keine göttlich autorisierte Legitimität beanspruchen sollte, lehnte eine Minderheit der Muslime diese Entscheidung ab, in der Überzeugung, Gott selbst würde den rechtmäßigen Nachfolger auswählen. Mit Bezug auf den Koranvers „Von seiner Partei ist auch Abraham” (Sure 37, 83) waren sie der Ansicht, der Nachfolger Mohammeds müsse aus dessen Familie stammen, und glaubten, in Ali ibn Abi Talib, dem Vetter und Schwiegersohn des Propheten, den rechtmäßigen und von Gott erwählten Kalifen gefunden zu haben. Aus diesem Grund bezeichneten sich die Schiiten als Schi’at Ali.
Nachfolger Muhammads wurde jedoch nicht Ali, sondern Abu Bakr. Der Nachfolgestreit verschärfte sich, als nach Abu Bakrs zweijähriger Amtszeit Ali erneut nicht gewählt wurde. Erst nachdem drei andere Kalifen vor ihm regiert hatten, wurde Ali 656 in der Moschee von Medina zum Kalifen proklamiert. Nach schiitischer Auffassung kam mit ihm der einzig legitime Nachfolger Mohammeds an die Macht. Ali wurde jedoch nicht allgemein anerkannt. Er musste sich aus Medina in den Irak zurückziehen, wo die Stadt Kufa seine Residenz wurde und wo er 661 ermordet wurde. Seither wird er von den Schiiten als geistiger Ahnherr und erster Märtyrer verehrt.
Muawiya, der Begründer der Umayyaden-Dynastie, wurde der nächste Kalif. Hassan ibn Ali, einer von Alis Söhnen, der von den Schiiten als der zweite Imam angesehen wird, verzichtete auf eine Konfrontation mit Muawija und zog sich aus der Politik zurück. Als Muawiya 680 starb und seinen Sohn Yazid als Nachfolger einsetzte, stieß dieser Schritt auf Ablehnung unter einigen Muslimen. So führte Alis zweiter Sohn, Husain, im Jahr 680 seine Familie und seine Anhänger gegen die Armee des Kalifen Yazid, nachdem er von den in Kufa lebenden Muslimen zu einem solchen Aufstand gedrängt wurde. Husain wurde, nachdem ihn seine kufistischen Verbündete verraten hatten, bei Kerbela in der irakischen Wüste von Soldaten im Auftrag des omaijadischen Gouverneurs im Irak gestellt und am 10. Oktober 680 (10. Muharram 61 islamischer Zeitrechnung) ermordet. Die Schi’at Ali war politisch gescheitert.
Literatur
- Heinz Halm: Die Schia. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03136-9
- Heinz Halm: Der schiitische Islam. Verlag C.H.Beck, München 1994, ISBN 3-406-37437-9
Weblinks
- [http://www.al-shia.de/ Shia Islamportal]
- [http://www.izhamburg.de/ Islamisches (Schiitisches) Zentrum Hamburg]
Kategorie:Islam
ja:シーア派
ko:시아파
ms:Syiah
th:ชีอะหฺ
Geschichte des IslamDieser Artikel schildert die politische, kulturelle und soziale Geschichte des Islam. Zur religiösen Entwicklung siehe Islam, Koran, Sunna, Fiqh, Schari'a, Schia, Sufismus.
Sufismus
Arabien vor dem Islam
Moslems bezeichnen die Zeit vor dem Islam als dschahiliyya, als Epoche der "Unwissenheit".
Der Islam hat seinen Ursprung auf der Arabischen Halbinsel (arab. dschasirat al-`arab "Insel der Araber"), einem hauptsächlich von Beduinen bewohnten Steppen- und Wüstengebiet. Arabien war zur damaligen Zeit kein vereinigtes Reich, sondern lag am Rande des Einflussgebiets des Byzantinischen Reichs auf der einen und des Perserreichs auf der anderen Seite, sowie deren Vasallenstaaten, der den Byzantinern angeschlossenen Ghassaniden und der den Persern verbündeten Lachmiden.
Arabien bildete in dieser Zeit eine reine Stammesgesellschaft, die von dem Gegensatz zwischen Sesshaften (hadar) und Nomaden (badu) geprägt war.
Neben den Beduinen, die ihren Lebensunterhalt mit Viehzucht und Beutezügen (arab. gazw oder gazu) untereinander bestritten, lebten dort sesshafte Bauern, die in den Oasen Landwirtschaft betrieben.
Mekka, die Heimat Mohammeds, hatte sich aufgrund seiner günstigen Lage an der "Weihrauchstraße", die von Südarabien nach Syrien verlief, zu einer blühenden Handelsmetropole entwickelt, die von den Koreischiten, einer
Sippe von Kaufleuten dominiert wurde. Obwohl auch zahlreiche Juden (vor allem in Mekka, Yathrib (Medina), Wadi l-Qura, Chaibar, Fadak, Taima und dem nahe bei Mekka gelegenen at-Ta'if) und Christen auf der arabischen Halbinsel lebten, bekannte sich nach islamischer Überlieferung die Mehrheit der Bewohner zu einer Vielzahl heidnischer Stammesgötter, wie z.B. den drei Göttinnen al-Lat, Manat und al-Uzza bzw. der insbesondere in Mekka verehrten Lokalgottheit Hubal. Die Kaaba - arab. auch baytu'llah, d.h. "Haus Gottes" - in Mekka war bereits in vorislamischer Zeit ein bedeutender Wallfahrtsort und stellte eine wichtige Quelle wirtschaftlichen, religiösen und politischen Einflusses für die Koreischiten dar.
Mohammed und die Entstehung des Islam
Um das Jahr 570 wurde Mohammed in Mekka geboren. Über die Frühzeit seines Lebens ist wenig bekannt. Wir wissen von einer Handelsreise nach Syrien, die der fünfundzwanzigjährige Mohammed im Auftrag von Chadidscha unternahm, einer reichen Kaufmannswitwe, die er später heiratete.
Im Alter von vierzig Jahren, einer traditionell symbolbehafteten Zahl, hatte Mohammed schließlich Visionen, die er als Wort Allahs zunächst nur seinem unmittelbaren Umfeld verkündete; später bildeten diese Eingebungen, in Suren gestaltet, den Koran.
Als die Anhänger der neuen Religion die alten Götter zu bekämpfen begannen, kam es zum Bruch zwischen Mohammed und den Koreischiten. Mohammed unterstellte sich 620 mit seinen Anhängern dem Schutz der beiden medinensischen Stämme der Aus und Hasradsch (Chazradsch), die einen Schlichter (arab. hakam) für ihre Zwistigkeiten suchten.
Ibn Ishaq, einer der wichtigsten Biographen Mohammeds, berichtet von mehreren Treffen auf dem 'Aqaba, einem Hügel in der Nähe Mekkas, auf denen Mohammed mit den Medinensern (die daraufhin Ansar "Helfer" genannt wurden) ein Bündnis schließt.
Im September 622 zieht Mohammed mit seinen Anhängern von Mekka nach Yathrib (Medina), ein Ereignis, das als Hedschra den Beginn der islamischen Zeitrechnung markiert.
Die Übersiedlung nach Medina markiert zugleich auch den Beginn der politischen Tätigkeit Mohammeds.
Mohammed hatte in der medinensischen Gesellschaft die angesehene Stellung eines Schlichters und wurde zugleich als Oberhaupt der islamischen Gemeinde, der umma angesehen.
Der Islam erfuhr in Medina seine gesellschaftliche Ausformung. Die medinensischen Suren des Korans nehmen immer stärker Bezug auf konkrete Regelungen des Lebens und der Organisation der islamischen Gemeinschaft; die Unterschiede zu den Juden und Christen werden betont und von den Un- und Nichtgläubigen geschieht eine stärkere Abgrenzung.
Gleichzeitig kommt es zur militärischen Konfrontation mit Mekka, in der Mohammed als militärischer Führer der Moslems auftritt. Mohammed führt seit 623 mehrere Feldzüge (majazi) gegen Mekka (Sieg der Moslems in der Schlacht von Badr (624), die Schlacht am Berge Ubud (625) und die Grabenschlacht (627)) bis im März 628 ein
Waffenstillstand geschlossen wurde.
629 traten die Moslems zum ersten Mal die Pilgerreise nach Mekka an, 630 übergaben die Führer von Mekka die Stadt an Mohammed, nachdem ihnen versichert worden war, dass die Stadt ihren Charakter als Wallfahrtsstätte behalten werde.
In den Jahren vor dem Tode Mohammeds weitete sich der Einfluss des Islams auf die ganze arabische Halbinsel aus. Mit den Stammesführern wurden Verträge geschlossen, die teils eine Tributpflicht, teils die Anerkennung Mohammeds als Propheten enthielten. Einer der Hauptursachen für die rasend schnelle Ausbreitung des Islams lag in der inneren Struktur der Gesellschaftsordnung. Die von Ibn Hisham überlieferte "Verfassung von Medina" legte eine Beistandspflicht der Moslems untereinander sowie das Verbot, andere Moslems anzugreifen fest. Die in der vorislamischen Zeit so beliebten Beutezüge der Stämme richten sich nun ausschließlich gegen Nicht-Moslems, da nur gegen diese Krieg geführt werden durfte, während der Islam das "Haus des Friedens" war.
Die Ära der rechtgeleiteten Kalifen
Der Begriff "Rechtgeleitete Kalifen" bezieht sich ausschließlich auf die ersten 4 Kalifen, namentlich
- 632 - 634 Abdallah Abu Bakr
- 634 - 644 Omar ibn al-Chattab
- 644 - 656 Osman ibn Affan
- 656 - 661 Ali ibn Abi Talib
und bezeichnet jene Kalifen, welche die Umma, die Gemeinschaft der Gläubigen, noch ungespalten führten. Kalif hieß zwar, der Nachfolger des Propheten zu sein, aber die frühen Kalifen waren keine Alleinherrscher. Ihre Herrschaft war noch stark geprägt von der vorislamischen Stammesgesellschaft. Sie genossen vor allem religiöse Autorität, amtierten als Leiter des Gebets und als Schiedsrichter.
erster Kalif: Abdallah Abu Bakr
Als Mohammed 632 starb, stellte sich für die Moslems die Frage seines Nachfolgers. Schon damals trat der Gegensatz zwischen den einzelnen Gruppen, den frühesten Gefährten Mohammeds, den zum Islam konvertierten Medinensern und den erst vor kurzem konvertierten einflussreichen Mekkanern zu Tage. Man einigte sich schließlich auf Abdallah Abu Bakr, einen Mann der ersten Stunde, dessen Tochter Aischa Mohammeds Frau gewesen war und der auch schon zu Lebzeiten Mohammed als Leiter des öffentlichen Gebets vertreten hatte. Seine kurze Herrschaft zeichnete sich im wesentlichen durch eine Konsolidierung des jungen Islam aus. Viele der Stämme der arabischen Halbinsel wollten eine Nachfolge für den Propheten nicht akzeptieren und erhoben sich, Abu Bakr unterwarf sie jedoch und band sie so dauerhaft. 634 starb er.
zweiter Kalif: Omar ibn al-Chattab
Ihm folgte dann Omar ibn al-Chattab. Es sollte an ihm sein, den Islam mit militärischen Mitteln weiterzutragen. 634 fielen fast zeitgleich arabische Armeen sowohl in das byzantinische Palästina und Syrien als auch in das sassanidische Mesopotamien ein, die beide noch von den langen, gegeneinander geführten Kriegen erschöpft waren. Nach einigen kleineren Gefechten entschied sich das Schicksal des christlichen Vorderen Orients in der Schlacht von Yarmuk im heutigen Jordanien. Die Truppen des Kaisers Herakleios wurden geschlagen und die Byzantiner räumten Syrien. Statt dessen konzentrierten sie ihre Kräfte auf die Verteidigung Ägyptens, welches jedoch 639/40 ebenfalls überrannt wurde. 642 fällt Alexandria und in den 70er Jahren wird die nordafrikanische Küste erobert, wobei sich Karthago allerdings bis 697/98 halten kann. Damit ist Byzanz auf Kleinasien, die Stadt Konstantinopel und einige Inseln und Küstenbereiche in Griechenland beschränkt. Noch schlimmer erging es jedoch den Sassaniden. Im Südirak kam es (wahrscheinlich 636) bei Kadesia zur Schlacht. Nach der dortigen Niederlage ziehen sich die sassanidischen Truppen ins persische Herzland zurück. Sogar die Hauptstadt Ktesiphon wird aufgegeben. Doch ist der persische Widerstand damit noch nicht gebrochen. 642 kommt es bei Nihawend zum "Sieg aller Siege": das persische Heer wird vernichtet und nun hält die Araber nichts mehr auf. Der letzte sassanidische Großkönig Yazdegerd III. wird 651 in Merw ermordet. Persien wird Stück für Stück erobert, auch wenn sich die Bevölkerung dem mit unterschiedlicher Heftigkeit und Stärke widersetzt. Hier gibt es spürbaren Widerstand, im Gegensatz zu Syrien, wo die Araber von den Monophysiten und der Assyrischen Kirche des Ostens teilweise begeistert empfangen wurden. Erst nach und nach erlischt dieser und damit ist das Ende der letzten altorientalischen Staatsgründung besiegelt.
Zu Details und Literatur siehe den Artikel Islamische Expansion.
Omar setzte auch Amr ibn al-As als seinen Statthalter für Palästina und Ägypten ein, der die Herrschaft in der Region langfristig zuverlässig aufrecht erhielt und noch mehrfach wertvolle Unterstützung für die späteren Schlachten der Kalifen und speziell für Ali leisten sollte. Im Jahre 644 wird Omar von einem persischen Sklaven ermordet.
dritter Kalif: Osman ibn Affan
Mit der Herrschaft von Osman ibn Affan begann eine Zeit innerer Auseinandersetzungen im Islam, die letzten Endes zur Spaltung der Gemeinde führen sollte. Seine bedeutendste Tat ist die abschließende und bis heute maßgebliche Redaktion des Koran. Nepotismus und Misstrauen gegenüber den weitgehend unabhängig agierenden Statthaltern führten zu deren Ersetzung durch enge Verwandte, der Wichtigste unter ihnen war Mu'awiya in Syrien (später Muawiya I.). 656 wird Osman im Gebet ermordet. Ob der gedemütigte 'Amr ibn al-'As hinter dem Anschlag stand, Osmans Nachfolger auf dem Kalifenthron Ali ibn Abi Talib oder gar A'ischa, die Witwe des Propheten, bleibt im Dunkeln.
vierter Kalif: Ali ibn Abi Talib
Die folgende Einsetzung Alis als Kalif, Vetter und Schwiegersohn des Propheten, empfanden nicht alle Seiten als akzeptabel. 'A'ischa, Mohammeds Witwe, hasste Ali und Mu'awiya suchte nach Rache für die Ermordung Osmans. 656 kam es so zur Kamelschlacht zwischen Ali und Mu'awiya. Technisch gesehen gewann zwar Ali den Kampf, aber eine Entscheidung war diese Schlacht noch nicht. 657 kommt es dann zu einer zweiten Schlacht, der Schlacht von Siffin am mittleren Euphrat, ein Schiedsgericht im Anschluss daran sollte die Frage, wem das Kalifat nun zustehe, endgültig beantworten. Nachdem Ali sich dazu bereit erklärte, kündigte ihm ein Teil seiner Anhänger, die so genannten Charidschiten, die Gefolgschaft. Das Urteil klärte die Situation nicht eindeutig, was Alis Position weiter schwächte.
Aufspaltung in Sunni und Schia
660 errichtet Mu'awiya in Damaskus ein Gegen-Kalifat. Die als Besudelung des Islams empfundene Auseinandersetzung zwischen den beiden führt zu einer Verschwörung von Charidschiten, die sich in Mekka gesammelt hatten, 661 finden gleichzeitig Anschläge auf Ali und Mu'awiya statt, nur Mu'awiya überlebt. Damit wird dieser Kalif.
Aber die Parteigänger Alis akzeptieren ihn nicht als Kalifen. So kommt es zum Schisma zwischen den Sunniten und der Schi'at 'Ali. Die Partei Alis zieht sich zurück in den Süden des Iraks, und es beginnt die Dynastie der Umayaden.
Siehe auch: Liste der Kalifen, Kalifat, Islamische Expansion
Die Dynastie der Omajaden
(661-750)
:Schlacht von Kerbela
:Gründung von Bagdad
:Weitere Eroberungen
Siehe auch: Omajaden
Das Kalifat der Abbasiden
(749 bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts)
Siehe auch: Abbasiden
Die Zeit der Seldschuken
Siehe auch: Seldschuken, Kreuzzüge
Die Fatimiden in Ägypten
Siehe auch: Fatimiden
Die Dynastien der Almoraviden und Almohaden in Nordafrika und Spanien
Siehe auch: Almoraviden und Almohaden
Die Zeit der Mongolen
Siehe auch: Mongolen, Ejubiden
Die Mamluken in Ägypten
Siehe auch: Mameluken
Die Zeit der Osmanen
Das Osmanische Reich
Siehe auch: Osmanisches Reich, Osmanisches Kalifat
Die Entstehung der Nationalstaaten
Die Islamische Welt in der Moderne
Siehe auch: Geschichte Algeriens, Geschichte des Iraks, Arabische Liga, Nahostkonflikt
Literatur
- Dashti, Ali: 23 Jahre - Die Karriere des Propheten Muhammad. Alibri Verlag, Aschaffenburg 2003, ISBN 3-932710-80-0
- Endreß, Gerhard: Der Islam - Eine Einführung in seine Geschichte. C. H. Beck Verlag, München 1997, ISBN 3-406428-84-3
- Haarmann, Ulrich: Geschichte der arabischen Welt. C. H. Beck Verlag, Oktober 2004, ISBN 3-406474-86-1
- Hourani, Albert: Die Geschichte der arabischen Völker. Fischer Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-596150-85-X
- Jäger, Wolfgang: Die islamische Welt. Cornelsen Verlag, März 2002, ISBN 3-464642-88-7
- Lewis, Bernard: Die Araber. Dtv, Dezember 2002, ISBN 3-423308-66-4
- Miquel, André: Der Islam. Von Mohammed bis Nasser. Zürich 1970, ISBN 3463136767
- Noth, Albrecht: Der islamische Orient, Grundzüge seiner Geschichte. Ergon Verlag, März 1998, ISBN 3-932004-56-6
- Krämer, Gudrun: Geschichte des Islam. C. H. Beck Verlag, Oktober 2005, ISBN 3-406-53516-X
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ja:イスラム帝国
ms:Sejarah Islam
ImamitenDie Imamiten oder Zwölfer-Schiiten (von arabisch Schi'at Ali = "Partei Alis") sind die größte Gruppe der Schiiten, die eine der drei ursprünglichen Glaubensrichtungen des Islams darstellen. (Siehe auch Sunniten und Charidschiten).
Ihre Anhänger, die Imamiten, betrachten Ali ibn Abi Talib als rechtmäßigen Nachfolger (Kalifen) des Propheten Mohammed.
Verbreitung
Die Schiiten haben ihr ursprüngliches Zentrum im Irak. Mehr als die Hälfte der Iraker (ca.60%), vor allem im Süden des Landes, sind Schiiten. Mit Gründung der arabischen Kolonie Qom im 8. Jahrhundert breitete die Schia sich auch in den Iran aus, der heute mit 91% seiner Bevölkerung den höchsten Anteil an Schiiten hat. Imamitische Schiiten gibt es u.a. auch im Libanon, in Afghanistan, in Saudi-Arabien, Bahrain, Aserbaidschan, Indien und Pakistan, weltweit sind es ca. 110 Millionen.
Glaubenslehre
Kerngedanke der schiitischen Religion in ihrer imamitischen Form ist der Glaube an die Vierzehn Unfehlbaren: Der Prophet Mohammed, dessen Tochter Fatima, und die zwölf Imame. Die Schiiten beziehen sich dabei auf den Vers 33:33 des Korans, in dem es heißt: "...Siehe, Allah will euch von jedem Übel bewahren, o Leute des Hauses (Ahl-ul Bait), und euch völlig reinhalten." Mit der Ahl-ul Bait sind die Vierzehn Unfehlbaren gemeint. Die zwölf Imame der Imamiten sind:
# Ali ibn Abi Talib (Hazrat Ali) (gest. 661)
# Hasan ibn 'Alī (al-Hasan) (gest. 669)
# Hussein ibn-Ali (al-Husain) (gest. 680)
# Ali Zain al-Abidin (gest. um 713)
# Muhammad al-Baqir (gest. um 733)
# Dschafar al-Sadiq (gest. 765), Begründer der Dschafaritischen Rechtsschule
# Musa al-Kazim (gest. 799)
# Ali al-Rida (gest. 818)
# Muhammad al-Taqi (gest. 835)
# Ali al-Hadi (gest. 865)
# al-Hasan al-Askari (gest. 873)
# Muhammad al-Mahdi
Der zwölfte, verborgene Imam Muhammad al-Mahdi -- dessen Existenz als historische Person in der Wissenschaft umstritten ist -- ist nach Ansicht der Zwölfer-Schiiten nicht gestorben, sondern wurde von Gott entrückt und lebt seitdem in Verborgenheit. Die Zwölfer-Schiiten glauben, dass er dereinst wiederkehren wird, um die Mission des Propheten zu vollenden und ein Reich der Gerechtigkeit auf Erden zu errichten. Dieser zwölfte Imam ist im Glauben der imamitischen Schiiten das einzig legitime Oberhaupt der Muslime (in der heutigen Verfassung des Staats Iran ist er deshalb auch eigentliches Staatsoberhaupt). Der Klerus herrscht nach dieser Auffassung nur in Stellvertretung des zwölften Imans (Wilayat-e Faqih) bis zu dessen Wiederkehr aus der Verborgenheit.
Eine Besonderheit bei den Imamen ist ebenfalls ihre persische Abstammung. Islamischen Überlieferungen zufolge heiratete Hussein ibn Ali eine Tochter Yazdegards III., des letzten sassanidischen Königs. Aus dieser Ehe entstammte Ali Zain al-Abidin. Damit sind die Imame der Schiiten nicht nur Nachkommen des Propheten Mohammed, sondern auch der persischen Könige, die von sich behaupteten "Gottes Stellvertreter auf Erden ..." zu sein - etwas, was die heutigen Schiiten ihren Imamen zuschreiben. Dies mag ein Grund dafür sein, warum der schiitische Islam im persischen Sprach- und Kulturkreis so stark vertreten ist.
Charakteristisch für die Schia ist der Gedanke des Büßertums, der sich vor allem in den Aschura-Riten zum Gedenken an die Ermordung des dritten Imams Hussein ibn-Ali in der Schlacht von Kerbela ausdrückt. In den 10-tägigen Muharram-Passionsfeiern geißeln sich viele Gläubige und klagen über die unterlassene Hilfe, die Hussein ibn-Ali das Leben kostete. Die Passionsfeiern bilden den wichtigsten Teil des schiitischen Festtagskalenders und einen alle Schiiten im Gedenken an Hussein ibn-Ali.
Klerus
Die Hierarchie des Shia-Klerus:
# Mohammed und die Imame
# Marja-e taqlid-e motlaq (Absolute Instanz der Nachahmung)
# Groß-Ayatollah
# Ayatollah
# Hodschatoleslam (Autorität des Islam)
# Einfache Geistliche, Studenten
Der Aufstieg zu einem Groß-Ayatollah ist für einen schiitischen Geistlichen ein langer und beschwerlicher Weg. Als Student durchläuft man drei Stufen. Die muqaddima-Stufe (4-5 Jahre; arabisch lernen, islamisches Recht), die sath-Stufe (5 jahre; islam. Rechtswissenschaft (Fiqh), Philosophie) und die kharij-Stufe (ca. 8 Jahre). Erst wenn ein Lehrmeister den Reifstatus erteilt, wird man zur Autorität des Islams. Weitere Jahrzehnte vergehen mit dem Studium der Rechtswissenschaften auf dem Weg zum Groß-Ayatollah. Die Geistlichen sind die Rechtsprecher der Schiiten, wobei ein Spruch eines Groß-Ayatollah nur von einem Marja nichtig gemacht werden kann. Jeder Gläubige sucht sich einen Groß-Ayatollah als "Quelle der Nachahmung" und lebt dessen Rechtsauslegung. Diese Wahl ist allerdings nicht bindend. Missfällt der Spruch eines Ayatollah, so ist es legitim sich einen anderen zu suchen. Stirbt eine "Quelle der Nachahmung", so werden all ihre Rechtsprüche unwirksam. Die Gläubigen entrichten einen Teil ihres Geldes an ihren Ayatollah, womit u.a. die Lehre bezahlt wird. Die Macht eines Geistlichen misst sich an der Anzahl der Gläubigen die ihm folgen. Die Besetzung der höchsten Würde unterhalb des Propheten und der Imame, des Postens eines Marja-e taqlid-e motlaq kommt nur vor, wenn alle Groß-Ayatollah einen aus ihrer Mitte einstimmig als höher in Frömmigkeit und Weisheit ansehen. Zuletzt besetzte Groß-Ayatollah Borujerdi († 1961) dieses Amt.
Geschichte
Nach dem Tode des Propheten Mohammed wurde Ali, den nach Ansicht seiner Anhänger Mohammed persönlich als Nachfolger designiert hatte, übergangen und Abu Bakr wurde zum Kalifen gewählt, während Ali und seine Familie noch mit der Bestattung des Propheten beschäftigt waren. Kurz vor dem Tod Abu Bakrs wurde Omar nicht gewählt, sondern direkt zum Kalifen ernannt. Und schließlich, nach Omars Tod, wurde Uthman von einem Gremium von loyalen Anhängern Omars, die Omar selbst ernannt hatte, zum Kalifen gewählt. Nach der Ermordung des dritten Kalifen eskalierte schließlich der Konflikt. Alis Anhänger erhoben ihn 656 zum Kalifen, er wurde jedoch nicht allgemein anerkannt.
Ein Schiedsgericht im Ort Adhruh sollte zwischen Ali und seinem Gegenspieler Muawiya aus dem Klan der Omajaden entscheiden. Was das Gericht entschied, ist heute nicht mehr festzustellen, jedenfalls ließ sich Mu'awija 660 ebenfalls zum Kalifen proklamieren. Mu'awija verbündete sich mit Mohammeds Witwe Aischa und erklärte Ali den Krieg. Ali konnte zwar die Schlacht gewinnen, sich aber nicht gegen die Macht der reichen Omajaden durchsetzen.
Ein halbes Jahr später fiel Ali der Blutrache zum Opfer. Mu'awija überlebte durch Zufall. Damit war die Herrschaftsfrage zugunsten der Omajaden entschieden.
Hassan, einer von Alis Söhnen aus der Ehe mit Fatima, der Prophetentochter, der von den Schiiten als der zweite Imam angesehen wird, verzichtete auf eine Konfrontation mit Mu'awija. 680 erhob hingegen sein Bruder Hussein Anspruch auf das Kalifat, das mittlerweile Mu'awijas Sohn Jesid innehatte. In Kerbela, einem kleinen Flecken in der Nähe des Euphrat, kam es am 10. Muharram 680 zu der von den Schiiten als Massaker angesehen Schlacht von Kerbela, in der die Truppen Jesids, angeblich ca. 4000 Mann, Hussein und seine kleine Truppe - nach schiitischer Überlieferung hauptsächlich Frauen und Kinder, unter anderem Husseins eigene Familie - mit fast allen seinen Begleitern töteten. Husseins Kopf wurde aufgespießt und als Warnung an andere Rebellen nach Damaskus gebracht. Dieses Ereignisses gedenken die Zwölfer-Schiiten an Aschura, was soviel wie "zehn" heißt.
(Fortsetzung folgt)
Siehe auch
- Aschura
- Ayatollah Khomeini
- Sunniten
Andere schiitische Gruppierungen
- Ismailiten
- Zaiditen
Mit den Schiiten verwandte Gruppen
- Alawiten
- Drusen
Literatur
- Heinz Halm: Die Schia. Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03136-9
- Wilfried Buchta: Schiiten. Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-7205-2491-4
Kategorie:Schiiten
ja:十二イマーム派
th:อิมามสิบสอง
Muawiya I.Muˁāwiya I. () ( - 603 in Mekka; † 18. April 680 in Damaskus) war der erste Kalif der Umayyaden (661-680) und Begründer dieser Dynastie. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der arabischen Geschichte.
Muawiya als Statthalter von Syrien (639-661)
Muawiya ibn Abi Sufyan wurde 603 als Mitglied der einflussreichen Sippe der Umayyaden in Mekka geboren. Sein Vater Abu Sufyan war der Führer der Quraisch gegen den Propheten Mohammed. Muawiya diente nach seinem Übertritt zum Islam (630) Mohammed als Sekretär. Später nahm er an der Eroberung von Syrien teil und wurde 639 vom Kalif Umar ibn al-Chattab zum Statthalter dieser Provinz ernannt. Als solcher organisierte er den Aufbau einer muslimischen Flotte im Mittelmeer, mit der die byzantinische Flotte 645 erstmals vor Lykien besiegt werden konnte. 652 konnte er auch durch Anatolien bis zum Bosporus vorstoßen.
Nach der Ermordung von Kalif Uthman ibn Affan (656) schlossen sich dessen Anhänger teilweise Muawiya an. Dieser erkannte den neu gewählten Kalifen Ali ibn Abi Talib (656-661) nicht an, dem er vorwarf an der Ermordung seines Vorgängers mitverantwortlich zu sein. Die Auseinandersetzungen gipfelten in der Schlacht von Siffin, die aber zu keiner Entscheidung führte, als sich Ali auf Verhandlungen einließ. Die darauf folgende Spaltung der Partei Alis (Schia) stärkte die Position Muawiyas, so dass er nach der Ermordung Alis (661) von allen Muslimen als Kalif anerkannt wurde.
Muawiya als Kalif (661-680)
Muawiya begann mit der Sicherung der Herrschaft der Umayyaden. So wurde Hassan ibn Ali, der älteste Sohn von Ali durch Pensionen zum Verzicht auf seine Herrschaftsansprüche bewegt. Auch wurde das Reich mit Hilfe von Amr ibn al-As in Ägypten und Ziyad ibn Ali im Irak reorganisiert. Dabei wurde in den verschiedenen Reichsteilen auf die noch vorhanden byzantinischen und persischen Verwaltungsstrukturen zurückgegriffen. Neue Hauptstadt des Kalifats wurde Damaskus, womit Medina endgültig seine politische Bedeutung verlor.
Muawiya propagierte die Erblichkeit des Kalifenamts. So designierte er schon 669 seinen Sohn Yazid zum Thronfolger. Allerdings gelang es den Umayyaden bis zu ihrem Untergang nicht, ihrer Herrschaft eine religiöse Legitimation zu verleihen.
Unter der Herrschaft Muawiyas wurde die Expansion durch die Muslime wieder aufgenommen. So begann unter Uqba ibn Nafi die Unterwerfung des Maghreb. Auch die Eroberung des Ostiran wurde weitergeführt. Der Gouverneur von Zypern schloß einen Vertrag mit dem Kalifen, der ihm gegen regelmäßige Tributzahlungen den Frieden sicherte. Allerdings scheiterte mit den erfolglosen Belagerungen von Konstantinopel (668-669 und 674-678) die Eroberung von Byzanz, auch wenn dieses in der Folgezeit den Muslimen Tribute entrichtete.
Muawiya I. starb am 18. April 680 in Damaskus, wo er auch bestattet wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der arabischen Geschichte.
Literatur
- Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. 4. Auflage. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
- Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3
Kategorie:Mann
Kategorie:Person des Islam
Kategorie:Geboren 603
Kategorie:Gestorben 680
ja:ムアーウィヤ
ms:Muawiyah bin Abu Sufyan
Fatima (Tochter des Propheten Mohammeds)Fatima bint Muhammad ibn 'Abdallah ibn 'Abd Al-Muttalib ibn Hashim ( - 606; † 632), u.a. auch bekannt unter den Namen Fatima az-Zahra فاطمة الزهراء und "Umm an-Nisa' al-Alamin" ام النساء العالمين, d.h. "Mutter der Frauen der Welten", war die fünfte und jüngste Tochter des Propheten Mohammed von seiner ersten und lange Zeit einzigen Gattin Chadidscha bint Chuwailid ( - 545,† 619) und die Gattin Ali ibn Abi Talibs und Mutter Al-Hasans und Al-Husains. Fatima war unter den Kindern Mohammeds die einzige, die selbst Kinder hatte; alle noch lebenden Nachfahren Mohammeds stammen somit von ihr ab. Die Schiiten lassen Fatima besondere Verehrung zukommen; als einzige Frau wird sie zusammen mit Mohammed und den Zwölf Imamen zu den "Vierzehn Unfehlbaren" gezählt. Bestimmten Hadithen zufolge wurde sie in einem Gefecht mit dem späteren zweiten Kalifen Umar ibn al-Chattab von diesem ermordet. Fatimas Leiden nach dem Tod ihres Vaters, ihr Streit mit Aischa und ihr Kampf gegen Abu Bakr und Umar ibn al-Chattab sind ein zentrales Dogma des Schiismus.
Da ihr Mann Ali umgangen wurde und nicht als direkter Nachfolger anerkannt wurde, wollte sie aus Protest nicht, dass nach ihrem Tode ihre Grabstätte bekannt gegeben wird. Bis heute weiß niemand, wo sich ihre Grabstätte in Medina befindet.
Kategorie:Frau Kategorie:Person des Islam
Kategorie:Geboren 606
Kategorie:Gestorben 632
MedinaHier wird die saudische Stadt abgehandelt; für andere Begriffsbedeutungen siehe Medina (Begriffsklärung).
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Medina (Begriffsklärung)
Medina (von arabisch al-Madīna al-munawwara, die erleuchtete Stadt المدينة المنورة; ursprünglicher Name Yathrib, dann Madīnat an-Nabī = Stadt des Propheten) ist eine Stadt mit 918.889 Einwohnern (2004) im westlichen Saudi-Arabien. Nach Mekka ist Medina die zweitwichtigste heilige Stadt des Islam.
Ebenso ist „Madīna“ das allgemeine arabische Wort für Stadt. Heutzutage wird der Begriff auch als besondere Bezeichnung für die Altstadt nordafrikanischer Städte verwendet (z.B. die "Medina von Marrakesch").
Geschichte
Nach der Hidschra, dem Auszug aus Mekka im Jahre 622, wurde Medina der Sitz von Mohammeds anwachsender Bewegung. Seine damalige Moschee und sein Wohnhaus stellen heute einen Teil der "Moschee des Gesandten" dar.
622 wurde Mohammed von Abgesandten der Aus und Chasradsch nach Yathrib (früherer Name Medinas) eingeladen, um als eine Art Gouverneur zu wirken. Medina war damals eine geteilte Stadt: Unterschiedliche Clans und Religionen lagen in Zank und Streit. Mohammed bewirkte eine Einigung in der Stadt. Alle Beteiligten stimmten einem Pakt zu, der von Mohammed und von seinen Schülern aufgestellt wurde. Er lud die gesamte Stadt ein, der neuen Religion, dem Islam, zu folgen, jedoch konnte er die meisten Juden nicht überzeugen. Unter den arabischen Neumuslimen opponierten die nur scheinbar konvertierten "Heuchler" und Ibn Ubayy und paktierten mit den Juden Medinas. Diese wurden daraufhin entweder vertrieben oder wie die Banu Quraiza ausgerottet.
Nach Änderung der Qibla von Jerusalem gen Mekka hielt eine kleine Gruppe konvertierter Juden an der ursprünglichen Qibla fest. Sie wurde die Sekte der Qibla al-Qudsiyya genannt.
Während der zehn Jahre nach der Hidschra bildete Medina das Zentrum des islamischen Lebens, bis Mohammed Mekka eroberte. Noch als die islamische Führung dort etablierte wurde, blieb Medina für einige Jahre die wichtigste Stadt des Islam und de facto die Hauptstadt des Kalifats.
Unter den ersten vier Kalifen, den Rechtgeleiteten Kalifen, erweiterte sich das islamische Reich schnell und umfasste bald Jerusalem, Ktesiphon und Damaskus. Nach dem Tod von Ali ibn Abi Talib verlegte der erste Umayyaden-Kalif Mu'awiya die Hauptstadt nach Damaskus. Medina hat heute noch große religiöse Bedeutung als zweitwichtigster islamischer Wallfahrtsort.
1924 wurde Medina, das Jahrhunderte nominell zum osmanischen Reich gehörte, von Ibn Saud erobert, dessen Reich später zu Saudi Arabien wurde.
kategorie:islam
ja:マディーナ
ms:Madinah al-Munawwarah
UmayyadenDie Umayyaden (arabisch: لأمويون / بنو أمية)- auch Omaijaden, Omajjaden, Omajaden – sind eine Dynastie von Kalifen, die von 660 bis 750 Oberhäupter des sunnitischen Islam waren (siehe auch: Liste der Kalifen). Nach ihrer Vertreibung aus dem Orient gründeten sie 756 das Emirat von Córdoba. Sie waren die erste Dynastie von Kalifen, die nicht eng mit Mohammed verwandt waren. Wie dieser stammten sie jedoch vom selben Stamm, den Quraisch aus Mekka.
Mekka]]
Gründung der Dynastie durch Muawiya
Die Wahl Ali ibn Abi Talibs zum Kalifen wurde von den Muslimen nicht allgemein anerkannt. Als Anhänger des ermordeten Uthman ibn Affan ließ sich Muawiya, der Statthalter von Syrien im Jahr 660 in Damaskus zum Kalifen ausrufen. Damit war die moslemische Gemeinschaft (Umma) erstmalig gespalten.
Zwar konnte Muawiya I. nach der Ermordung von Ali durch die Charidschiten (661) seine Herrschaft unter den Muslimen durchsetzen und die Dynastie der Umayyaden begründen, doch wurde er von den Anhängern Alis weiterhin nicht als rechtmäßiger Herrscher anerkannt. Es kam somit zum Schisma zwischen Sunniten und Schiiten, den Anhängern Ali ibn Abi Talibs. Letztere hatten ihren Schwerpunkt zunächst im Süden des heutigen Irak.
Zunächst verlegte Muawiya die Hauptstadt von Medina nach Damaskus, womit Arabien politisch schnell an Bedeutung verlor. Die Bedeutung für den Islam konnte es nur noch durch die Heiligen Stätten Mekka und Medina behaupten. Muawiya schaffte auch die Wahl des Kalifen ab und ersetzte sie durch die Erbfolge, nachdem er seinen Sohn Yazid I. öffentlich zum Nachfolger erklärt hatte. Der Ältestenrat musste nur noch formal dem neuen Kalifen seine Zustimmung erteilen. Unter den Umayyaden begann sich eine arabische Aristokratie herauszubilden.
Das kulturelle Zentrum des Kalifats befand sich aber nicht in Syrien, sondern im Irak. Durch das Zusammenleben von Beduinen und Persern in den irakischen Städten, besonders den Neugründungen Basra und Kufa, entwickelte sich eine rege geistige Auseinandersetzung mit den jeweiligen kulturellen Traditionen. So entwickelten sich im Irak und nicht in Syrien maßgebliche muslimische Rechtstraditionen. Außerdem war das Land zwischen Euphrat und Tigris Zentrum mehrerer muslimische Sekten und religiöser Bewegungen (u.a. Charidschiten).
Weitere Geschichte
Nach dem Tod Muawiyas brachen unter seinem Nachfolger Yazid I. (680-683) mehrere Aufstände gegen die Umayyaden aus. Husain, der zweite Sohn Alis und Enkel Mohammeds, nutzte die Situation und zog gegen Yazid I. zu Felde. Er wurde jedoch in der Schlacht von Kerbela (680) getötet. Dieser Akt besiegelte die endgültige Trennung zwischen Sunniten und Schiiten und wurde Anlass für das schiitische Trauerfest Aschura. Trotz dieses umayyadischen Sieges konnte sich die Opposition vor allem im Hedschas um Mekka weiter behaupten.
Nach dem Tod von Yazid I. und seines Sohnes Muawiya II. war die Thronfolge unter den Umayyaden 684 völlig ungeklärt. Dies nutzte die Opposition und rief Abdallah ibn az-Zubair in Mekka zum Kalifen aus. Zeitweise wurde dieser sogar von der Mehrheit der Muslime anerkannt. Den nun folgenden Bürgerkrieg konnten die Umayyaden erst 692 unter Abd al-Malik (685-705) für sich entscheiden.
705 (Moschee) in Córdoba]]
Nach der Beendigung des Bürgerkriegs begann erneut eine Zeit großer Eroberungen. So wurden im Osten das Indusgebiet (711) und Transoxanien (712) besetzt. Im Westen wurde bis 709 der Widerstand der Berber gebrochen und der Maghreb unterworfen. Schon 711 wurde das Westgotenreich in Spanien erobert und erfolgten Raubzüge in das Frankenreich bis an die Loire und nach Burgund.
Die Vorstöße ins Frankenreich wurden aber 732 von Karl Martell, dem karolingischen Herrscher aufgehalten. In den nächsten Jahrzehnten wurden die Muslime über die Pyrenäen nach Süden abgedrängt. Auch Byzanz konnte trotz mehrerer Feldzüge und den Belagerungen von Konstantinopel (668 - 669, 674 - 678, 717 - 718) nicht entscheidend geschlagen werden. Ebenso blieben mehrere Feldzüge gegen die Chasaren nördlich des Kaukasus weitgehend erfolglos.
Ende der Dynastie
Seit 718 hatten sich unterdessen schiitische, persische und andere muslimische Gruppen um die Abbasiden geschart, den Nachfahren von Muhammads Onkel Abbas. Diese vertraten die These, dass nur Nachkommen des Propheten Muhammad das Amt des Kalifen ausüben konnten. Da die Umayyaden diese verwandtschaftliche Legitimation nicht besaßen, versuchten sie die abbasidische Propaganda zu unterbinden. Dennoch gelang in den vierziger Jahren des 8. Jahrhunderts die Unterwanderung des Kalifats durch die Anhänger der Abbasiden als unter den Umayyaden heftige Machtkämpfe ausbrachen. Außerdem wurde die herrschende Dynastie zunehmend durch heftige Rivalitäten zwischen den arabischen Stammesfraktionen geschwächt. Der 747 im Ostiran ausbrechenden Aufstand des Abu Muslim konnte von den Umayyaden deshalb nicht mehr erfolgreich bekämpft werden. 750 wurden diese unter Marwan II. von den Abbasiden im Nordirak am Großen Zab vernichtend geschlagen. In der Folgzeit wurde die Sippe der Umayyaden von den Abbasiden ausgerottet.
Einem Umayyadenprinzen gelang aber die Flucht in den Maghreb und nach Andalusien wo er 756 als Abd ar-Rahman I. das Emirat von Córdoba errichtet. 929 erhob sich Abd ar-Rahman III. zum Kalifen. Das Kalifat von Córdoba hatte bis zum Jahr 1031 Bestand. Mit dessen Ende erlosch die Dynastie der Umayyaden endgültig.
Herrscher der Umayyaden
Literatur
- Ulrich, Haarmann; Geschichte der Arabischen Welt, C.H. Beck München, 2001
- Gernot Rotter; Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg, Wiesbaden 1982
- Stephan und Nandy Ronart; Lexikon der Arabischen Welt, Artemis Verlag, 1972
- Der Islam I., Fischer Weltgeschichte Band 14, Fischer Verlag, 1968
- Saunders, John Joseph; A history of Medieval Islam (engl. Ausgabe),ISBN 0-415-05914-3, Barnes & Noble London, 1965, 1990
- Wellhausen Julius; Das Arabische Reich und sein Sturz, Berlin, 1960
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kategorie:Islam kategorie:Dynastie kategorie:arabische Geschichte
ja:ウマイヤ朝
MesopotamienMesopotamien (griechisch: zwischen den Flüssen; Aramäisch: Beth Nahrin = Zweiflussland), auch Zweistromland genannt, bezeichnet geographisch das Gebiet um die Flüsse Euphrat und Tigris in Südost-Anatolien, Syrien und im Irak.
Regionale Gegebenheiten
Geografie
Im Norden beginnt die Landschaft am Taurusgebirge und reicht bis zum Persischen Golf. Im Osten grenzen die Berge des Irans und im Westen die arabische Wüste und die Hochebenen Syriens an.
Klima
Das Klima im Norden ist rau mit kalten Wintern. Der Süden hingegen ist im Winter milder und hat heiße Sommer.
Landwirtschaft
Die Bauern bauten vorwiegend Gerste und Weizen an. Der Regenfeldbau im Norden und die umfassende künstliche Bewässerung im Süden lieferten sehr ertragreiche Ernten.
Die Felder wurden nur alle zwei Jahre bepflanzt, um den Boden zu schonen. Die Erträge der Ernten waren bemerkenswert. Schon im 3. Jahrtausend erreichten die Ernten das 30fache der Aussaat. Im Laufe der Jahrtausende sanken die Erträge, weil die Böden durch die Bewässerung immer salzhaltiger wurden. Trotzdem wurde noch bis zum Zehnfachen der Aussaat geerntet.
Ein Vergleich: Die Bauern des antiken Griechenlands und Roms erzielten ein deutlich geringeres Verhältnis bei ihren Ernten.
Es wurden auch Dattelpalmen, Feigen und Granatäpfel kultiviert.
Obwohl es in Mesopotamien Laub- und Nadelholzwälder gab (wo???), wurden in der Eisenzeit für Bauvorhaben Zedern aus dem Libanon importiert.
Außerdem wurden Schafe, und Ziegen und Rinder gehalten, in sumerischer Zeit auch Schweine.
Geschichte
Der Großteil der bekannten Geschichte Mesopotamiens ist geprägt von der schubweisen Einwanderung diverser Völkern. Meist zerfiel die Region in zahlreiche Stadtstaaten, ähnlich wie im antiken Griechenland, denen Könige vorstanden, die miteinander zeitweilig im Krieg standen. Weiterhin gab es Phasen, die von Grossreichen dominiert wurden, sowie Phasen, in denen Mächte aus den Nachbarregionen Eroberungsfeldzüge führten.
Das fruchtbare Mesopotamien lockte im Laufe der Geschichte unzählige Völker an. Im Gegensatz zu Ägypten konnten sich die Einwohner Mesopotamiens wegen der langen, offenen Grenzen nie wirklich gegen neue Einwanderer abschotten.
Vorgeschichte
Erste menschliche Spuren in Vorderasien fand man aus dem 70. Jahrtausend v. Chr. Neanderthaler lebten hier als Nomaden.
Erste feste Siedlungen wie Göbekli Tepe und Nevali Cori entstanden Ende des 9. Jahrtausends in Nordmesopotamien im sogenannten PPN A. Zu dieser Zeit waren domestizierte Tiere und Pflanzen noch unbekannt.
Die Besiedlung des südlichen Mesopotamiens beginnt in der Obed-Zeit.
Seit der Uruk-Zeit finden sich Städte und die Anfänge der Schrift, die sich aus einem System von Piktogrammen zur sumerischen Keilschrift entwickeln sollte.
Sumerer
Die ersten Schriftzeugnisse in Südmesopotamien sind in sumerischer Sprache verfasst. Manche Sprachforscher vermuten, dass die sumerische Sprache mit dem Mongolischen, dem Türkischen oder dem Ungarischen verwandt sein könnte, und leiten daraus eine Einwanderung der Sumerer ins Zweistromland von Osten her ab, wo sie die Wurzeln dieser Sprachen vermuten. Archäologisch gibt es für eine solche Zuwanderung keine Belege. Die Theorie, dass das südliche Mesopotamien im Neolithikum noch unter dem Meeresspiegel lag, lässt sich inzwischen nicht mehr halten, auch wenn es durch die Erosion im Folge ackerbaulicher Nutzung und Überweidung in Taurus und Zagros zu einem starken Bodenauftrag kam.
Ende des 4. Jahrtausends v.Chr. wurden Technologien für eine effektivere Bewässerung der Felder entwickelt und etabliert, sodass sich erstmals auch größere Städte bilden konnten. Das weitverzweigte Kanalsystem wurde von so genannten Priesterfürsten organisiert und gemeinsam bebaut ("Tempelwirtschaft".
Handwerk und Handel gewannen immer mehr an Bedeutung und die Städte wurden immer wohlhabender. Jede dieser Siedlungen war politisch eigenständig.
Die steigenden Anforderungen an die Organisation und auch die Tempelwirtschaft bedingten und begünstigten die Entwicklung einer Schrift. Zunächst diente die Schrift nur der Buchhaltung.
Die wichtigste Stadt der Sumerer war Uruk, die Stadt Gilgameschs. Der Epos dieses Helden gilt als das älteste erhaltene literarische Dokument der Menschheit.
2700 v. Chr. wurde die Keilschrift in ihren Möglichkeiten zur Vollendung geführt.
Ab 3000 v. Chr. wanderten Nomaden aus dem Norden in das südliche Mesopotamien ein. Die sumerische Königsliste, die auch von einer Sintflut berichtet, dokumentiert diese Wanderungen durch das Auftauchen semitischer Namen. Die Historiker bezeichnen diese Epoche als Frühdynastische Periode, die im 23. Jahrhundert v. Chr. endete.
In dieser Epoche zerbrach die Einheit von geistlicher und weltlicher Macht. Paläste wurden für die Könige gebaut, die nicht nur der Repräsentation dienten. Die Könige dieser Zeit wurden "lugal" genannt (= großer Mensch). Ihren Machtanspruch zeigten die Herrscher auch mit ihren Gräbern, indem sie sich mit ihrem Gefolge begraben ließen. Mehrere dieser Königsgräber fand man in der Nähe von Ur.
Weitere Erfindungen, die für die Wirtschaft entscheidende Bedeutung hatten, waren das Rad und die Töpferscheibe (späte Uruk-Zeit).
Einigung und Blütezeit unter Akkad
Mit Sargon von Akkad, einem Stadtstaatenkönig der Sumer, begann eine neue Epoche.
Er schuf das erste große vorderasiatische Reich, indem er die vielen Stadtstaaten vereinte, sodass er heute auch als Sargon I. bezeichnet wird. Zu seinem Machtbereich gehörte ganz Mesopotamien sowie Teile Syriens, des Irans und Kleinasiens.
Die Stadt Akkad wurde zu seinem Regierungssitz. Die akkadische Sprache verdrängte das Sumerische.
Die Eroberungen Sargons führten zu wirtschaftlichen und kulturellen Verknüpfungen mit den unterworfenen Völkern und den neuen Nachbarn. Der Zugang zum Persischen Golf ließ einen florierenden Seehandel entstehen.
Kulturell wurde das Leben im Reich Sargons I insbesondere von der ägyptischen Kultur beeinflusst. Das zeigte sich sowohl in den bildlichen Darstellungen als auch in der Verehrung des Herrschers als Gott bzw. als Stellvertreter Gottes.
Das Reich der Akkad hatte nicht lange Bestand. Zahlreiche Aufstände und insbesondere das einwandernde Bergvolk der Gutäer beendeten die Epoche (Reich von A.: um 2235-2094 v. Chr.).
Dieses erste große Reich blieb in den Mythen der Region lebendig. So berichten selbst die viel später aufkommenden Assyrer in ihrer Historie von Sargon.
Neuformierung in der Ur III Dynastie
Nach knapp 100 Jahren wurden die Gutäer vertrieben, und die sumerischen Stadtstaaten fanden wieder zu Macht und Größe. Die Stadt Ur wurde erneut zum Zentrum. Die so genannte Ur III-Dynastie dauerte von 2047 - 1939 v. Chr..
Diese Zeit zeichnete sich durch eine straffe Verwaltung aus und durch die Festlegung von Rechtsverordnungen (Codex Urnammu).
Diese Epoche ist die letzte von den Sumerern geprägte Zeit. Ihr Niedergang ist durch das Schwinden der Macht der Städte gekennzeichnet, wodurch ein weiteres Nomadenvolk seine Chance zum Aufstieg bekommen sollte.
Babylonisches Zeitalter
Es ist nicht bekannt, wann die Stadt Babylon gegründet wurde.
Erst unter König Hammurapi gelangte die Stadt in den Mittelpunkt des Zeitgeschehens und wurde so bedeutend für die Region, dass die Griechen in der Folge ganz Mesopotamien als Babylonien bezeichneten.
Hammurapi ist der Nachwelt besonders bekannt, weil er eine der ersten überlieferten Gesetzessammlungen verfasste, den sogenannten Kodex Hammurapi. In 280 Paragrafen regelte dieses Werk Aspekte des bürgerlichen Rechts, das Straf- und Verwaltungsrecht.
Es definierte zahlreiche Einzelfallentscheidungen, die sich oft durch große Härte auszeichneten.
Die Historiker sind sich nicht sicher, wie dauerhaft diese Gesetzessammlung beachtet wurde.
Das Reich Hammurabis zerfiel in den nächsten Jahrhunderten. Die Kassiten wanderten ein, und die Hethiter erstarkten im Westen.
Erst ab dem 15. Jahrhundert v.Chr. erreichte Babylon wieder Weltgeltung. Besonders mit Ägypten gab es engere Beziehungen, da zahlreiche babylonische Prinzessinnen nach Ägypten verheiratet wurden.
Weltreich der Assyrer
- Siehe auch: Geschichte des assyrischen Reiches
Geschichte des assyrischen Reiches
Im 18. Jahrhundert v. Chr. vereinte Schamschi-Adad I. zumindest im Norden Mesopotamiens ganz Assyrien, aber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zerfiel Assyrien bereits wieder, womit das Altassyrische Reich beschlossen wurde.
Im 14. Jahrhundert v. Chr. erstarkte als neue Macht Assyrien. Die Herkunfts- und Hauptstadt Assur lag am oberen Tigris.
Historiker vermuten, dass die Stadt am Anfang unter der Herrschaft Akkads stand, während die ersten Assyrer nur Nomaden waren.
An der Spitze der Assyrer stand der König, der sich auch als Stellvertreter des Gottes Assur sah.
Daneben übten die Kaufleute einen bedeutenden Machtanspruch im Land aus.
Assur, geographisch günstig an wichtigen Handelswegen gelegen, handelte mit dem Iran, Babylon und dem heutigen Anatolien.
Unter Assur-uballit I. (1353-1318 v. Chr.) erlangte Assyrien seinen Einfluss zurück.
Zahlreiche Eroberungen führten wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Der König Tukulti-Ninurta verstand sich wieder als Stellvertreter des Gottes Assur. Er nannte sich selber “Herrscher der vier Erdteile” und machte damit seinen Machtanspruch deutlich.
Mit seinem Tod endete aber diese Epoche des Mittelassyrischen Reiches.
Einen letzten Aufschwung erlebte das Reich mit ihrem König Assur-dan III. (935-912 v. Chr.), der zahlreiche Städte aramäische Städte eroberte. Die Assyrer übernahmen von dem Aramäern jedoch allmählich Schrift und Sprache.
Die Könige Assurnasirpal II. (883-859 v. Chr.) und Salmanassar III. (858-824 v. Chr.) erweiterten den assyrischen Machtbereich bis nach Syrien. Nach einigen Rückschlägen und inneren Zwistigkeiten gelang es Tiglat-pileser III. (745-727 v. Chr.) Babylon, Phönizien, Palästina und Israel zu erobern.
Der Eroberungsdrang fand 50 Jahre später seinen Höhepunkt in der Eroberung Ägyptens durch Asarhaddon (681-669 v. Chr.).
Assurbanipal (669-627 v. Chr.) war der letzte bedeutende Herrscher. Die griechischen Historiker verunglimpften den Herrscher als Schwächling. Heutige Historiker können dieses Urteil nicht bestätigen. Sie sehen in ihm einen erfahrenen Politiker, der sehr belesen war. Seine Bibliothek ist eine bedeutende Quelle für die Geschichte des Zweistromlandes.
18 Jahre nach dem Tod Assurbanipals ging Assyrien endgültig unter. Die vereinigten Meder und Babylonier besiegten die Heere Assyriens (609 v. Chr.) Assur und Ninive wurden vollkommen zerstört und die Assyrer verschwanden schließlich aus dem Gedächtnis der nachfolgenden Generationen, bis dieser Name aus politisch-sozialen Gründen innerhalb des aramäischen Volkes im Osten im 19. Jahrhundert n. Chr. wiederbelebt wurde.
Antike und Mittelalter
Mesopotamien war als Teil der Diözese des Ostens zeitweise eine römische und byzantinische Provinz
und damit Schauplatz der Kriege zwischen Rom und den Parthern, bw. dem neupersischen Reich der Sassaniden. Mit der Expansion des islamischen Reiches kam Mesopotamien unter arabische Herrschaft. Im frühen Mittelalter waren die Städte Bagdad und Samarra Sitze des abbasidischen Kalifats.
Später wurde die Region dem Osmanischen Reich einverleibt. Bis sie nach dem Ersten Weltkrieg im Staat Irak aufging.
Kultur
Wirtschaft und Volkswirtschaft
Im 3. Jahrtausend (Sumerer) herrschten die Priesterfürsten, die die politische und religiöse Macht in ihren Händen hielten.
Sie organisierten auch die Kanalisierung des Landes und den Ackerbau.
Der Haushalt des Staates war gleichbedeutend mit dem des Herrschers, man nennt diese Wirtschaftssystem Oikos-Wirtschaft.
Die Organisation benötigte dafür einen großen Verwaltungsapparat.
Die Menschen, die für die Priesterfürsten arbeiteten, wurden mit Naturalien bezahlt.
Privateigentum wurde erst in der Zeit Babylons etabliert.
Die Aufgaben des Staates wurden im Laufe der Zeit teilweise “privatisiert”, d.h. ein Pächter übernahm die Arbeiten und musste dafür eine Leistung (z.B. Silber) erbringen.
Die Bauern im 2. bis 1. Jahrtausend dagegen tauschten ihre Produkte gegen benötigte Lebensmittel und Textilien.
Die Tempel und ihre Priester hatten in Assyrien weit weniger Einfluss auf die Wirtschaft.
Der assyrische Staat duldete das Privateigentum und finanzierte sich durch Tribute und Steuern.
Die Ländereien waren im Besitz von Adelsfamilien, die die kleinen Bauern immer mehr zu Abhängigen machten.
Einen großen Vorteil hatte der Landbesitz - er war steuerfrei.
Neben Landbesitz besaßen diese Adelfamlienen meist noch große Handelsunternehmungen.
Auch in Babylon gab es einflussreiche Handelsherren, die mit ihren Familien regelrechte Dynastien bildeten.
Nicht nur durch Handel vermehrten sie ihr Vermögen, sondern auch durch Geldgeschäfte.
Erstaunlicherweise schien es zu dieser Zeit keine Märkte (Basare) gegeben zu haben, wie man es von einem orientalischen Land eigentlich erwarten würde.
Doch die aufgefundenen Dokumente berichten nicht über diese Handelsform.
Mesopotamien handelte mit den angrenzenden Ländern.
Die Fernhandelsbeziehungen reichten dabei sogar von der Ostsee bis zum Indusdelta.
Die Waren wurden per Schiff oder mit Karawanen ins Land gebracht.
Die Karawanen transportierten ihre Handelsware zunächst mit Eseln, ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. trugen Kamele die Ware.
Im geringen Umfang wurden auch Pferde und Wagen eingesetzt.
Straßen gab es erst seit dem Neuassyrischen Reich.
Zunächst herrschte der Tauschhandel vor, später galten bestimmte Mengen an Gerste als Tauscheinheit. Ab dem 3. Jahrtausend wurden Metalle, insbesondere Silber zur Universalwährung.
Babylonien hatte den Schekel, Minen und Talente als Währungseinheiten.
30 kg Silber entsprachen einem Talent, ein Schekel wog 8,4 g.
Ab dieser Zeit finden sich auch Hinweise auf Handwerker, Köche, Schuster u.a. Berufe. Sie dienten zunächst im Rahmen der Tempelwirtschaft. Ab dem 2. Jahrtausend arbeiteten sie auch verstärkt unabhängig im privaten Interesse.
Die Stellung der Frau
Die Stellung der Frau in Mesopotamien ist für die Historiker trotz aller Quellen nicht eindeutig festzulegen.
Der zukünftige Ehemann schloss mit dem Brautvater einen Ehevertrag, und die Frau brachte eine Mitgift in die Ehe.
Der Mann war der eindeutige Familienvorstand. Die Stellung der Frau hing davon ab, ob sie Kinder zur Welt brachte. Blieb die Ehe kinderlos, konnte der Ehemann sich scheiden lassen oder eine Nebenfrau nehmen. Hatte die Ehefrau aber Kinder, war eine Scheidung kaum möglich. Frauen stand aber das Recht auf Scheidung zu.
Die Frauen konnten auch Besitz haben, sie durften handeln und erben. Historiker vermuten, dass die Frauen in Babylon fast die Gleichberechtigung errungen hatten. Das galt natürlich nur für Frauen aus der Oberschicht.
Die Kindersterblichkeit war hoch, so erreichten nur zwei bis vier Kinder das Erwachsenenalter.
Sprache, Schrift und Zahlen
Vor dem 4. Jahrtausend verwendeten die Bewohner des Zweistromlandes so genannte Zählsteine für die Rechenaufgaben des Alltags.
Der sich ausweitende Handel führte im 3. Jahrtausend zur Entwicklung der Keilschrift.
Zunächst bestand die Schrift hauptsächlich aus Bildsymbolen.
Später wurde sie abstrakter.
Da viele Menschen nicht schreiben konnten, nahmen sie für ihre Zwecke die Dienste von Schreibern in Anspruch.
Der Schreiber wurde so zu einer angesehenen Person in der Gesellschaft.
Die Zeichen wurden dabei mit Griffeln auf Tontafeln geritzt.
Zuerst zog man auf der Tontafel senkrechte und waagerechte Linien.
Dann trug man die Symbole in die entstandenden Kästchen, indem man sie mit dem dreikantigen Ende eines dünnen Holzes in die weiche Tontafel eingedrückte.
Geschrieben und gelesen wurde von links nach rechts.
Die so genannte Keilschrift erreichte um 2700 v. Chr. ihre Vollendung.
Die Keilschrift wurde über 2500 Jahre lang in Mesopotamien angewandt und fand sich auch in Syrien und bei den Hethitern.
Bei den Sumerern standen die einzelnen Zeichen für ganze Worte, die auch mehrere Bedeutungen haben konnten.
Man kombinierte teilweise Zeichen, z.B. um Handlungen darzustellen.
So wurde der Begriff “Essen” durch die Symbole “Mund” und “Brot” dargestellt.
Diese Bilderschrift erlaubte es den Menschen, die Dinge des Alltags besser zu organisieren.
Die Schrift wurde im Lauf der Zeit komplexer, einzelne Symbole konnten jetzt auch Laute bzw. mehrere Symbole konnten ganze Sätze darstellen. Das ermöglichte die Geburt der Literatur, wie sie sich auch im durch die ganze Region bekannten Gilgamesch-Epos niederschlug.
Vor dem 2. Jahrtausend herrschte im Zweistromland keine der benutzten Sprachen vor.
Es wurde gleichberechtigt das Sumerische und das Akkadische gesprochen.
Die Jahrhunderte lange Ansiedlung und Verbreitung der verschiendensten aramäischen Stämme über den gesamten fruchtbaren Halbmond machten Aramäisch zur führenden Sprache des Nahen Ostens.
Die sumerische Sprache blieb bis zur Zeitenwende die Sprache der Gebildeten, ähnlich wie es Griechisch während des Römischen Reiches oder wie es Latein im Mittelalter war.
Das Aramäische war nun unumgänglich, es war die Sprache nahezu aller Untertanen der Reiche im Vorderen Orient, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Im persischen Reich wurde das Aramäische zur Kanzleisprache, d. h. Amtssprache des Reiches.
Alexander der Große eroberte schließlich weite Teile Mesopotamiens. Er und seine Nachfolger verbannten in der Folge das Akkadische, während Aramäisch zur Staatssprache erklärt wurde.
Durch die Aramäer wurde auch die Silbenschrift, welche von den Phöniziern übernommen wurde, eingeführt. Dabei wurden nur die Konsonanten geschrieben, Vokale gab es in der zugehörigen Schrift nicht (gleiches gilt für die Urschriften der Bibel sowie die Hieroglyphenschrift der Ägypter). In dieser Epoche wurde auf Papyrus und Pergament geschrieben.
Die Entschlüsselung der sumerischen Schrift
Der Deutsche Carsten Niebuhr kam 1756 nach Persepolis. Er fand dort in den Ruinen des Palastes zahlreiche Inschriften, die er kopierte. Dabei stellte er fest, dass diese in drei Sprachen unter Verwendung von zwei unterschiedlichen Keilschriften niedergeschrieben worden waren. Die erste dieser Schriften wurde als Altpersisch erkannt, das um ca. 600 v. Chr. gängig war. Der deutsche Professor Georg Friedrich Grotefend und andere Personen begannen daraufhin, die aufgefundenen altpersischen Texte zu übersetzen.
1835 entdeckte der Engländer Henry Creswicke Rawlinson Felsbilder, die ebenfalls dreisprachige Texte enthielten. Er begann, die unbekannten Keilschrifttexte zu entschlüsseln. Die zweite Sprache stellte sich als babylonisch heraus, ein Dialekt des Akkadischen, der bis etwa zur Zeitenwende in Gebrauch war. Nun waren zwei der Sprachen lesbar. Bei der Analyse der akkadischen Texte stießen die Sprachforscher auf Unklarheiten. Man vermutete dadurch richtigerweise, dass diese verwendete Schrift aus der Sprache eines anderen Volk übernommen und angepasst worden war.
1869 identifizierte Julius Oppert die Urheber der bis dahin nicht zugeordneten Schriftzeichen als die Sumerer. Zahlreiche spätere Funde sollten seine Erkenntnis bestätigen.
Literatur
- Barthel Hrouda: Mesopotamien : Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. 3. Aufl. München 2002, ISBN 3-406-46530-7
- Die blühenden Städte der Sumerer, 1994, ISBN 9053905197
- Saggs, H.W.F.: Mesopotamien. Assyrer - Babylonier - Sumerer. Zürich 1966
- [http://www.beepworld3.de/members17/shuraya/assyrismus.htm Assyrismus]
- [http://cdli.ucla.edu/staff/englund/Images/Images.html Figures for Englund, Mesopotamian studies]
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KufaKufa (, al-Kūfa) ist eine Stadt im Irak, ungefähr dreißig Kilometer südlich von Bagdad, mit 127.876 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005).
Geschichte
Sie war in frühislamischer Zeit sehr bedeutend. Die so genannte Kufische Schrift ist nach ihr ebenso benannt wie die Kopfbedeckung Kufiyya (Palästinensertuch).
Kufa war die erste eigentliche Hauptstadt des islamischen Reiches. Sie wurde im Jahre 618 christlicher Zeit von Saad ibn Abi Waqqas gegründet.
Während der Regierungszeit des Kalifen Umar ibn al-Chattab zwischen 634 und 644 war Abdullah ibn Mas'ud ihr Statthalter.
Söhne und Töchter der Stadt
- Al-Kindi, islamischer Gelehrter
- Abu Hanifa, islamischer Gelehrter
- Asch-Schaybani, Schüler des Rechtsgelehrten Abu Hanifa und zusammen mit diesem einer der Gründer der hanafitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam
Kategorie:Ort im Irak
ms:Kufah
Euphrat
Der Euphrat, arabisch الفرات Al-Furāt, türkisch Fırat ist der größte Strom Vorderasiens.
Der Euphrat hat eine Länge von 2.736 km. Er entspringt in den Bergen des Südostens der Türkei, im Siedlungsgebiet der Zaza Kurden. Von dort aus fließt er zuerst in westlicher Richtung durch das türkische Bergland und darin durch den Atatürk-Stausee (817 km²; 48.7 km³) und die Euphrat-Staustufe Birecik. Danach durchfließt er Syrien und den Irak in südöstlicher Richtung und vereinigt sich dort mit dem Tigris zum Schatt al-Arab, der in den Persischen Golf mündet.
Zusammen mit seinem Zwillingsfluß Tigris bildet der Euphrat, dessen Einzugsgebiet 673.000 km² umfasst, das Zweistromland, in dem sich einige der ersten Hochkulturen entwickelten.
Heute leben im Bereich des Unterlaufes des Euphrats unter anderem die Marsch-Araber.
Siehe auch: Südostanatolien-Projekt
Links
- [http://66.102.9.104/search?q=cache:s8mCxGsIMFcJ:www.gapturkiye.gen.tr/deu/flusse/+Euphrat&hl=de/ Ostanatolisches Projekt]
Kategorie:Fluss in Asien
Kategorie:Fluss in der Türkei
Kategorie:Geographie (Syrien)
Kategorie:Geographie (Irak)
Kategorie:Alter Orient
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:ユーフラテス川
MuharramMuharram (محرم) ist der erste Monat des islamischen Kalenders. Er umfasst 30 Tage.
Da der islamische Kalender nach Mondjahren rechnet und das Mondjahr kürzer als das Sonnenjahr ist, wandert der Muharram, verglichen mit dem Gregorianischen Kalender im Laufe mehrerer Jahrzehnte durch das Jahr.
In den ersten zehn Tagen des Muharram begehen die Schiiten ihr höchstes Trauerfest, die Aschura-Riten, in denen sie mit Prozessionen, Passionsspielen und Geißelungen des Tod des Imams Al-Husain in der Schlacht von Kerbela gedenken.
Kategorie:Kalender
ms:Muharram
10. OktoberDer 10. Oktober ist der 283. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 284. in Schaltjahren) - somit bleiben 82 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
Schaltjahren
- 680 - Geschichte des Islam: In der Schlacht von Kerbela fällt Al-Husain ibn 'Alī gegen die Umayyaden.
- 1847 - Auf der Heppenheimer Tagung entwerfen die gemäßigten Liberalen ihr politisches Programm zur Einigung Deutschlands.
- 1911 - Mit einem Aufstand kaiserlicher Truppen in Wuhan geht das Kaiserreich in China seinem Ende entgegen.
- 1913 - In Manchester gründen die britische Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst und ihre Tochter Christabel die Woman's Social and Political Union (WSPU) als militanten Flügel der Suffragetten.
- 1920 - Bei der Volksabstimmung in Kärnten gemäß dem Vertrag von Saint-Germain stimmt die Mehrheit gegen eine Angliederung an Slowenien.
- 1935 - In Langenberg zerstört eine Windhose den 160 Meter hohen Sendeturm. Als Folge dieses Ereignisses wird der Bau von Sendetürmen aus Holz in der Folgezeit in Deutschland praktisch vollständig eingestellt.
- 1941 - Die Luxemburger benutzen die rassistisch motivierte Personenstandsaufnahme von Gauleiter Gustav Simon, um ein eindeutiges Bekenntnis für ihr unterjochtes Vaterland abzulegen.
- 1964 - In Tokio beginnen die 18. Olympischen Sommerspiele.
- 1970 - Die Fidschi-Inseln erlangen ihre vollständige Unabhängigkeit von Großbritannien.
- 1973 - Der US-amerikanische Vizepräsident Spiro Theodore Agnew tritt wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit zurück.
- 1974 - Erstes Volkskonzert von Mikis Theodorakis nach dem Sturz der griechisches Militärjunta vor mehreren zehntausend begeisterten Menschen im Karaiskakis-Stadion in Athen.
- 1982 - Nach Wahlen in Bolivien wird Siles Zuazo Regierungschef.
- 2002 - Kommunalwahlen in Algerien, aus denen die FLN erneut siegreich hervorging.
- 2002 - Parlamentswahlen in Pakistan.
Wirtschaft
Wissenschaft und Technik
- 1874 - J. C. Watson entdeckt als Teilnehmer einer China-Expedition anlässlich eines Venustransits den Asteroid Juewa.
Kultur
- 1784 - Uraufführung des Dramas I due supposti ossia Lo sposo senza moglie von Domenico Cimarosa am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1935 - Am New Yorker Alvin Theatre, einem der Broadway-Theater, wird George Gershwins Oper Porgy and Bess uraufgeführt.
- 1943 - Uraufführung der komischen Oper Barbe-bleue von Jacques Ibert
Religion
Katastrophen
- 1955 - Eine jugoslawische Verkehrsmaschine stürzt über dem Leopoldsberg in Wien ab, wobei 6 Passagiere ums Leben kommen.
- 1956 - Atlantik. Eine Transportmaschine der U.S. Air Force mit 59 Menschen an Bord verschwindet nördlich der Azoren.
- 1980 - Ein Erdbeben der Stärke 7,7 zerstört El-Asnam (ehemals Orleansville), Algerien | | |